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Julius Cäsar: „Gut. Veni, vidi und ich habe verstanden. […]“.

Vor dem Römermuseum in Alesia darf man nicht übernachten und so fahren wir auf einen Womo-Platz im Nachbardorf und kehren am nächsten Vormittag zurück zum Museum. Spike ist gründlich ausgeführt, ausgetobt und mit reichlich Trinkwasser versorgt, denn er darf nicht mit sondern muss im Wagen warten. Torge und ich besuchen das große, moderne und toll ausgestattete Museum über Schlacht von Alesia, wo Julius Cäsars Legionäre die Gallier unter der Führung von Vercingetorix im Jahr 52 v. C. besiegt haben und halten uns dort lange auf.

http://www.alesia.com/

Die deutschsprachige Audioführung ist gut gemacht und die Ausstellung sehr abwechslungsreich und interessant. Im Außengelände wurden die römischen Befestigungen auf einer Länge von etwa 100 m nachgebaut und dort erleben wir nachmittags noch ein Vorführung gallischer und später auch römischer Kriegs- und Kampftechnik. Ein sehr lohnenswerter Besuch!

Wir fahren abends noch ein Stück die Saone hinauf und finden wieder einen guten Womo-Stellplatz für die Nacht. Der nächste Tag ist sehr heiß und schwül und führt uns zurück nach Deutschland. Die Grenze überqueren wir völlig ohne Kontrollen und verbringen dann den Nachmittag in Badenweiler auf einem schattigen Parkplatz und im Schwimmbad. Einige Tage später erzählt uns Opa, dass seine Vorfahren von hier stammen. Unsere für heute Abend geplante Verabredung mit Freunden verschiebt sich auf den nächsten Tag und wir laufen einen Edel-Campingplatz am Kaiserstuhl an. Alles ist so perfekt und umfassend geregelt, dass wir deutlich bemerken, wieder in Deutschland zu sein. Auch als wir am nächsten Mittag auf dem großen Parkplatz vor einer (wegen der Ferien gerade geschlossenen) Schule in der Nähe der Autobahn parken und auf die Freunde warten, monieren Nachbarn sofort, dass wir dort aber nicht stehen dürften….  Ach ja, wir sind in Deutschland!

Die Freunde kommen, wir verklönen den Nachmittag und Torge nimmt begeistert einige Bücher in Empfang, die über Markleeberg, Mannheim und Korsika den Weg zu ihm gefunden haben, bevor alle wieder aufbrechen müssen.  Für uns geht es weiter nach Freiburg.

Hochwasser und Besuch beim Erfinder der Fotografie in Chalon-sur-Saone

Als wir das Städtchen Chalon-sur-Saone erreichen, hört es endlich auf zu regnen. Der Fluss führt viel Wasser und der Rezeptionist erklärt als erstes beruhigend, dass es am Ablaufen sei, wir also keine Bedenken haben sollten. Das Wasser sei im April zuletzt auf den Platz gelaufen….

Schon beim Rangieren auf den Stellplatz bemerken wir, dass die Menschen hier alle in den Himmel starren und als ich den Motor ausmache, bemerken auch wir Kunstflieger am Himmel, die Loopings und Schrauben vorführen. Später fliegen um die 50 Heißluftballons über uns hinweg und in den Abend hinein – ein tolles Bild!

15.5.2016 Heißluftballons über Chalon-sur-Saone
15.5.2016 Heißluftballons über Chalon-sur-Saone

Wir sehen uns in den nächsten Tagen die Stadt an und machen schöne Ausflüge per Fahrrad am immer noch Hochwasser führenden Fluss entlang und auch darüber hinweg. Für mich sind hohe Brücken ja immer eine große Herausforderung und Torge fährt brav direkt vor mir her, damit ich nicht aus Versehen nach unten gucke. Ihn und Spike tangieren die Höhe und der freie Blick durch das Geländer überhaupt nicht.

16.6.2016 Brücke über die Saone
16.6.2016 Brücke über die Saone

Chalon hat eine Altstadt und wunderschöne Parks,  u.a. mit einer großen Voliere, wo wir beobachten, wie zwei Pfauenmänner versuchen, einer Pfauendame zu imponieren, die sich davon allerdings wenig beeindruckt zeigt.

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16.6.2016 Pfau in einer Voliere in Chalon-sur-Saone

Auf dem Rückweg fahren wir über die Insel Saint-Laurent. Hier sind die Brücken zu meiner Freude nicht so hoch und ausgesetzt….

16.6.2016 Chalon-sur-Saone
16.6.2016 Chalon-sur-Saone
16.6.2016 Tour du Doyenne auf der Ile de Saint-Laurent
16.6.2016 Tour du Doyenne auf der Ile de Saint-Laurenteum

Nach 3 Tagen auf dem Campingplatz wechseln wir auf den kostenlosen Wohnmobilstellplatz in der Stadt um am Mittwoch noch das Museum von Joseph Nicéphore Niépce, dem Erfinder der Fotografie zu besuchen.  Die Ausstellung ist kostenlos und sehr sehenswert. http://www.museeniepce.com/

Wir bestaunen die alten Kameras und die ersten beständigen Bilder, Heliografie genannt, die mit einer Belichtungszeit von über 8 Stunden aufgenommen wurden. Das Museum zeigt außerdem sehr viele alte Fotografien und einige Sonderausstellungen über Sportfotografie zwischen den Weltkriegen und über Somalia. Sehr beeindruckt bin ich von einem langen engen Gang auf dessen Wänden Menschen in Lebensgröße abgebildet sind, die in einer endlos wirkenden Reihe nach Wasser anstehen.

Wir verlassen das Museum erst, als es schließt und verbringen eine letzte Nacht in Chalon-sur-Saone. Unser nächstes Ziel ist Alesia.

