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An und auf der Vezére

Von Le Teich geht es mit einem Übenachtungsstopp in Miramont und einer morgendlichen Fahrradtour am Lac du Saut du Loup weiter.  Am späten Sonntag Abend fahren wir von Bergerac noch ein Stück die Dordogne hinauf bis nach Lalinde. Vor einem Supermarkt übernachten wir und hoffen auf frisches Baguette am nächsten Morgen. Fehlanzeige, denn hier ist heute Inventur und der Laden geschlossen. So machen Spike und ich schon einen längeren Morgenspaziergang und finden eine Boulongerie Artisanal, wo es sogar richtiges Schwarzbrot gibt. Auch mal wieder lecker! Danach machen wir eine Radtour entlang des Dordogne Kanals, Spike kann rennen und größere Steigungen gibt es ja an einem Kanal auch nicht. also sehr bequem.

2.5.16 Radtour am Canal du dordogne bei Lalinde
2.5.16 Radtour am Canal du dordogne bei Lalinde

Wir fahren  weiter die Dordogne hoch und biegen ins Tal der Vezére ab. Wir stehen auf einem tollen, kleinen Camping Municipal, also bezahlbar,  direkt am Fluss.

2. - 8.5.16 Stellplatz an der Vezére in St. Leon sur Vezére
2. – 8.5.16 Stellplatz an der Vezére in St. Leon sur Vezére

Die ersten 2 Tage ist es ganz leer. dann wird es etwas voller, denn auch in Frankreich ist Himmelfahrt ein Feiertag.  Am Dienstag geht es per Fahrrad zu zur Höhlenanlage „Roque de Saint Christophe“, die von den ersten Menschen bis in das Mittelalter bewohnt gewesen ist und immer weiter ausgebaut wurde.

3.5.16 Die Höhlenanlage vom Roque de Saint Christophe hoch über der Vezére
3.5.16 Die Höhlenanlage vom Roque de Saint Christophe hoch über der Vezére

Das ist sehr spannend, bsonders weil auch einige Lastenkräne etc. gezeigt werden.

3.5.16 Nachbauten mittelalterlicher Kräne
3.5.16 Nachbauten mittelalterlicher Kräne

Die Radtour hat es auch schon in sich, denn die Gegend ist recht hügelig…
Bei der Touristeninformation und den Kanu-Verleihs erkundige ich mich nach den Preisen, um ein Kanu zu mieten,  aber 56 € für die Strecke vo 30 km und dann nur mit Übernachtung hier bei einer Kanustation, haben uns veranlasst, am Dienstagabend doch mal probezupacken und wir können tatsächlich alles, also Zelt, 2 x Schlafsack und Isomatte, Wechselklamotten, Verpflegung, Spike samt Napf, Leine, Spielzeug und Hundefutter und dann natürlich noch uns beide im Schlauchboot verstauen, jedenfalls an Land.

3.5.16 Probesitzen an Land - erstmal nur Torge und Spike aber gleich packen wir unser Gepäck dazu...
3.5.16 Probesitzen an Land – erstmal nur Torge und Spike aber gleich packen wir unser Gepäck dazu…

Mittwochmorgen geht es dann sehr motiviert und für unsere Verhältnisse recht früh los. Das blaue Auto dürfen wir unentgeldlich auf dem Campingplatz stehen lassen und für den Rückweg sollen wir die Kanu-Verleihe ansprechen, die uns für 10 € wieder mit raufnehmen würden, sagt uns die nette Dame vom Touristenbüro noch, wünscht noch viel Spaß und na klar, würden wir eine Insel finden, zum darauf übernachten.

