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Julius Cäsar: „Gut. Veni, vidi und ich habe verstanden. […]“.

Vor dem Römermuseum in Alesia darf man nicht übernachten und so fahren wir auf einen Womo-Platz im Nachbardorf und kehren am nächsten Vormittag zurück zum Museum. Spike ist gründlich ausgeführt, ausgetobt und mit reichlich Trinkwasser versorgt, denn er darf nicht mit sondern muss im Wagen warten. Torge und ich besuchen das große, moderne und toll ausgestattete Museum über Schlacht von Alesia, wo Julius Cäsars Legionäre die Gallier unter der Führung von Vercingetorix im Jahr 52 v. C. besiegt haben und halten uns dort lange auf.

http://www.alesia.com/

Die deutschsprachige Audioführung ist gut gemacht und die Ausstellung sehr abwechslungsreich und interessant. Im Außengelände wurden die römischen Befestigungen auf einer Länge von etwa 100 m nachgebaut und dort erleben wir nachmittags noch ein Vorführung gallischer und später auch römischer Kriegs- und Kampftechnik. Ein sehr lohnenswerter Besuch!

Wir fahren abends noch ein Stück die Saone hinauf und finden wieder einen guten Womo-Stellplatz für die Nacht. Der nächste Tag ist sehr heiß und schwül und führt uns zurück nach Deutschland. Die Grenze überqueren wir völlig ohne Kontrollen und verbringen dann den Nachmittag in Badenweiler auf einem schattigen Parkplatz und im Schwimmbad. Einige Tage später erzählt uns Opa, dass seine Vorfahren von hier stammen. Unsere für heute Abend geplante Verabredung mit Freunden verschiebt sich auf den nächsten Tag und wir laufen einen Edel-Campingplatz am Kaiserstuhl an. Alles ist so perfekt und umfassend geregelt, dass wir deutlich bemerken, wieder in Deutschland zu sein. Auch als wir am nächsten Mittag auf dem großen Parkplatz vor einer (wegen der Ferien gerade geschlossenen) Schule in der Nähe der Autobahn parken und auf die Freunde warten, monieren Nachbarn sofort, dass wir dort aber nicht stehen dürften….  Ach ja, wir sind in Deutschland!

Die Freunde kommen, wir verklönen den Nachmittag und Torge nimmt begeistert einige Bücher in Empfang, die über Markleeberg, Mannheim und Korsika den Weg zu ihm gefunden haben, bevor alle wieder aufbrechen müssen.  Für uns geht es weiter nach Freiburg.

Zurück in Frankreich

Nach einer sehr unruhigen Nacht auf einer Tankstelle am Kreisel direkt vor dem Flughafen von Lissabon verlässt uns unser Besuch in aller Frühe. Trotz des Verkehrslärms bleiben wir liegen und versuchen noch ein bisschen zu schlafen. Später brechen wir auf und folgen dem Fluss Tejo flussaufwärts. Zunächst sind wir enttäuscht, denn wir durchqueren ein Industrie- und Gewerbegebiet nach dem anderen. Später wird es dann aber schöner und rechts und links fahren wir an großen Feldern und riesigen Bewässerungsanlagen vorbei. Ab und an sehen wir kleine Kiefernwälder und in einem solchen machen wir eine Mittagspause und einen Mittagsschlaf. Nachmittags geht es weiter und wir finden einen netten Übernachtungsplatz in genau so einem Wäldchen. Wie wir beim Spazierengehen feststellen müssen, wird der Wald leider als große, wilde Müllkippe benutzt. Dennoch schlafen wir bestens, denn es ist herrlich ruhig hier. Der nächste Morgen beginnt zwar sonnig aber dann zieht schnell Regen auf. Nur einige Kilometer weiter stellen wir uns in Alpiarca auf einen Parkplatz am See und neben einem Café, das uns mit Internet versorgt.

9.4.2016 Stausee von Alpiarca
9.4.2016 Stausee von Alpiarca

Am Nachmittag und am nächsten Tag können wir bei Sonnenschein einmal um den See herum und durch ein nettes, kleines Naherholungsgebiet wandern.