Von den prähistorischen Malereien in Lascaux zum mittelalterlichen Aubazines

Wir verlassen den schönen Platz in St. Leon-sur-Vézere am Nachmittag und fahren die wenigen Kilomenter nach Montignac. Dort gibt es einen Wohnmobilplatz direkt neben der Altstadt. Die vielen Gässchen, Brücken und ein Weg am Fluss laden zum Spazierengehen ein. Am nächsten Mittag steige ich auf den Hügel zu den Höhlen von Lascaux, die 1940 von vier Jugendlichen entdeckt worden sind. Seit 1963 sind die Original-Höhlen für Besucher geschlossen, da deren Atem Schimmelbefall auf den Zeichnungen verursachte. 1983 wurde in einem nahe gelegenen Steinbruch eine Kopie der wichtigsten Räume und Malereien für Besucher geöffnet und ich nehme an einer Führung in deutscher Sprache teil. Die Führerin macht zwischen ihren Erklärungen immer wieder Pausen in denen man die wunderschönen Bilder einfach auf sich wirken lassen könnte, wenn nicht einige Touristen diese Zeiten für lautstarke Übersetzungen in das Niederländische nutzen würden… Schade! Soweit es möglich ist, bleibe ich hinter den anderen Menschen zurück und genieße die Atmosphäre und den Blick auf die ausdrucksstarken Bilder. Unter dem folgenden Link findet Ihr ein paar Bilder und weitere Informationen:

http://www.lascaux-dordogne.com/en/lascaux-cave

Am Fusse des Hügels gehe ich auf dem Rückweg an einer Riesenbaustelle vorbei. Hier entsteht mit Lascaux IV eine komplette Rekonstruktion der gesamten Höhle, damit noch mehr Besucher empfangen werden können.

Wir verlassen Montignac und fahren noch bis Aubazine, wo wir in einer Seitenstraße übernachten. Der nächste Morgen lockt mit Sonnenschein und ich mache mit mit Spike auf eine Wanderung.

10.5.2016 Der Mühlenweg in Aubazines
10.5.2016 Der Mühlenweg in Aubazines
10.5.2016 Blick in die Landschafft bei Aubazines
10.5.2016 Blick in die Landschafft bei Aubazines
10.5.2016 Wasserfalll des Coyroux in Aubazines
10.5.2016 Wasserfalll des Coyroux in Aubazines

Einige Tage später lese ich, dass Coco Canel ihre Kindheit in einem Waisenhaus in Aubazines verbracht hat, wodurch das Örtchen immer mal wieder in die Schlagzeilen der Presse geriet.

10.5.2016 Ruine des Nonnenklosters in Aubazines
10.5.2016 Ruine des Nonnenklosters in Aubazines

Nachmittags fahren weiter gen Nordosten, übernachten auf einem Parkplatz neben der Landstraße und erreichen einen Tag später Gelles, wo wir im Regen zwei Nächte auf dem Camping Municipal verbringen  und das blaue Auto  nur zu kurzen, regennassen Spaziergängen mit Spike verlassen.  Den Plan, den Puy de Dome zu besteigen, verwerfen wir wegen des Wetters und fahren über Clermont-Ferrand weiter.

14.5.2016 Blick auf die schwarze Kathedrale von Clermont-Ferrand
14.5.2016 Blick auf die schwarze Kathedrale von Clermont-Ferrand

Die riesige schwarze Kathedrale, die wir von einem Aussichtsplatz aus sehen, beeindruckt Torge sehr jedoch können wir uns bei dem Wetter und angesichts des brandenden Verkehrs nicht zu einem Ausflug in die Innenstadt durchringen und fahren weiter. Die nächste Nacht verbringen auf einem Rasthof vor Lapalisse, etwas unruhig, da wir uns sinnvollerweise zu den Kühl-LKW gestellt haben, deren Motoren die ganze Nacht laufen….

Wir steuern am nächsten Vormittag einen Supermarkt an, wo wir trotz des Feiertags in 18 kg Maschinen unsere gesamte Wäsche in anderthalb Stunden waschen und trocknen können.

15.5.2016 Waschtag
15.5.2016 Waschtag

Nachdem alles wieder in den Schränken verstaut ist, machen wir uns auf den Weg nach Chalon-sur-Saone.

An und auf der Vezére

Von Le Teich geht es mit einem Übenachtungsstopp in Miramont und einer morgendlichen Fahrradtour am Lac du Saut du Loup weiter.  Am späten Sonntag Abend fahren wir von Bergerac noch ein Stück die Dordogne hinauf bis nach Lalinde. Vor einem Supermarkt übernachten wir und hoffen auf frisches Baguette am nächsten Morgen. Fehlanzeige, denn hier ist heute Inventur und der Laden geschlossen. So machen Spike und ich schon einen längeren Morgenspaziergang und finden eine Boulongerie Artisanal, wo es sogar richtiges Schwarzbrot gibt. Auch mal wieder lecker! Danach machen wir eine Radtour entlang des Dordogne Kanals, Spike kann rennen und größere Steigungen gibt es ja an einem Kanal auch nicht. also sehr bequem.

2.5.16 Radtour am Canal du dordogne bei Lalinde
2.5.16 Radtour am Canal du dordogne bei Lalinde

Wir fahren  weiter die Dordogne hoch und biegen ins Tal der Vezére ab. Wir stehen auf einem tollen, kleinen Camping Municipal, also bezahlbar,  direkt am Fluss.

2. - 8.5.16 Stellplatz an der Vezére in St. Leon sur Vezére
2. – 8.5.16 Stellplatz an der Vezére in St. Leon sur Vezére

Die ersten 2 Tage ist es ganz leer. dann wird es etwas voller, denn auch in Frankreich ist Himmelfahrt ein Feiertag.  Am Dienstag geht es per Fahrrad zu zur Höhlenanlage „Roque de Saint Christophe“, die von den ersten Menschen bis in das Mittelalter bewohnt gewesen ist und immer weiter ausgebaut wurde.