4.5.16 Die ersten Meter auf der Vezére
4.5.16 Die ersten Meter auf der Vezére

Das nenne ich mal Service! Das Einsteigen mit Spike ist schon lustig, denn so richtig begeistert ist er nicht. Die Aussicht, allein zurück zu bleiben ist aber wohl noch schlimmer und so hüpft er zu uns ins Boot. Jedenfalls mit den Vorderpfoten. Die Hinterbeine stehen noch am Ufer und der Abstand wird immer größer, und größer und größer…. Nein, wir kippen nicht um, nur Spike landet im Wasser und wir müssen lachen. Er klettert wieder ans Ufer und schüttelt sich erstmal und dann sieht es so aus als ob er grinsen würde…  Zum Glück scheint die Sonne, so dass die Dusche nicht so schlimm ist. Beim zweiten Versuch klappt es besser und der Hund sitzt aufrecht in der Mitte. Ich sitze ziemlich hoch auf dem wasserdichten Sack mit meiner Isomatte und dem Schlafsack. Hinter mir ragen Torges Schlafsack und Isomatte, meine Wechselklamotten und das Zelt etwas in die Höhe, so dass ich was zum Anlehen habe. Etwas schaukelig das ganze, aber ich kann wenigstens etwas sehen. Die mittlere Rückenlehne bauen wir später aus,  ganz im Bug stehen die Fahrradtaschen mit der Verpflegung und Spikes Futter, an die Torge sich rückwärts sitzend anlehnt und mitten zwischen uns – den meisten Platz beanspruchend – sitzt der Hund. Torges Paddel haben wir dann mehr oder weniger nur zur Dekoration mit, denn er fährt ja nun rückwärts –  aber das passt schon.

5.5.16 Traumhafte Flusslandschaft der Vezére
5.5.16 Traumhafte Flusslandschaft der Vezére

Die Vezére fließt recht schnell, etwa 5-6 km/h und sehr kurvig durch die Gegend und ist einfach herrlich schön. Über uns kreisen die Raubvögel und neben uns gackeren die Enten, was den Hund am ersten Tag noch etwas aufregt. Immer wieder muss er sich aufsetzten und gucken, oft sogar hinstellen und dann beim Wieder-Hinsetzen meist mit dem Po auf den Rand, was unweigerlich zu Wassereinbruch führt. Wir haben also viel Spaß! Nach einer knappen Stunde laufen wir die erste Insel für eine Mittagspause an.

 

3.5.16 Die Vezére vom Roque de Saint Christophe aus gesehen
3.5.16 Die Vezére vom Roque de Saint Christophe aus gesehen. „unsere“ erste Insel liegt direkt hinter der Brücke

Da sind Hund und Kind aber glücklich und nehmen das Eiland in Besitz. Viel Gestrüpp und viele Brennnesseln aber das stört sie weniger als mich! Mühselig kann ich sie nach 2 Std. Pause überzeugen, doch noch ein Stückchen weiter zu fahren und später eine andere Insel zum Übernachten anzulaufen – wir haben noch nicht mal Nachmittag, schätze ich, denn eine Uhr haben wir natürlich nicht dabei. Von hier flußabwärts reiht sich ein Cliff an das nächste und wir sehen bestimmt 5  Höhlen-Wohn-Verteidigungs-Anlagen, meist aus dem Mittelalter.

5.5.16 Höhlen an der Vezére
5.5.16 Höhlen an der Vezére

Da wo die Menschen sich nicht niedergelassen haben, nisten die Vögel an steilen Hängen. Gegen Nachmittag hat sich auch Spike an das Boot fahren gewöhnt oder er ist so erschöpft von der Aufregung, dass er sich hinlegt und schläft. Ich könnte stundenlang so weiterpaddeln aber Torge wird irgendwann ungeduldig, vor allem als die Inseln rar werden. Endlich finden wir doch noch eine, pefekt geeignetzum Anlanden und Zelten. Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Wir schleppen das Gepäck und das Boot hoch auf eine Anhöhe und bauen das Zelt auf.

4.5.16 Zeltlager auf einer einsamen Insel in der Vezére
4.5.16 Zeltlager auf einer einsamen Insel in der Vezére

Ich bin todmüde von der Anstrengung und mache erstmal ein Nickerchen während Torge und Spike über die Insel streifen und Torge anfängt einen Anlegesteg zu bauen. Später essen wir unser Müsli, machen Lagerfeuer und braten uns Bananen für die wir sogar noch Schokolade dabei haben.

