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Die Atlantikküste bis zur Dune du Pilat

Wir bleiben insgesamt 8 Nächt in Vieux Boucau auf dem Wohnmobilplatz am See.

16. - 24.4.2016 Das Blaue Auto fällt irgendwie schon auf zwischen all den weißen Wohnmobilen
16. – 24.4.2016 Das Blaue Auto fällt irgendwie schon auf zwischen all den weißen Wohnmobilen

Hinter uns fließt ein Salzwasserstrom, der einen anderen Etang mit dem Meer verbindet und vor uns liegt der See.

18. - 24.4.2016 Salzwasserstrom hinter dem Platz und unserem Auto
18. – 24.4.2016 Salzwasserstrom hinter dem Platz und unserem Auto
18. - 24.4.2016 Blick über den Womoplatz zum See
18. – 24.4.2016 Blick über den Womoplatz zum See

 

Wir erkunden die Umgebung zu Fuß und per Rad.

22.4.2016 Gute Radwege führen durch den schönen Wald von Landes
22.4.2016 Gute Radwege führen durch den schönen Wald von Landes
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22.4.2016 Torge ist auch gern mal abeits der Wege unterwegs

Ins Soustons besuchen wir Herrn Mitterand.

22.4.2016 Bronze Denkmal von Herrn Mitterand in Soustaons
22.4.2016 Bronze Denkmal von Herrn Mitterand in Soustaons

Und Spike macht Bekanntschaft mit einer Hündin.

22.4.2016 Spike findet die Bronzefigur eher langweilig
22.4.2016 Spike findet die Bronzefigur eher langweilig

Am Montag brechen wir wieder auf und fahren einige Kilometer weiter, um uns ein Naturreservat anzusehen. Die kleine Ausstellung am Eingang ist nett gemacht – wenn nur mein Französisch etwas besser wäre… Leider gibt es keine Informationen in anderen Sprachen und dann sind noch alle Wanderwege am Strom entlang auch für angeleinte Hunde gesperrt, so dass wir nicht lange bleiben.

25.4.2016 Das Blaue Auto fährt gerade vom Nachtplatz an der Einsatzstelle der La Palue.
25.4.2016 Nachtplatz an der Einsatzstelle der La Palue. Hier laden wir gerade mein Fahrrad wieder auf und stehen darum so schräg am Rand.

Wir suchen uns einen Nachtplatz an der Einsatzstelle des Flüsschens La Palue, wo wir mit Spike herrliche Waldspaziergänge machen und uns den Fluss von mehreren Brücken aus ansehen.

25.4.2016 Einsatzstelle an der La Palue
25.4.2016 Einsatzstelle an der La Palue

Wir beschließen ohne Spike und nur mit den Kajaks anstatt mit dem Schlauchboot zu fahren.  Zunächst versetze ich am nächsten Morgen das Auto 8 km zurück an die Aussatzstelle und fahre mit dem Rad wieder hinauf. Torge hat bei und mit den Booten oben gewartet. Wir setzen ein und paddeln einen kleinen kurvigen Bach mit vielen Baumhindernissen, einigen engen Durchfahrten und mit schönen Schwällen – viel zu wenige aus Torges Sicht!.

25.4.2016 La Palue: " Grün, grün, grün ist alles, was ich sehe..."
25.4.2016 La Palue: “ Grün, grün, grün ist alles, was ich sehe…“