3.5.16 Die Höhlenanlage vom Roque de Saint Christophe hoch über der Vezére
3.5.16 Die Höhlenanlage vom Roque de Saint Christophe hoch über der Vezére

Das ist sehr spannend, bsonders weil auch einige Lastenkräne etc. gezeigt werden.

3.5.16 Nachbauten mittelalterlicher Kräne
3.5.16 Nachbauten mittelalterlicher Kräne

Die Radtour hat es auch schon in sich, denn die Gegend ist recht hügelig…
Bei der Touristeninformation und den Kanu-Verleihs erkundige ich mich nach den Preisen, um ein Kanu zu mieten,  aber 56 € für die Strecke vo 30 km und dann nur mit Übernachtung hier bei einer Kanustation, haben uns veranlasst, am Dienstagabend doch mal probezupacken und wir können tatsächlich alles, also Zelt, 2 x Schlafsack und Isomatte, Wechselklamotten, Verpflegung, Spike samt Napf, Leine, Spielzeug und Hundefutter und dann natürlich noch uns beide im Schlauchboot verstauen, jedenfalls an Land.

3.5.16 Probesitzen an Land - erstmal nur Torge und Spike aber gleich packen wir unser Gepäck dazu...
3.5.16 Probesitzen an Land – erstmal nur Torge und Spike aber gleich packen wir unser Gepäck dazu…

Mittwochmorgen geht es dann sehr motiviert und für unsere Verhältnisse recht früh los. Das blaue Auto dürfen wir unentgeldlich auf dem Campingplatz stehen lassen und für den Rückweg sollen wir die Kanu-Verleihe ansprechen, die uns für 10 € wieder mit raufnehmen würden, sagt uns die nette Dame vom Touristenbüro noch, wünscht noch viel Spaß und na klar, würden wir eine Insel finden, zum darauf übernachten.

4.5.16 Die ersten Meter auf der Vezére
4.5.16 Die ersten Meter auf der Vezére

Das nenne ich mal Service! Das Einsteigen mit Spike ist schon lustig, denn so richtig begeistert ist er nicht. Die Aussicht, allein zurück zu bleiben ist aber wohl noch schlimmer und so hüpft er zu uns ins Boot. Jedenfalls mit den Vorderpfoten. Die Hinterbeine stehen noch am Ufer und der Abstand wird immer größer, und größer und größer…. Nein, wir kippen nicht um, nur Spike landet im Wasser und wir müssen lachen. Er klettert wieder ans Ufer und schüttelt sich erstmal und dann sieht es so aus als ob er grinsen würde…  Zum Glück scheint die Sonne, so dass die Dusche nicht so schlimm ist. Beim zweiten Versuch klappt es besser und der Hund sitzt aufrecht in der Mitte. Ich sitze ziemlich hoch auf dem wasserdichten Sack mit meiner Isomatte und dem Schlafsack. Hinter mir ragen Torges Schlafsack und Isomatte, meine Wechselklamotten und das Zelt etwas in die Höhe, so dass ich was zum Anlehen habe. Etwas schaukelig das ganze, aber ich kann wenigstens etwas sehen. Die mittlere Rückenlehne bauen wir später aus,  ganz im Bug stehen die Fahrradtaschen mit der Verpflegung und Spikes Futter, an die Torge sich rückwärts sitzend anlehnt und mitten zwischen uns – den meisten Platz beanspruchend – sitzt der Hund. Torges Paddel haben wir dann mehr oder weniger nur zur Dekoration mit, denn er fährt ja nun rückwärts –  aber das passt schon.

5.5.16 Traumhafte Flusslandschaft der Vezére
5.5.16 Traumhafte Flusslandschaft der Vezére

Die Vezére fließt recht schnell, etwa 5-6 km/h und sehr kurvig durch die Gegend und ist einfach herrlich schön. Über uns kreisen die Raubvögel und neben uns gackeren die Enten, was den Hund am ersten Tag noch etwas aufregt. Immer wieder muss er sich aufsetzten und gucken, oft sogar hinstellen und dann beim Wieder-Hinsetzen meist mit dem Po auf den Rand, was unweigerlich zu Wassereinbruch führt. Wir haben also viel Spaß! Nach einer knappen Stunde laufen wir die erste Insel für eine Mittagspause an.

 

3.5.16 Die Vezére vom Roque de Saint Christophe aus gesehen
3.5.16 Die Vezére vom Roque de Saint Christophe aus gesehen. „unsere“ erste Insel liegt direkt hinter der Brücke

Da sind Hund und Kind aber glücklich und nehmen das Eiland in Besitz. Viel Gestrüpp und viele Brennnesseln aber das stört sie weniger als mich! Mühselig kann ich sie nach 2 Std. Pause überzeugen, doch noch ein Stückchen weiter zu fahren und später eine andere Insel zum Übernachten anzulaufen – wir haben noch nicht mal Nachmittag, schätze ich, denn eine Uhr haben wir natürlich nicht dabei. Von hier flußabwärts reiht sich ein Cliff an das nächste und wir sehen bestimmt 5  Höhlen-Wohn-Verteidigungs-Anlagen, meist aus dem Mittelalter.

5.5.16 Höhlen an der Vezére
5.5.16 Höhlen an der Vezére

Da wo die Menschen sich nicht niedergelassen haben, nisten die Vögel an steilen Hängen. Gegen Nachmittag hat sich auch Spike an das Boot fahren gewöhnt oder er ist so erschöpft von der Aufregung, dass er sich hinlegt und schläft. Ich könnte stundenlang so weiterpaddeln aber Torge wird irgendwann ungeduldig, vor allem als die Inseln rar werden. Endlich finden wir doch noch eine, pefekt geeignetzum Anlanden und Zelten. Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Wir schleppen das Gepäck und das Boot hoch auf eine Anhöhe und bauen das Zelt auf.

4.5.16 Zeltlager auf einer einsamen Insel in der Vezére
4.5.16 Zeltlager auf einer einsamen Insel in der Vezére

Ich bin todmüde von der Anstrengung und mache erstmal ein Nickerchen während Torge und Spike über die Insel streifen und Torge anfängt einen Anlegesteg zu bauen. Später essen wir unser Müsli, machen Lagerfeuer und braten uns Bananen für die wir sogar noch Schokolade dabei haben.