4.5.16 Lagerfeuer auf der Flussinsel
4.5.16 Lagerfeuer auf der Flussinsel

Torge ist ganz ausgeglichen und zufrieden, zu seinem Glück fehlt nur ein Freund, der etwas mehr Elan beim Höhlen, Stege, Dämme oder ähnliches bauen zeigen würde, als ausgerechnet Mama. Insgeheim denke ich, dass es auch gut, richtig und wichtig ist, dass er bald wieder unter andere Kinder bzw. Jugendliche kommt. Abends kuscheln wir uns in unsere Schlafsäcke, Torges reicht gerade eben noch bis zu den Schultern, klönen noch kurz und schlafen dann beide schnell ein.

4.5.16 Kurz vor dem Einschlafen....
4.5.16 Kurz vor dem Einschlafen….

Spike – nach den Erfahrungen im Erg Chebbi, als wir zu dritt im Zelt schlafen wollten, draußen angebunden – protestiert noch ein bisschen gegen diese Ungerechtigkeit und legt sich dann auf unsere Schwimmwesten und schläft auch ein. Der nächste Morgen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein. wir machen das Feuer wieder an, denn außer Müsli gibt es nur noch 2 Bananen, die Torge wieder mit Schokolade füllt und zum Frühstück verspeist.

5.5.16 Gebratene Bananen zum Frühstück - sehr lecker!!
5.5.16 Gebratene Bananen zum Frühstück – sehr lecker!!
5.5.16 So ein Schlauchboot ist auch zum Frühstücken sehr beqem!
5.5.16 So ein Schlauchboot ist auch zum Frühstücken sehr beqem!

Kurz überlegen wir, ganz auf diese Insel zu ziehen oder wenigstens den ganzen Tag hierzubleiben aber dann fällt Torge zum Glück ein, dass das ohne Freund doch langweilig werden würde. So packen wir irgendwann wieder zusammen und laden ein.

5.5.16 Kurz vor dem Start von unserer Insel
5.5.16 Kurz vor dem Start von unserer Insel

Spike steigt diesmal völlig routiniert ein und legt sich auch gleich hin, den Kopf auf meine Füße, die Augen geschlossen. Hat er jemals etwas anderes getan, als Boot zu fahren?

5.5.16 Spike interessiert sich nicht so für die Höhlenanlagen hoch über der Vezére
5.5.16 Spike interessiert sich nicht so für die Höhlenanlagen hoch über der Vezére

Nach etwa einer Stunde weiterer fantastischer Ausblicke, erreichen wir die Brücke von Les Eyzies, wo es mehrere Kanustationen gibt. Bei der dritten haben wir Glück: Ja wir können mitfahren, jetzt sofort und schon nach wenigen Minuten sitzen wir ein einem Bus, unser Boot ist auf dem Anhänger verstaut und wir rasen mit völlig ungewohnter Geschwindigkeit zurück nach Saint Leon. Unterwegs wird noch eine Familie samt Booten abgesetzt, dann fährt uns der nette Kanuguide direkt vor unser blaues Auto und hat unser Boot schneller abgeladen, als Torge den Hund ausladen und festbinden kann. Nun noch unser vieles Gepack und wieder weg ist er. Und ich bin froh, für 10,- €  das Umsetzen mit dem eigenen Auto gespart zu haben. Eine Viertelstunde später sitzen wir mit einer kalten Cola, Schafskäse und dem letzten halben Baguette aus dem kleinen Laden im Ort am Fluss, blicken auf das Wasser und die gegenüber fliegenden Gleitschirme und hängen unseren Gedanken nach.  Schön war es, auch wenn uns das praktische aber aprupte Ende unserer Tour etwas aus dem Konzept gebracht hat. Wenn das richtige Leben wieder in so einem Tempo ablaufen muss, werden wir uns aber sehr umgewöhnen müssen…. Darum verbringen wir den nächsten Tag auch chillig am Campingplatz und machen nur wenige nette Spaziergänge und -fahrten in den kleinen Ort  und am Fluss entlang und fotografieren viel.