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9.4.2016 Fontaine auf dem Stausee von Alpiarca

Dann geht es weiter, die Landschaft wird hügelig und zum Weinanbaugebiet. Wir folgen einem Hinweisschild und gucken die kleine Burg und das mittelalterliche Städtchen Amieiro do Tejo an, die uns beide sehr begeistern.

10.4.2016 Vor der Burg von Amieira do Tejo
10.4.2016 Vor der Burg von Amieira do Tejo
10.4.16 Hauptturm der Burg von Amieira
10.4.16 Hauptturm der Burg von Amieira
10.4.16 Wehrgang
10.4.16 Wehrgang
10.4.2016 Kanonenfutter
10.4.2016 Kanonenfutter
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10.4.2016 Blick ins Städtchen
10.4.2016 Gsse von Amieira
10.4.2016 Gsse von Amieira

Dort bekommen wir auch einige Informationen über die Gegend, u.a. über Gänsegeier, die man am Portas de Ródao beobachten können soll. Wir finden traumhafte Aussichten auf den Tejo, …

10.4.2016 ... eine (für mich) beängstigend schmale Brücke über den Tejo...
10.4.2016 … eine (für mich) beängstigend schmale Brücke über den Tejo…

… und nach viel Kurverei einen Traumplatz hoch oben am Tejo, der hier durch eine 45 m schmale Engstelle zwischen hohen Felsen fließt.

10.4.2016 Tejo Durchbruch
10.4.2016 Tejo Durchbruch

Vor dem nächsten Regenguss schaffen wir noch einen Spaziergang und verbringen hier wieder eine herrlich ruhige Nacht.

10.4.2016 Einsamer Nachtplatz am Portas de Ródao
10.4.2016 Einsamer Nachtplatz am Portas de Ródao

Am nächsten Morgen treffen wir auf der Aussichtsplattform eine deutsche Ornithologin und ihren Begleiter, die mit richtigen Teleskopen ausgestattet sind, so dass wir – dank ihnen – nicht nur die über uns kreisenden Geier sondern auch die am gegenüber liegenden Felsen sitzenden Vögel sehr deutlich sehen können. Leider beendet ein kräftiger Regenguss das Vergnügen.

11.4.2016 Aussichtsplaform mit den Ornithologen und Torge, oben kreisen die Gänsegeier
11.4.2016 Aussichtsplaform mit den Ornithologen und Torge, oben kreisen die Gänsegeier

Wir sind beide sehr beeindruckt und googeln noch am Abend weitere Infos über diese riesigen Vögel, die bis zu 2,70 m Spannweite haben und hier in großer Zahl vorkommen.

Wir verlassen Portugal auf guten Straßen Richtung Salamanca und versuchen vergeblich am etwas nördlich gelegenen Stausee einen Nachtplatz zu finden. Die Gegend ist wunderschön, jedoch überall bis dicht an die Straße eingezäunt. Schließlich finden wir bei Salamanca selbst einen Platz auf einer Raststätte. In der Nacht fängt es an zu regnen und hört den ganzen nächsten Tag nicht wieder auf. Wir vertrödeln den Tag im Auto und stecken nur zu gelegentlichen Spaziergängen mit Spike die Nase heraus. Früh geht es am Mittwoch weiter. Torge schläft noch als ich vom Platz rolle. Im Internet hatte ich ein sehenswertes Römermuseum in etwa 100 km Entfernung gefunden und mir den Ort aufgeschrieben. Jetzt muss ich leider feststellen, dass weder meine Karte (na gut, die ist etwa 26 Jahre alt) noch das Navi diesen Ort kennen. Beim Tanken frage ich nach und der nette Tankwart googelt das nochmal für mich und macht mir ein Kreuz in die Karte. Es geht über kleine Straßen und beim Ort Coca entdecken wir eine wunderschöne Burg- oder Schlossanlage und einen noch schöneren, einsamen Campingplatz auf dem wir die einzigen Gäste sind. Dort bleiben wir für 2 Nächte und machen tolle Spaziergänge und Radtouren durch den Wald und zum Örtchen mit dem Schloss.