4.5.16 Lagerfeuer auf der Flussinsel
4.5.16 Lagerfeuer auf der Flussinsel

Torge ist ganz ausgeglichen und zufrieden, zu seinem Glück fehlt nur ein Freund, der etwas mehr Elan beim Höhlen, Stege, Dämme oder ähnliches bauen zeigen würde, als ausgerechnet Mama. Insgeheim denke ich, dass es auch gut, richtig und wichtig ist, dass er bald wieder unter andere Kinder bzw. Jugendliche kommt. Abends kuscheln wir uns in unsere Schlafsäcke, Torges reicht gerade eben noch bis zu den Schultern, klönen noch kurz und schlafen dann beide schnell ein.

4.5.16 Kurz vor dem Einschlafen....
4.5.16 Kurz vor dem Einschlafen….

Spike – nach den Erfahrungen im Erg Chebbi, als wir zu dritt im Zelt schlafen wollten, draußen angebunden – protestiert noch ein bisschen gegen diese Ungerechtigkeit und legt sich dann auf unsere Schwimmwesten und schläft auch ein. Der nächste Morgen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein. wir machen das Feuer wieder an, denn außer Müsli gibt es nur noch 2 Bananen, die Torge wieder mit Schokolade füllt und zum Frühstück verspeist.

5.5.16 Gebratene Bananen zum Frühstück - sehr lecker!!
5.5.16 Gebratene Bananen zum Frühstück – sehr lecker!!
5.5.16 So ein Schlauchboot ist auch zum Frühstücken sehr beqem!
5.5.16 So ein Schlauchboot ist auch zum Frühstücken sehr beqem!

Kurz überlegen wir, ganz auf diese Insel zu ziehen oder wenigstens den ganzen Tag hierzubleiben aber dann fällt Torge zum Glück ein, dass das ohne Freund doch langweilig werden würde. So packen wir irgendwann wieder zusammen und laden ein.

5.5.16 Kurz vor dem Start von unserer Insel
5.5.16 Kurz vor dem Start von unserer Insel

Spike steigt diesmal völlig routiniert ein und legt sich auch gleich hin, den Kopf auf meine Füße, die Augen geschlossen. Hat er jemals etwas anderes getan, als Boot zu fahren?

5.5.16 Spike interessiert sich nicht so für die Höhlenanlagen hoch über der Vezére
5.5.16 Spike interessiert sich nicht so für die Höhlenanlagen hoch über der Vezére

Nach etwa einer Stunde weiterer fantastischer Ausblicke, erreichen wir die Brücke von Les Eyzies, wo es mehrere Kanustationen gibt. Bei der dritten haben wir Glück: Ja wir können mitfahren, jetzt sofort und schon nach wenigen Minuten sitzen wir ein einem Bus, unser Boot ist auf dem Anhänger verstaut und wir rasen mit völlig ungewohnter Geschwindigkeit zurück nach Saint Leon. Unterwegs wird noch eine Familie samt Booten abgesetzt, dann fährt uns der nette Kanuguide direkt vor unser blaues Auto und hat unser Boot schneller abgeladen, als Torge den Hund ausladen und festbinden kann. Nun noch unser vieles Gepack und wieder weg ist er. Und ich bin froh, für 10,- €  das Umsetzen mit dem eigenen Auto gespart zu haben. Eine Viertelstunde später sitzen wir mit einer kalten Cola, Schafskäse und dem letzten halben Baguette aus dem kleinen Laden im Ort am Fluss, blicken auf das Wasser und die gegenüber fliegenden Gleitschirme und hängen unseren Gedanken nach.  Schön war es, auch wenn uns das praktische aber aprupte Ende unserer Tour etwas aus dem Konzept gebracht hat. Wenn das richtige Leben wieder in so einem Tempo ablaufen muss, werden wir uns aber sehr umgewöhnen müssen…. Darum verbringen wir den nächsten Tag auch chillig am Campingplatz und machen nur wenige nette Spaziergänge und -fahrten in den kleinen Ort  und am Fluss entlang und fotografieren viel.

7.5.16 Die Kirche von Saint Leon sur Vezére
6.5.16 Die Kirche von Saint Leon sur Vezére
7.5.16 Blick über den Fluss auf das mittelalterliche Städtchen
6.5.16 Blick über den Fluss auf das mittelalterliche Städtchen
6.5.16 Straßenszene in St. Leon sur Vezére
6.5.16 Straßenszene in St. Leon sur Vezére

Samstag lockt uns das Prähistorische Informationszentrum  Le Thot – Espace Cro-Magnon zu einer Radtour. 4 km die Vezére aufwärts sollten ja trotz der vielen Hügel zu schaffen sein. Was nur alle vergessen haben, auf Schildern und dem Prospekt zu vermerken, ist die Tatsache, dass die Zufahrt noch über einen Kilometer weit steil den Berg hinaufführt und außer uns vermutlich noch nie jemand den Versuch unternommen hat, das per Fahrrad zu bewältigen, Torge flucht und schimpft, Spike hechelt und ich bin abwechselnd rot und blass als wir endllich oben ankommen. Wir schauen uns die nett gemachte Ausstellung an. Auch hier werden Kopien von Bildern aus Lascaux gezeigt, mit Schwarzlicht wunderschön ins Bild gesetzt und dazu Szenen aus dem Leben der Cro Magnon Menschen. Dazu gehört ein Tierpark, der einige Nachfahren der prähistorischen Tiere zeigt.

7.5.16 Aug' in Aug' mit Spike, der vor Aufregung richtig zitterlt aber brav sitzen bleibt
7.5.16 Aug‘ in Aug‘ mit Spike, der vor Aufregung richtig zitterlt aber brav sitzen bleibt

So sehen wir Aurochsen, Bisons, Hirsche, Steinböcke und sogar Skudden. also Schafe, wie sie auch zuhause in Hohenfelde in unserem Garten laufen.