7.5.16 Die Kirche von Saint Leon sur Vezére
6.5.16 Die Kirche von Saint Leon sur Vezére
7.5.16 Blick über den Fluss auf das mittelalterliche Städtchen
6.5.16 Blick über den Fluss auf das mittelalterliche Städtchen
6.5.16 Straßenszene in St. Leon sur Vezére
6.5.16 Straßenszene in St. Leon sur Vezére

Samstag lockt uns das Prähistorische Informationszentrum  Le Thot – Espace Cro-Magnon zu einer Radtour. 4 km die Vezére aufwärts sollten ja trotz der vielen Hügel zu schaffen sein. Was nur alle vergessen haben, auf Schildern und dem Prospekt zu vermerken, ist die Tatsache, dass die Zufahrt noch über einen Kilometer weit steil den Berg hinaufführt und außer uns vermutlich noch nie jemand den Versuch unternommen hat, das per Fahrrad zu bewältigen, Torge flucht und schimpft, Spike hechelt und ich bin abwechselnd rot und blass als wir endllich oben ankommen. Wir schauen uns die nett gemachte Ausstellung an. Auch hier werden Kopien von Bildern aus Lascaux gezeigt, mit Schwarzlicht wunderschön ins Bild gesetzt und dazu Szenen aus dem Leben der Cro Magnon Menschen. Dazu gehört ein Tierpark, der einige Nachfahren der prähistorischen Tiere zeigt.

7.5.16 Aug' in Aug' mit Spike, der vor Aufregung richtig zitterlt aber brav sitzen bleibt
7.5.16 Aug‘ in Aug‘ mit Spike, der vor Aufregung richtig zitterlt aber brav sitzen bleibt

So sehen wir Aurochsen, Bisons, Hirsche, Steinböcke und sogar Skudden. also Schafe, wie sie auch zuhause in Hohenfelde in unserem Garten laufen.

7.5.16 Skudden im Wildpark Le Thot
7.5.16 Skudden im Wildpark Le Thot

Am Ende besuchen wir Animation bei der ein Mammutbaby, seine Mutter und ein Wollnashorn mitten unter uns weilen. Sehr cool gemacht! Leider sind die Sequenzen nur kurz und die längeren Erklärungen dazu nur in französischer Sprache, so dass ich nur ein bisschen für Torge übersetzen kann. Die Rückfahrt geht erwartungsgemäß schnell – eben meistens bergab und wir verbringen einen letzten sonnigen Abend hier am Fluss. Morgen geht es weiter nach Montignac und zur Höhle Lascaux II.

Die Atlantikküste bis zur Dune du Pilat

Wir bleiben insgesamt 8 Nächt in Vieux Boucau auf dem Wohnmobilplatz am See.

16. - 24.4.2016 Das Blaue Auto fällt irgendwie schon auf zwischen all den weißen Wohnmobilen
16. – 24.4.2016 Das Blaue Auto fällt irgendwie schon auf zwischen all den weißen Wohnmobilen

Hinter uns fließt ein Salzwasserstrom, der einen anderen Etang mit dem Meer verbindet und vor uns liegt der See.

18. - 24.4.2016 Salzwasserstrom hinter dem Platz und unserem Auto
18. – 24.4.2016 Salzwasserstrom hinter dem Platz und unserem Auto
18. - 24.4.2016 Blick über den Womoplatz zum See
18. – 24.4.2016 Blick über den Womoplatz zum See

 

Wir erkunden die Umgebung zu Fuß und per Rad.