12.4.2016 Blick auf das Schloss von Coca
12.4.2016 Blick auf das Schloss von Coca

Wir besuchen auch die Vila Romana de Almerena-Puras., das Römermuseum. Neben den nahezu kompletten Grundmauern einer römischen Villa mit vielen erhaltenen Mosaiken, die man hier ausgegraben hat, gibt es ein spannendes Museum über das Leben auf dem Land zur Zeit der Römer sowie eine nachgebaute und eingerichtete römische Villa. Selbst der Spielplatz, den wir als einzige Gäste aufsuchen, ist im Thema.

13.4.2016 Römischer Streitwagen auf dem großen, leeren Spielplatz bei der Vila Romana de
13.4.2016 Römischer Streitwagen auf dem großen, leeren Spielplatz bei der Vila Romana de

Schade ist nur, dass es zwar einen Audioguide auf englisch aber sonst nur spanische Beschriftungen und Erklärungen gibt. Auch die Führerin, die uns mit in die eingerichtete Villa nimmt, spricht nur spanisch. Einige Tage später baut Torge die römische Villa aus einem Bastelbuch-Bausatz, an deren komplizierter Bauanleitung ich fast verzweifele wohingegen er ein Teil nach dem anderen richtig zuordnet und fachgerecht einsetzt.

17.4.2016 Torge beim Bau der Römervilla
17.4.2016 Torge beim Bau der Römervilla
27..4.2016 Römervilla
27..4.2016 Römervilla
27.4.2016 Römervilla ohne Dach
27.4.2016 Römervilla ohne Dach

Im Begleitheft studieren wir die Dimensionen des römischen Reiches und stellen fest, dass das im Westen unserer Reiseroute entspricht. Und die waren nicht mit einem blauen Auto sondern überwiegend zu Fuß unterwegs!

Wir verlassen Coca, nehmen die gute ausgebaute und mautfreie Schnellstraße und fahren über Burgos, Palencia und Vitoria gen französische Grenze. Unterwegs übernachten wir noch einmal und landen am Samstag auf einem Wohnmobilplatz in Vieux Boucau, einem netten kleinen Touristenort mit einem Etang (= Salzwassersee) in der Mitte, fast direkt an der Atlantikküste. Nach 2 Nächten wechseln wir auf einen anderen Wohnmobilplatz im gleichen Ort und direkt am See und hier bleiben wir einige Tage und genießen es, mal irgendwo angekommen zu sein. Wir nutzen die vielen Spazier- und Radwege für Touren mit Spike, putzen ein wenig das Auto, bringen unsere viele Wäsche in ein Waschcenter und blasen endlich mal das Schlauchboot auf und machen mit Spike einen Ausflug auf die Insel mitten im See.

20.4.2016 "Was das wohl soll?" Noch beäugt Spike die Vorbereitungen zumPaddeln etwas kritisch
20.4.2016 „Was das wohl soll?“ Noch beäugt Spike die Vorbereitungen zumPaddeln etwas kritisch

Das Wetter ist auch hier „aprilmäßig“ wechselhaft aber wenn die Sonne scheint, wird es schon richtig heiß. Und der Regen hört meist nach wenigen Minuten wieder auf.

Irgendwie ist die Endlichkeit unserer Reise in unser Bewusstsein gerutscht und wir machen uns Gedanken über unsere weitere Tour. Beide brauchen wir ein bisschen Ruhe und nicht soviel Fahrerei und wir begraben den Plan, die OH Truppe in Österreich zu treffen, denn das würde bedeuten, dass wir die Alpen einmal halb umrunden müssen. Das passt auch besser zu unserem finanziellen Budget…

Unser nächstes Ziel ist die Düne Pilat bei Arcachon aber wir wissen noch nicht, wann wir aufbrechen werden.