7.5.16 Skudden im Wildpark Le Thot
7.5.16 Skudden im Wildpark Le Thot

Am Ende besuchen wir Animation bei der ein Mammutbaby, seine Mutter und ein Wollnashorn mitten unter uns weilen. Sehr cool gemacht! Leider sind die Sequenzen nur kurz und die längeren Erklärungen dazu nur in französischer Sprache, so dass ich nur ein bisschen für Torge übersetzen kann. Die Rückfahrt geht erwartungsgemäß schnell – eben meistens bergab und wir verbringen einen letzten sonnigen Abend hier am Fluss. Morgen geht es weiter nach Montignac und zur Höhle Lascaux II.

Die Atlantikküste bis zur Dune du Pilat

Wir bleiben insgesamt 8 Nächt in Vieux Boucau auf dem Wohnmobilplatz am See.

16. - 24.4.2016 Das Blaue Auto fällt irgendwie schon auf zwischen all den weißen Wohnmobilen
16. – 24.4.2016 Das Blaue Auto fällt irgendwie schon auf zwischen all den weißen Wohnmobilen

Hinter uns fließt ein Salzwasserstrom, der einen anderen Etang mit dem Meer verbindet und vor uns liegt der See.

18. - 24.4.2016 Salzwasserstrom hinter dem Platz und unserem Auto
18. – 24.4.2016 Salzwasserstrom hinter dem Platz und unserem Auto
18. - 24.4.2016 Blick über den Womoplatz zum See
18. – 24.4.2016 Blick über den Womoplatz zum See

 

Wir erkunden die Umgebung zu Fuß und per Rad.

22.4.2016 Gute Radwege führen durch den schönen Wald von Landes
22.4.2016 Gute Radwege führen durch den schönen Wald von Landes
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22.4.2016 Torge ist auch gern mal abeits der Wege unterwegs

Ins Soustons besuchen wir Herrn Mitterand.

22.4.2016 Bronze Denkmal von Herrn Mitterand in Soustaons
22.4.2016 Bronze Denkmal von Herrn Mitterand in Soustaons

Und Spike macht Bekanntschaft mit einer Hündin.

22.4.2016 Spike findet die Bronzefigur eher langweilig
22.4.2016 Spike findet die Bronzefigur eher langweilig

Am Montag brechen wir wieder auf und fahren einige Kilometer weiter, um uns ein Naturreservat anzusehen. Die kleine Ausstellung am Eingang ist nett gemacht – wenn nur mein Französisch etwas besser wäre… Leider gibt es keine Informationen in anderen Sprachen und dann sind noch alle Wanderwege am Strom entlang auch für angeleinte Hunde gesperrt, so dass wir nicht lange bleiben.

25.4.2016 Das Blaue Auto fährt gerade vom Nachtplatz an der Einsatzstelle der La Palue.
25.4.2016 Nachtplatz an der Einsatzstelle der La Palue. Hier laden wir gerade mein Fahrrad wieder auf und stehen darum so schräg am Rand.

Wir suchen uns einen Nachtplatz an der Einsatzstelle des Flüsschens La Palue, wo wir mit Spike herrliche Waldspaziergänge machen und uns den Fluss von mehreren Brücken aus ansehen.

25.4.2016 Einsatzstelle an der La Palue
25.4.2016 Einsatzstelle an der La Palue

Wir beschließen ohne Spike und nur mit den Kajaks anstatt mit dem Schlauchboot zu fahren.  Zunächst versetze ich am nächsten Morgen das Auto 8 km zurück an die Aussatzstelle und fahre mit dem Rad wieder hinauf. Torge hat bei und mit den Booten oben gewartet. Wir setzen ein und paddeln einen kleinen kurvigen Bach mit vielen Baumhindernissen, einigen engen Durchfahrten und mit schönen Schwällen – viel zu wenige aus Torges Sicht!.

25.4.2016 La Palue: " Grün, grün, grün ist alles, was ich sehe..."
25.4.2016 La Palue: “ Grün, grün, grün ist alles, was ich sehe…“

Die Sonne scheint durch das grüne Blätterdach, das unglaublich viele verschiedene Grüns zeigt. Viel Sonnenlicht kommt unten bei uns allerdings nicht an. Absterbende oder tote Bäume sind mit tief herabhängendem  Efeu, mit Brombeeren oder Schlingpflanzen bewachsen, durch die wir uns manchmal, wie durch einen Vorhang schieben.  Ich werde wieder daran erinnert, dass mein Boot nicht dicht ist und muss unterwegs mehrmals ausleeren, was uns die Gelegenheit zu einer Pause und zum Aufwärmen  in der Sonne gibt.  Nach 2 Stunden – genau bevor uns beiden richtig kalt ist – erreichen wir die Aussatzstelle, schleppen die Boote zum 300 m entfernt geparkten Auto und erlösen Spike vom Warten. In die Decken gekuschelt und mit einem heißen Kakao wärmen wir uns wieder auf bevor es an das Aufladen geht. Den Abend verbringen wir mit Burgern und wifi vor einem bekannten Fastfoodrestaurant und stellen uns für die Nacht vor einen großen Supermarkt mit 24/7 Waschcenter, das ich auch früh am nächsten Morgen nutze. Waschmaschine und Trockner, die 18 kg fassen und in weniger als anderthalb Stunden alles waschen und trocknen sind schon praktisch! In Arjuzanx besuchen wir ein weiteres Naturreservat – diesmal darf Spike auch mit uns an einem wunderschönen See spazierengehen. In der dazugehörigen Ausstellung erfahren wir, dass es sich um eine renaturierte Tagebaugrube aus dem Kohlebergbau handelt, die vor 40 Jahren stillgelegt und vor 30 Jahren in ein riesiges Biotop umgewandelt wurde. Anhand von Filmen,  Fotos und Modellen  ist die Entwicklung sehr deutlich und interessant dokumentiert. Zugvögel, wie z.B. Reiher nutzen diesen See als Rastplatz auf ihrer Reise allerdings sind sie in diesem Jahr schon wieder fort. Torge beeindruckt am meisten, dass es hier sogar Schildkröten geben soll. Wir sehen allerdings kein Exemplar sondern nur eine Eidechse.  Wir  fahren weiter zum See von Biscarrosse, wo wir einen edlen Campingplatz anlaufen um endlich mal wieder richtig zu duschen. Es gibt sogar jetzt im April Animation und Torge, der mit seinem Rad auf der Suche nach anderen Kindern über den Platz fährt, kommt etwas irritiert zurück und sagt: „Mama, da sind lauter Kinder, die wackeln zur Musik mit dem Popo!“ Das ist ja nicht so unsere Welt…