22.4.2016 Gute Radwege führen durch den schönen Wald von Landes
22.4.2016 Gute Radwege führen durch den schönen Wald von Landes
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22.4.2016 Torge ist auch gern mal abeits der Wege unterwegs

Ins Soustons besuchen wir Herrn Mitterand.

22.4.2016 Bronze Denkmal von Herrn Mitterand in Soustaons
22.4.2016 Bronze Denkmal von Herrn Mitterand in Soustaons

Und Spike macht Bekanntschaft mit einer Hündin.

22.4.2016 Spike findet die Bronzefigur eher langweilig
22.4.2016 Spike findet die Bronzefigur eher langweilig

Am Montag brechen wir wieder auf und fahren einige Kilometer weiter, um uns ein Naturreservat anzusehen. Die kleine Ausstellung am Eingang ist nett gemacht – wenn nur mein Französisch etwas besser wäre… Leider gibt es keine Informationen in anderen Sprachen und dann sind noch alle Wanderwege am Strom entlang auch für angeleinte Hunde gesperrt, so dass wir nicht lange bleiben.

25.4.2016 Das Blaue Auto fährt gerade vom Nachtplatz an der Einsatzstelle der La Palue.
25.4.2016 Nachtplatz an der Einsatzstelle der La Palue. Hier laden wir gerade mein Fahrrad wieder auf und stehen darum so schräg am Rand.

Wir suchen uns einen Nachtplatz an der Einsatzstelle des Flüsschens La Palue, wo wir mit Spike herrliche Waldspaziergänge machen und uns den Fluss von mehreren Brücken aus ansehen.

25.4.2016 Einsatzstelle an der La Palue
25.4.2016 Einsatzstelle an der La Palue

Wir beschließen ohne Spike und nur mit den Kajaks anstatt mit dem Schlauchboot zu fahren.  Zunächst versetze ich am nächsten Morgen das Auto 8 km zurück an die Aussatzstelle und fahre mit dem Rad wieder hinauf. Torge hat bei und mit den Booten oben gewartet. Wir setzen ein und paddeln einen kleinen kurvigen Bach mit vielen Baumhindernissen, einigen engen Durchfahrten und mit schönen Schwällen – viel zu wenige aus Torges Sicht!.

25.4.2016 La Palue: " Grün, grün, grün ist alles, was ich sehe..."
25.4.2016 La Palue: “ Grün, grün, grün ist alles, was ich sehe…“

Die Sonne scheint durch das grüne Blätterdach, das unglaublich viele verschiedene Grüns zeigt. Viel Sonnenlicht kommt unten bei uns allerdings nicht an. Absterbende oder tote Bäume sind mit tief herabhängendem  Efeu, mit Brombeeren oder Schlingpflanzen bewachsen, durch die wir uns manchmal, wie durch einen Vorhang schieben.  Ich werde wieder daran erinnert, dass mein Boot nicht dicht ist und muss unterwegs mehrmals ausleeren, was uns die Gelegenheit zu einer Pause und zum Aufwärmen  in der Sonne gibt.  Nach 2 Stunden – genau bevor uns beiden richtig kalt ist – erreichen wir die Aussatzstelle, schleppen die Boote zum 300 m entfernt geparkten Auto und erlösen Spike vom Warten. In die Decken gekuschelt und mit einem heißen Kakao wärmen wir uns wieder auf bevor es an das Aufladen geht. Den Abend verbringen wir mit Burgern und wifi vor einem bekannten Fastfoodrestaurant und stellen uns für die Nacht vor einen großen Supermarkt mit 24/7 Waschcenter, das ich auch früh am nächsten Morgen nutze. Waschmaschine und Trockner, die 18 kg fassen und in weniger als anderthalb Stunden alles waschen und trocknen sind schon praktisch! In Arjuzanx besuchen wir ein weiteres Naturreservat – diesmal darf Spike auch mit uns an einem wunderschönen See spazierengehen. In der dazugehörigen Ausstellung erfahren wir, dass es sich um eine renaturierte Tagebaugrube aus dem Kohlebergbau handelt, die vor 40 Jahren stillgelegt und vor 30 Jahren in ein riesiges Biotop umgewandelt wurde. Anhand von Filmen,  Fotos und Modellen  ist die Entwicklung sehr deutlich und interessant dokumentiert. Zugvögel, wie z.B. Reiher nutzen diesen See als Rastplatz auf ihrer Reise allerdings sind sie in diesem Jahr schon wieder fort. Torge beeindruckt am meisten, dass es hier sogar Schildkröten geben soll. Wir sehen allerdings kein Exemplar sondern nur eine Eidechse.  Wir  fahren weiter zum See von Biscarrosse, wo wir einen edlen Campingplatz anlaufen um endlich mal wieder richtig zu duschen. Es gibt sogar jetzt im April Animation und Torge, der mit seinem Rad auf der Suche nach anderen Kindern über den Platz fährt, kommt etwas irritiert zurück und sagt: „Mama, da sind lauter Kinder, die wackeln zur Musik mit dem Popo!“ Das ist ja nicht so unsere Welt…