Die Sonne scheint durch das grüne Blätterdach, das unglaublich viele verschiedene Grüns zeigt. Viel Sonnenlicht kommt unten bei uns allerdings nicht an. Absterbende oder tote Bäume sind mit tief herabhängendem  Efeu, mit Brombeeren oder Schlingpflanzen bewachsen, durch die wir uns manchmal, wie durch einen Vorhang schieben.  Ich werde wieder daran erinnert, dass mein Boot nicht dicht ist und muss unterwegs mehrmals ausleeren, was uns die Gelegenheit zu einer Pause und zum Aufwärmen  in der Sonne gibt.  Nach 2 Stunden – genau bevor uns beiden richtig kalt ist – erreichen wir die Aussatzstelle, schleppen die Boote zum 300 m entfernt geparkten Auto und erlösen Spike vom Warten. In die Decken gekuschelt und mit einem heißen Kakao wärmen wir uns wieder auf bevor es an das Aufladen geht. Den Abend verbringen wir mit Burgern und wifi vor einem bekannten Fastfoodrestaurant und stellen uns für die Nacht vor einen großen Supermarkt mit 24/7 Waschcenter, das ich auch früh am nächsten Morgen nutze. Waschmaschine und Trockner, die 18 kg fassen und in weniger als anderthalb Stunden alles waschen und trocknen sind schon praktisch! In Arjuzanx besuchen wir ein weiteres Naturreservat – diesmal darf Spike auch mit uns an einem wunderschönen See spazierengehen. In der dazugehörigen Ausstellung erfahren wir, dass es sich um eine renaturierte Tagebaugrube aus dem Kohlebergbau handelt, die vor 40 Jahren stillgelegt und vor 30 Jahren in ein riesiges Biotop umgewandelt wurde. Anhand von Filmen,  Fotos und Modellen  ist die Entwicklung sehr deutlich und interessant dokumentiert. Zugvögel, wie z.B. Reiher nutzen diesen See als Rastplatz auf ihrer Reise allerdings sind sie in diesem Jahr schon wieder fort. Torge beeindruckt am meisten, dass es hier sogar Schildkröten geben soll. Wir sehen allerdings kein Exemplar sondern nur eine Eidechse.  Wir  fahren weiter zum See von Biscarrosse, wo wir einen edlen Campingplatz anlaufen um endlich mal wieder richtig zu duschen. Es gibt sogar jetzt im April Animation und Torge, der mit seinem Rad auf der Suche nach anderen Kindern über den Platz fährt, kommt etwas irritiert zurück und sagt: „Mama, da sind lauter Kinder, die wackeln zur Musik mit dem Popo!“ Das ist ja nicht so unsere Welt…

Am nächsten Morgen mache ich mit Spike einen langen Spaziergang am wieder wunderschönen See entlang und entdecke wieder einen tollen Womoplatz.  Naja, für das nächste Mal!

Wir fahren weiter in den Ort und verbringen den Nachmittag im Wasserflugzeugmuseum von Biscarrosse, das wirklich sehenswert ist.  An der Rezeption bekommen wir eine Mappe mit Erklärungen in deutscher Sprache ausgehändigt und dann vertiefen wir uns in die vielen Bilder, Dokumente, Modelle, Karten, und anderen Ausstellungsstücke.

27.4.2016 Modell einer gewagten Konstruktion im Wsserflugzeugmuseum Biscarrosse
27.4.2016 Modell einer gewagten Konstruktion im Wsserflugzeugmuseum Biscarrosse
27.4.2016 Im Wasserflugzeugmuseum von Biscarrosse
27.4.2016 Im Wasserflugzeugmuseum von Biscarrosse

Am Ende bewundern wir in der Halle viele echte Flieger.

27.4.2016 Nachbau eines der ersten Wasserflugzeuge
27.4.2016 Nachbau eines der ersten Wasserflugzeuge

Besonders fasziniert mich, dass wir hier wieder auf Antoine de Saint-Exupery treffen, der als französischer Pilot auch hier gearbeitet hat und dessen schönes Geschichte vom kleinen Prinzen wir am Entstehungsort in Tarfaya/Marokko gehört haben.

Unser nächstes Ziel ist die Düne Pilat bei Arcachon. Es ist schon dunkel, als wir dort vorbeifahren und erstmal keinen Übernachtungsplatz finden. Erst mitten in La Teste können wir uns auf einen großen Parkplatz stellen. Und zwar direkt neben eine Baustelle auf der früh am nächsten Morgen große Baumaschinen mit entsprechendem Lärm verladen werden. Na gut – da bin ich wenigsten früh auf…. Auf dem Weg zurück zur Düne hole ich uns frisches Brot und jetzt mit Licht finden wir einen netten Waldparkplatz nur etwa 400 m vom großen und teuren Touristenparkplatz. Torge kommt heute morgen nicht aus den Federn und so mache ich mich nach einem Kaffee mit Spike das erste Mal auf den Weg zur Düne. Ein Pfad – zu Anfang reichlich vermüllt – führt in vielen Kurven durch den schönen Wald.28.4.2016 Waldweg auf dem Weg zur Düne

28.4.2016 Waldweg auf dem Weg zur Düne

Ich höre Gejohle, kann  aber niemanden sehen. Noch eine Kurve und dann stehe ich vor einer Wand aus Sand. Steil ragt die Düne vor mir empor.