Am nächsten Morgen mache ich mit Spike einen langen Spaziergang am wieder wunderschönen See entlang und entdecke wieder einen tollen Womoplatz.  Naja, für das nächste Mal!

Wir fahren weiter in den Ort und verbringen den Nachmittag im Wasserflugzeugmuseum von Biscarrosse, das wirklich sehenswert ist.  An der Rezeption bekommen wir eine Mappe mit Erklärungen in deutscher Sprache ausgehändigt und dann vertiefen wir uns in die vielen Bilder, Dokumente, Modelle, Karten, und anderen Ausstellungsstücke.

27.4.2016 Modell einer gewagten Konstruktion im Wsserflugzeugmuseum Biscarrosse
27.4.2016 Modell einer gewagten Konstruktion im Wsserflugzeugmuseum Biscarrosse
27.4.2016 Im Wasserflugzeugmuseum von Biscarrosse
27.4.2016 Im Wasserflugzeugmuseum von Biscarrosse

Am Ende bewundern wir in der Halle viele echte Flieger.

27.4.2016 Nachbau eines der ersten Wasserflugzeuge
27.4.2016 Nachbau eines der ersten Wasserflugzeuge

Besonders fasziniert mich, dass wir hier wieder auf Antoine de Saint-Exupery treffen, der als französischer Pilot auch hier gearbeitet hat und dessen schönes Geschichte vom kleinen Prinzen wir am Entstehungsort in Tarfaya/Marokko gehört haben.

Unser nächstes Ziel ist die Düne Pilat bei Arcachon. Es ist schon dunkel, als wir dort vorbeifahren und erstmal keinen Übernachtungsplatz finden. Erst mitten in La Teste können wir uns auf einen großen Parkplatz stellen. Und zwar direkt neben eine Baustelle auf der früh am nächsten Morgen große Baumaschinen mit entsprechendem Lärm verladen werden. Na gut – da bin ich wenigsten früh auf…. Auf dem Weg zurück zur Düne hole ich uns frisches Brot und jetzt mit Licht finden wir einen netten Waldparkplatz nur etwa 400 m vom großen und teuren Touristenparkplatz. Torge kommt heute morgen nicht aus den Federn und so mache ich mich nach einem Kaffee mit Spike das erste Mal auf den Weg zur Düne. Ein Pfad – zu Anfang reichlich vermüllt – führt in vielen Kurven durch den schönen Wald.28.4.2016 Waldweg auf dem Weg zur Düne

28.4.2016 Waldweg auf dem Weg zur Düne

Ich höre Gejohle, kann  aber niemanden sehen. Noch eine Kurve und dann stehe ich vor einer Wand aus Sand. Steil ragt die Düne vor mir empor.

28.4.2016 Abgestorbenen und schräg stehende Bäume an der Dune du Pilat
28.4.2016 Abgestorbenen und schräg stehende Bäume an der Dune du Pilat

Abgestorbene Bäume beweisen, dass sie tatsächlich wandern und in zweiter Reihe stehen die Bäume vom Druck des Sandes schon schräg. Man kann die Kraft der Sandmassen förmlich spüren.

Ich erklimme einen Dünenkamm, das Geschrei wird lauter,  und dann noch einen. Jetzt erst kann ich die Urheber des Lärms sehen. Oben auf der höchsten Kuppe, die vom Parkplatz über eine Treppe erreichbar ist, vergnügen sich schon etwa 100 Menschen. Dort zieht es mich nicht hin. Spike und ich halten uns rechts und können auch von hier den herrlichen Ausblick genießen. Zurück am Auto frühstücken wir erstmal richtig und dann machen Torge, Spike und ich die gleiche Tour noch einmal. Inzwischen sind sicher 200-300 Menschen auf der Düne unterwegs. Lehrer versuchen Schulkinder daran zu hindern, unkontrolliert den Hang hinunterzutoben (was Torge an seine eigenen Schulausflüge erinnert) und französische Rentner und Familien führen ihre Mini-Hunde aus. Auch diesmal lockt es uns nicht, weiter hinauf zu steigen und wir halten uns abseits und toben mit Spke im Sand.

28.4.2016 Sandspiele an de rDüne Pilat
28.4.2016 Sandspiele an de rDüne Pilat

Erst abends um acht als wir zum dritten Mal heraufsteigen hat es sich so weit geleert, dass wir auch den höchsten Dünenkamm erklimmen mögen und die ganze Dimension der Düne überblicken. Die Sonne sinkt schon Richtung Meer und das Licht ist sehr schön. Wir genießen die erhabene Stimmung und erinnern uns an „unsere“ ganz einsamen Dünen in Marokko.