Am nächsten Morgen mache ich mit Spike einen langen Spaziergang am wieder wunderschönen See entlang und entdecke wieder einen tollen Womoplatz.  Naja, für das nächste Mal!

Wir fahren weiter in den Ort und verbringen den Nachmittag im Wasserflugzeugmuseum von Biscarrosse, das wirklich sehenswert ist.  An der Rezeption bekommen wir eine Mappe mit Erklärungen in deutscher Sprache ausgehändigt und dann vertiefen wir uns in die vielen Bilder, Dokumente, Modelle, Karten, und anderen Ausstellungsstücke.

27.4.2016 Modell einer gewagten Konstruktion im Wsserflugzeugmuseum Biscarrosse
27.4.2016 Modell einer gewagten Konstruktion im Wsserflugzeugmuseum Biscarrosse
27.4.2016 Im Wasserflugzeugmuseum von Biscarrosse
27.4.2016 Im Wasserflugzeugmuseum von Biscarrosse

Am Ende bewundern wir in der Halle viele echte Flieger.

27.4.2016 Nachbau eines der ersten Wasserflugzeuge
27.4.2016 Nachbau eines der ersten Wasserflugzeuge

Besonders fasziniert mich, dass wir hier wieder auf Antoine de Saint-Exupery treffen, der als französischer Pilot auch hier gearbeitet hat und dessen schönes Geschichte vom kleinen Prinzen wir am Entstehungsort in Tarfaya/Marokko gehört haben.

Unser nächstes Ziel ist die Düne Pilat bei Arcachon. Es ist schon dunkel, als wir dort vorbeifahren und erstmal keinen Übernachtungsplatz finden. Erst mitten in La Teste können wir uns auf einen großen Parkplatz stellen. Und zwar direkt neben eine Baustelle auf der früh am nächsten Morgen große Baumaschinen mit entsprechendem Lärm verladen werden. Na gut – da bin ich wenigsten früh auf…. Auf dem Weg zurück zur Düne hole ich uns frisches Brot und jetzt mit Licht finden wir einen netten Waldparkplatz nur etwa 400 m vom großen und teuren Touristenparkplatz. Torge kommt heute morgen nicht aus den Federn und so mache ich mich nach einem Kaffee mit Spike das erste Mal auf den Weg zur Düne. Ein Pfad – zu Anfang reichlich vermüllt – führt in vielen Kurven durch den schönen Wald.28.4.2016 Waldweg auf dem Weg zur Düne

28.4.2016 Waldweg auf dem Weg zur Düne

Ich höre Gejohle, kann  aber niemanden sehen. Noch eine Kurve und dann stehe ich vor einer Wand aus Sand. Steil ragt die Düne vor mir empor.