28.4.2016 Abgestorbenen und schräg stehende Bäume an der Dune du Pilat
28.4.2016 Abgestorbenen und schräg stehende Bäume an der Dune du Pilat

Abgestorbene Bäume beweisen, dass sie tatsächlich wandern und in zweiter Reihe stehen die Bäume vom Druck des Sandes schon schräg. Man kann die Kraft der Sandmassen förmlich spüren.

Ich erklimme einen Dünenkamm, das Geschrei wird lauter,  und dann noch einen. Jetzt erst kann ich die Urheber des Lärms sehen. Oben auf der höchsten Kuppe, die vom Parkplatz über eine Treppe erreichbar ist, vergnügen sich schon etwa 100 Menschen. Dort zieht es mich nicht hin. Spike und ich halten uns rechts und können auch von hier den herrlichen Ausblick genießen. Zurück am Auto frühstücken wir erstmal richtig und dann machen Torge, Spike und ich die gleiche Tour noch einmal. Inzwischen sind sicher 200-300 Menschen auf der Düne unterwegs. Lehrer versuchen Schulkinder daran zu hindern, unkontrolliert den Hang hinunterzutoben (was Torge an seine eigenen Schulausflüge erinnert) und französische Rentner und Familien führen ihre Mini-Hunde aus. Auch diesmal lockt es uns nicht, weiter hinauf zu steigen und wir halten uns abseits und toben mit Spke im Sand.

28.4.2016 Sandspiele an de rDüne Pilat
28.4.2016 Sandspiele an de rDüne Pilat

Erst abends um acht als wir zum dritten Mal heraufsteigen hat es sich so weit geleert, dass wir auch den höchsten Dünenkamm erklimmen mögen und die ganze Dimension der Düne überblicken. Die Sonne sinkt schon Richtung Meer und das Licht ist sehr schön. Wir genießen die erhabene Stimmung und erinnern uns an „unsere“ ganz einsamen Dünen in Marokko.

28.4.2016 Abendstimmung an der Dune du Pilat
28.4.2016 Abendstimmung an der Dune du Pilat

Wir übernachten noch einmal in La Teste und fahren am nächsten Morgen weiter nach Le Teich am hinteren Ende des Beckens von Arcachon. Hier gibt es einen ornithologischen Park in dem man viele Vögel beobachten kann. Leider wird es schon recht voll und als wir hineingehen, geraten wir zwischen 2 Schulklassen und den dazugehörigen Lärm. Der Rundweg ist sehr schön angelegt und bietet viele versteckte Hütten, von denen aus man die Vögel beobachten kann.  Torge kehrt nach der Hälfte um, weil ihm durch die anderen Besucher die nötige Ruhe zum Beobachten oft fehlt. Ich nehme an einer Abzweigung einen anderen Weg als die meisten und bin über 4 Stunden unterwegs und ganz begeistert. Hier ein paar Eindrücke:

29.4.2016 Storchennester in Le Teich
29.4.2016 Storchennester in Le Teich
29.4.2016 Ein Graureiher im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Ein Graureiher im Vogelpark Le Teich
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29.4.2016 Wasserlandschaft im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Ein Specht füttert seine Jungen im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Ein Specht füttert seine Jungen im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Möwenkolonie im Vogelpark Le Teich
29.4.2016 Möwenkolonie im Vogelpark Le Teich

Und auf dem Rückweg eine Begegnung der besonderen Art….

29.4.2016 Diese Dame mit ihren beiden Jungen futterte sich durch das Gras am Wegesrand und ließ sich von mir gar nicht stören
29.4.2016 Diese Dame mit ihren beiden Jungen futterte sich durch das Gras am Wegesrand und ließ sich von mir gar nicht stören

Direkt vor dem Vogelpark gibt es einen kostenlosen Stellplatz mit WC, Wasser und Entsorgung am Yachthafen und so bleiben wir über Nacht hier stehen.

Der heutige Morgen empfängt uns mit Sturm und Regen – eine prima Gelegenheit, den blog zu aktualisieren!

Nachher wollen wir weiter Richtung der Höhlen von Lauscaux II, wo es prähistorische Felsmalereinen zu bestaunen gibt.