28.4.2016 Abendstimmung an der Dune du Pilat
28.4.2016 Abendstimmung an der Dune du Pilat

Wir übernachten noch einmal in La Teste und fahren am nächsten Morgen weiter nach Le Teich am hinteren Ende des Beckens von Arcachon. Hier gibt es einen ornithologischen Park in dem man viele Vögel beobachten kann. Leider wird es schon recht voll und als wir hineingehen, geraten wir zwischen 2 Schulklassen und den dazugehörigen Lärm. Der Rundweg ist sehr schön angelegt und bietet viele versteckte Hütten, von denen aus man die Vögel beobachten kann.  Torge kehrt nach der Hälfte um, weil ihm durch die anderen Besucher die nötige Ruhe zum Beobachten oft fehlt. Ich nehme an einer Abzweigung einen anderen Weg als die meisten und bin über 4 Stunden unterwegs und ganz begeistert. Hier ein paar Eindrücke:

29.4.2016 Storchennester in Le Teich
29.4.2016 Storchennester in Le Teich
29.4.2016 Ein Graureiher im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Ein Graureiher im Vogelpark Le Teich
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29.4.2016 Wasserlandschaft im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Ein Specht füttert seine Jungen im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Ein Specht füttert seine Jungen im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Möwenkolonie im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Möwenkolonie im Vogelpark Le Teich

Und auf dem Rückweg eine Begegnung der besonderen Art….

29.4.2016 Diese Dame mit ihren beiden Jungen futterte sich durch das Gras am Wegesrand und ließ sich von mir gar nicht stören
29.4.2016 Diese Dame mit ihren beiden Jungen futterte sich durch das Gras am Wegesrand und ließ sich von mir gar nicht stören

Direkt vor dem Vogelpark gibt es einen kostenlosen Stellplatz mit WC, Wasser und Entsorgung am Yachthafen und so bleiben wir über Nacht hier stehen.

Der heutige Morgen empfängt uns mit Sturm und Regen – eine prima Gelegenheit, den blog zu aktualisieren!

Nachher wollen wir weiter Richtung der Höhlen von Lauscaux II, wo es prähistorische Felsmalereinen zu bestaunen gibt.

 

Canal du Midi, Carcassonne, durch die Corbiers und dann nach Barcelona

]Wir starten mittags vom praktischen aber nicht sehr idyllischen Wohnmobilstellplatz in Marseillan Plage und fahren an der Küste entlang Richtung Westen. Gern würden wir noch ein oder 2 Tage am direkt Meer stehen aber das läßt sich nicht realisieren. Wir passieren einen geschlossenen Campingplatz nach dem anderen und alle anderen Zugänge zum Strand sind mit Schranken in 2 m Höhe gesperrt. Schließlich sehen wir doch noch einen Platz, wo Boule gespielt wird und Menschen zu sehen sind. Aber auch das waren nur Handwerker und die älteren Männer aus der Nachbarschaft. Auf unsere Frage hin, dürfen wir aber über Nacht bleiben und stehen nett unter Palmen hinter einem sicheren Tor. Der Patron entschuldigt sich mehrfach bei uns, da er wegen der Sicherheitslage einmal in unseren Koffer blicken möchte und ist sichtlich erleichtert, als er nur in unsere Unordnung guckt und nicht verdächtiges bemerkt. Abends spielen wir auch noch eine Runde Boule und schlafen ansonsten gut, da dieser Platz -im Gegensatz zur letzten Nacht- keinen Verkehrslärm bietet. Als die Handwerker morgens um 8 das Tor wieder geöffnet bekommen, fahre auch ich weiter in Richtung Carcassonne. Nach 30 km halte ich in Capestang  auf einem großen Lidl Parkplatz und nach dem Frühstück laden wir die Räder ab und starten zu unserer Radtour am Canal du Midi entlang. Der Radweg führt die allermeiste Zeit direkt am Canal entlang, so das Spike ohne Leine laufen kann.

2.12.2015 Canal du Midi mit den berühmten Platanen
2.12.2015 Canal du Midi mit den berühmten Platanen

Wir sehen sowohl die alten Bäume, abgeholzte Stümpfe als auch Neuanpflanzungen.

2.12.2015 Abgeholzte Platane - eine Krankheit rafft die alten Bäume dahin
2.12.2015 Abgeholzte Platane – eine Krankheit rafft die alten Bäume dahin

Besonders gut gefallen uns die vielen Hausboote, die wir überall treffen.

2.12.2015 Besonders schönes Hausboot auf dem Canal
2.12.2015 Besonders schönes Hausboot auf dem Canal
2.12.2015 Alle Details an diesem Schiff sind prachtvoll lackiert
2.12.2015 Alle Details an diesem Schiff sind prachtvoll lackiert

Uns begeistern die kleinen Dörfer und Städtchen mit den alten Brücken und Hafenanlagen. Für manche Hausboote gibt es sogar einen Briefkasten an Land und viele haben Blumenkästen an Deck und Tisch und Stühle am Ufer stehen.
Beeindruckend ist auch der Tunnel, den Torge und Spike durchwandern während ich lieber im hellen die Fahrräder bewache.

3.12.2015 Tunnel du Malpas
3.12.2015 Tunnel du Malpas

Schluss ist bei den alten Schleusen in Beziers, wo der Kanal außerdem auch noch den Fluss Orb überquert. Wir sind beeindruckt von der rund 300 Jahre alten Baukunst

3.12.2015 Die Schleusentreppe von Fonserannes
3.12.2015 Die Schleusentreppe von Fonserannes

Nach 18 km ist nicht nur der Hund platt und wir beschließen, mit dem Bus zurück zum Womo zu fahren und die Räder danach abzuholen. Da der Bus den Hund nicht mitnehmen will, müssen Torge und Spike fast 2 Stunden im Bahnhofscafé auf mich warten. Die Polizei hatte schon nachgefragt, was denn das Kind da alleine im Bahnhof macht, war aber mit Torges Antwort insoweit zufrieden, dass sie ihn nicht mitgenommen haben. Wir verbringen die Nacht an einem Platz am Kanal, den Torge auf der Radtour ausgemacht hatte. Der Lärm, den ein Tieflader ab 5 Uhr morgens verursacht, weil er ein Baufahrzeug anliefert, tut der sonst guten Nachtruhe keinen Abbruch, sorgt aber dafür, dass ich früh auf bin und weiter Richtung Carcassonne fahre. Waschi warnt uns telefonisch davor, nicht zu viele Souvenirs zu kaufen und als wir die mittelalterliche Stadt betreten, ist uns auch sogleich klar, was genau er meinte: Ein Touristenshop reiht sich an den nächsten. Dennoch ist die Burganlage ein tolles Erlebnis und jetzt im Winter sind nur wenig Touristen unterwegs. Die Größe und der Zustand sind beeindruckend und so wandern wir lange innerhalb und außerhalb der inneren Burgmauern herum und fotografieren viel.