28.4.2016 Abgestorbenen und schräg stehende Bäume an der Dune du Pilat
28.4.2016 Abgestorbenen und schräg stehende Bäume an der Dune du Pilat

Abgestorbene Bäume beweisen, dass sie tatsächlich wandern und in zweiter Reihe stehen die Bäume vom Druck des Sandes schon schräg. Man kann die Kraft der Sandmassen förmlich spüren.

Ich erklimme einen Dünenkamm, das Geschrei wird lauter,  und dann noch einen. Jetzt erst kann ich die Urheber des Lärms sehen. Oben auf der höchsten Kuppe, die vom Parkplatz über eine Treppe erreichbar ist, vergnügen sich schon etwa 100 Menschen. Dort zieht es mich nicht hin. Spike und ich halten uns rechts und können auch von hier den herrlichen Ausblick genießen. Zurück am Auto frühstücken wir erstmal richtig und dann machen Torge, Spike und ich die gleiche Tour noch einmal. Inzwischen sind sicher 200-300 Menschen auf der Düne unterwegs. Lehrer versuchen Schulkinder daran zu hindern, unkontrolliert den Hang hinunterzutoben (was Torge an seine eigenen Schulausflüge erinnert) und französische Rentner und Familien führen ihre Mini-Hunde aus. Auch diesmal lockt es uns nicht, weiter hinauf zu steigen und wir halten uns abseits und toben mit Spke im Sand.

28.4.2016 Sandspiele an de rDüne Pilat
28.4.2016 Sandspiele an de rDüne Pilat

Erst abends um acht als wir zum dritten Mal heraufsteigen hat es sich so weit geleert, dass wir auch den höchsten Dünenkamm erklimmen mögen und die ganze Dimension der Düne überblicken. Die Sonne sinkt schon Richtung Meer und das Licht ist sehr schön. Wir genießen die erhabene Stimmung und erinnern uns an „unsere“ ganz einsamen Dünen in Marokko.

28.4.2016 Abendstimmung an der Dune du Pilat
28.4.2016 Abendstimmung an der Dune du Pilat

Wir übernachten noch einmal in La Teste und fahren am nächsten Morgen weiter nach Le Teich am hinteren Ende des Beckens von Arcachon. Hier gibt es einen ornithologischen Park in dem man viele Vögel beobachten kann. Leider wird es schon recht voll und als wir hineingehen, geraten wir zwischen 2 Schulklassen und den dazugehörigen Lärm. Der Rundweg ist sehr schön angelegt und bietet viele versteckte Hütten, von denen aus man die Vögel beobachten kann.  Torge kehrt nach der Hälfte um, weil ihm durch die anderen Besucher die nötige Ruhe zum Beobachten oft fehlt. Ich nehme an einer Abzweigung einen anderen Weg als die meisten und bin über 4 Stunden unterwegs und ganz begeistert. Hier ein paar Eindrücke:

29.4.2016 Storchennester in Le Teich
29.4.2016 Storchennester in Le Teich
29.4.2016 Ein Graureiher im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Ein Graureiher im Vogelpark Le Teich
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29.4.2016 Wasserlandschaft im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Ein Specht füttert seine Jungen im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Ein Specht füttert seine Jungen im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Möwenkolonie im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Möwenkolonie im Vogelpark Le Teich

Und auf dem Rückweg eine Begegnung der besonderen Art….

29.4.2016 Diese Dame mit ihren beiden Jungen futterte sich durch das Gras am Wegesrand und ließ sich von mir gar nicht stören
29.4.2016 Diese Dame mit ihren beiden Jungen futterte sich durch das Gras am Wegesrand und ließ sich von mir gar nicht stören

Direkt vor dem Vogelpark gibt es einen kostenlosen Stellplatz mit WC, Wasser und Entsorgung am Yachthafen und so bleiben wir über Nacht hier stehen.

Der heutige Morgen empfängt uns mit Sturm und Regen – eine prima Gelegenheit, den blog zu aktualisieren!

Nachher wollen wir weiter Richtung der Höhlen von Lauscaux II, wo es prähistorische Felsmalereinen zu bestaunen gibt.