 

Sturm und Regen am Cabo da Roca und Ferien in Ericeira

Nach dem Ausschlafen packen wir das blaue Auto und starten zu fünft (plus Spike) gen Westen. In Estoril und Carcais bestaunen wir die mondänen Ferienorte und das Spielkasino (von außen) und fahren dann weiter an das Cabo do Roca, den westlichsten Punkt Festlandeuropas. Nur ein paar Inseln liegen noch weiter im Westen.

2.4.2016 Blick von Süden auf das Cabo da Roca
2.4.2016 Blick von Süden auf das Cabo da Roca

Der Kontrast ist faszinierend.

2.4.2016 Cabo da Roca
2.4.2016 Cabo da Roca

Nur wenige km hinter den Strandpromenaden und Hotels erleben wir Natur pur an einer schroffen Steilküste, wo uns die Gischt der heranrollenden Wellen um die Ohren fliegt.

2.4.2016 Damit wir auch wissen, wo wir gewesen sind....
2.4.2016 Damit wir auch wissen, wo wir gewesen sind….

Mit wenigen anderen Touristen stehen wir dort und schauen nach Westen – Nur noch Wasser bis Amerika!

2.4.2016 Ganz schön viel Wasser!
2.4.2016 Ganz schön viel Wasser!

Dann wird es uns aber zu kalt und wir wärmen uns mit einem heißen Kakao im Panoramcafé. Schließlich fahren wir weiter, denn wir benötigen noch einen Campingplatz für heute Nacht. Meine Landkarte ist fast 30 Jahre alt und so sind von dem ersten Platz, den wir anlaufen nur noch Ruinen zu sehen. In Ericeira sind wir dann erfolgreich und stehen auf einem schönen Platz mit Blick auf’s Meer, das zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen ist.

2. - 7.4.2016 Campingplatz Ericeira
2. – 7.4.2016 Campingplatz Ericeira

Torge baut wieder sein Zelt auf und wir machen noch einen Spaziergang an den Strand. Es gibt hier mehrere unbewachte Strände, die von steilen Felsen eingerahmt sind.

5.4.2016 Bei Flut bleibt nicht viel Strand trocken
5.4.2016 Bei Flut bleibt nicht viel Strand trocken

Auch hier ist es noch stürmisch und die Wellen schlagen mit großer Wucht an das Ufer.

3.4.2016 Das Meer tobt!
3.4.2016 Das Meer tobt!

Leider regnet es die nächsten 2 Tage, so dass wir nur kurze Spaziergänge zwischen den Schauern schaffen und ansonsten Karten und anderes spielen.

4.4.2016 Ups! Ein Becher ist umgefallen und die Una-Karten müssen trocknen
4.4.2016 Ups! Ein Becher ist umgefallen und die Una-Karten müssen trocknen
3.4.2016 Beschäftigung bei Regen
3.4.2016 Beschäftigung bei Regen

Aber dann wird es schön und es kommt so ein richtiges Ferienfeeling auf.

5.4.2016 Torge mit Ball und Indo Board
5.4.2016 Torge mit Ball und Indo Board

Wir spielen Wikingerschach und die Kinder auch Fußball, gehen oft an den Strand oder zum Einkaufen und Eissessen in das Städtchen.

6.4.2016 Einkaufstour und Spike bewacht geduldig das Rad
6.4.2016 Einkaufstour und Spike bewacht geduldig das Rad
6.4.2016 Geschützter Badestrand in Ericeira
6.4.2016 Geschützter Badestrand in Ericeira

Einen Abend verbringen Andrea und ich klönend (und ohne lauschende Kinder) in einer Bar und wir können nachmittags in der Sonne sitzen und Kaffee trinken.

5.4.2016 Am Hafen von Ericeira
5.4.2016 Am Hafen von Ericeira
5.4.2016 Kapelle in Ericeira
5.4.2016 Kapelle in Ericeira

Viel zu schnell geht  die Zeit vorbei und am Nachmittag des 7. April machen wir uns wieder auf Richtung Lissabon. Dank Andreas Charme dürfen wir auf einer Tankstelle fast direkt am Flughafen übernachten, so dass die drei am nächsten Morgen früh zu Fuß zu ihrem Flug marschieren können. Traurig nehmen wir schon abends Abschied. Schön war es mit Euch!