3.12.2015 Carcassonne
3.12.2015 Carcassonne

Abends laufe ich noch einmal hinunter zur alten Brücke und in die Stadt, wo es auch schöne Gassen und nette Blicke auf die Burg gibt.

3.12.2015 Die alten Brücke von Carbassonne
3.12.2015 Die alten Brücke von Carbassonne

Am nächsten Morgen machen wir uns wieder auf gen Mittelmeer. Das Wetter ist trübe und es ist auch kühl. Dafür ist die Straße sehr schön und windet sich in vielen Kurven über die gar nicht so hohen Berge. Auf der Suche nach einem schönen Frühstücksplatz bleiben wir in einem der Dörfer fast stecken aber die Franzosen weisen uns hupend aber ansonsten freundlich den Weg aus den kleinen Gassen wieder heraus. Später sagt mir Torge, dass da auch ein Schild stand: Durchfahrt ab 3.5 t gesperrt….
In den Corbieren finden wir auf einer Anhöhe einen wunderschönen Picknickplatz mit Blick auf das Chateau du Agueres. Spontan machen wir noch eine Rast, sitzen in der Sonne, spielen, malen und zeichnen die kleine Burg in der schönen Landschaft.

4.12.2015 Chateau de Agueres
4.12.2015 Chateau de Agueres

Als es nachmittags kühl wird, packen wir alles wieder ein und fahren nach Collioures, wo ein Wohnmobilplatz sein soll. Wir finden diesen nach 2 Runden durch die enge kleine Stadt und mit Hilfe der Polizei dann doch noch. Dieses Städtchen ist definitiv zu eng für unser großes Fahrzeug und gleich am nächsten Morgen brechen wir wieder auf. Und noch einmal verführt uns ein Aussichtsplatz direkt an der Küste und oben am Berg zu einer tollen Unterbrechung.

5.12.2015 Mittelmeerküste vor der spansichen Grenze
5.12.2015 Mittelmeerküste vor der spansichen Grenze

Wir wandern runter an einen kleinen einsamen Strand, wobei wandern nur für den ersten Teil der Strecke das richtige Wort ist. Spike beweist seine Gebirgstauglichkeit und braucht beim Abstieg noch etwas Ermunterung und Hilfe, wohingegen er beim Aufstieg einfach hinauf hüpft, wo ich mühsam klettern muss.

5.12.2015 Wanderung hinunter zum Strand
5.12.2015 Wanderung hinunter zum Strand
5.12.2015 Von da oben kommen wir!
5.12.2015 Von da oben kommen wir!

Nach gut 2 Stunden sind wie wieder zurück am Auto. Die Straße weiter an der Küste entlang ist imposant und wunderschön und ich bin schweißgebadet vom Kurbeln als wir schließlich die Grenze nach Spanien überqueren und es gen Figueres endlich wieder flach und geradeaus geht. Es läuft so gut, dass ich gleich weiter nach Barcelona fahre, wo wir dann im 2. Anlauf auch endlich einen geöffneten Zeltplatz finden. Den nächsten Tag nutzen wir zum Aufräumen, für kleinere Reparaturen, zum Wäsche Waschen und Trocknen und zum Googeln, Mailen und Skypen.

6.12.2015 Torge repariert einen Platten am Hinterrad
6.12.2015 Torge repariert einen Platten am Hinterrad

Morgen soll es weiter Richtung Valencia gehen.

Wir genießen die Sonne und die Wärme am Mittelmeer

Freitagmittag laden uns Richard, der im Lager der Werkstatt arbeitet, und seine Frau Katie zum Mittagessen ein. Wir genießen die netten Gespräche und das leckere Essen. Vielen Dank, Ihr beiden! Katie ist so freundlich eine Maschine Wäsche für uns zu waschen und zu trocknen und versorgt uns mit Essen und Kuchen für die nächsten Tage. Am abend haben die Monteure die neue Kupplung fertig eingebaut. Eine Probefahrt zeigt, dass alles prima funktioniert. Wir übernachten ein letztes Mal im Industriegebiet, zahlen am nächsten Morgen die restliche Rechnung und brechen auf gen Süden. Das Wetter ist schauderhaft und so verbringen wir die nächsten Stunden damit, möglichst viele km zwischen uns und langweilige Woche vor der Werkstatt zu verbringen. Abends sind wir im Zentralmassiv am Lac du Naussac angekommen und die Wolkendecke reist auf. Wir finden einen schönen Stellplatz direkt am See und machen bei Eiseskälte noch einen schönen Spaziergang. Nachts genießen wir die Ruhe und schlafen – ohne den Verkehrslärm iim Industriegebiet – richtig gut. Auch der nächste Tag besteht hauptsächlich aus Fahrerei. Wir ändern den Plan und biegen direkt zum Mittelmeer ab. Und wir werden belohnt, denn nach Schnee und Regen, scheint hier die Sonne und es ist viel wärmer. Wir finden keinen geöffneten Zeltplatz, stehen aber bei Séte direkt am Strand. Torge macht Feuer und den Grill an und so verbringen wir den ersten Adventabend unter dem Sternenhimmel und sind einfach nur glücklich. Am Montag steuern wir einen Wohnmobilplatz in der Nähe von Agde an, um Wasser zu tanken etc. Unser nächstes Ziel heißt Carcassonne und der Canal du Midi.

30.11.2015 Torge und Spike spielen glücklich am Strand
30.11.2015 Torge und Spike spielen glücklich am Strand