Portugals fantastische Süd- und Südwestküste

Wir fahren von Algeciras über einen schönen Frühstücks-Aussichts-Vogelbeoabachtungs-Platz vor Tarifa ziemlich direkt an die spanisch-portugisische Grenze, übernachten auf einem Rastplatz und sind am nächsten Morgen in der Algarve. In Albufeira suchen wir uns einen netten Campingplatz für 2 Nächte. Bei einem Fahrradausflug an die Strandpromende von Albufeira sind Lasse und ich überrascht, wie viele Engländer hier unterwegs sind.

17.3.2016 Café in Albufeira
17.3.2016 Café in Albufeira

Selbst die Schilder sind vielfach auf Englisch verfasst. Insgesamt ist es uns hier aber zu voll, zu touristisch und auch zu eng für unser großes Auto, denn vielfach sind die Zufahrten zu den Stränden auf 3,5 t begrenzt.

Nach 2 Tagen geht es also weiter nach Westen zum Cabo de Sao Vicente.

18.3.2016 Leuchtturm mit Museum am Cabo de Sao Vicente
18.3.2016 Leuchtturm mit Museum am Cabo de Sao Vicente
18.3.2016 Cabo Sao Vicente - am südwestlichsten Zipfel Europas
18.3.2016 Cabo Sao Vicente – am südwestlichsten Zipfel Europas

Und dann bummeln wir langsam die Küste hoch und klappern dabei viele wunderschöne Buchten ab und freuen uns über das meistens schöne Wetter.

21.3.2016 Torge und Spike am Praia Amado
21.3.2016 Torge und Spike am Praia Amado
22.3.2016 Bucht bei Aljezur
22.3.2016 Bucht bei Aljezur

Lasse leiht sich mehrere Tage ein Surfboard zum Wellenreiten und wir genießen die fantastische Landschaft und die schönen Strände.

19.3.2016 Lasse
19.3.2016 Lasse
19.3.2016 Wellenreiten am Praia Amado
19.3.2016 Wellenreiten am Praia Amado

An der Küste läuft ein toller Wanderweg entlang, der „Rota Vicentina“, auf den wir immer wieder treffen und auf dem ich ausgiebige Spaziergänge mache.

18. - 25.3.2016 Immer wieder kommen wir an den Rota Vincntina
18. – 25.3.2016 Immer wieder kommen wir an den Rota Vicentina
24.3.2016 anderung hinter Arrifana
24.3.2016 See hinter Arrifana
25.03.2016 Odeceixe
25.03.2016 Odeceixe

Spike begleitet mich immer, Torge manchmal und spielt ansonsten am Strand, fährt Rad oder genießt das Nichts tun und das Spielen am PC.

19.3.2016 Torge und Spike toben am Strand
19.3.2016 Torge und Spike toben am Strand
19.3.2016 Spike mit Spielseil
19.3.2016 Spike mit Spielseil

Auch das Lesen hat er gerade für sich entdeckt. Abends spielen wir oft zusammen Rummikub, wobei eigentlich immer Lasse gewinnt… Inzwischen haben wir die Algarve verlassen und sind auf einem Campingplatz im Alentejo im Örtchen Vila Nova de Milfontes, wo der Rio Mira mündet. Die nächsten Tage fahren wir weiter nach Lissabon.

 

Die letzten Tage in Marokko

Wir erreichen die Lagune bei Mouley Bousselham am frühen Nachmittag. Die Jungs laden sofort nach dem Einchecken auf dem Campingplatz die Boote ab, tragen sie zum kleinen Fischerhafen und paddeln Richtung Brandung.

12.3.2016 Fischmarkt im Hafen von Moulay Bousselham
12.3.2016 Fischmarkt im Hafen von Moulay Bousselham

Torge kommt gegen das auflaufende Wasser an der engen Durchfahrt nicht gegenan und so ziehen sie die Boote über die Sandbank und vergnügen sich in den Wellen. Spike und ich beobachten sie zuerst vom Hafen aus und dann bei einem langen Spaziergang hoch ins Dorf und wieder runter zum Strand. Als wir endlich dort ankommen, haben sie sich gerade auf den Rückweg gemacht und paddeln 50 m entfernt an uns vorbei, ohne unser Winken zu bemerken. Wir eilen zurück, denn ich habe den Autoschlüssel in der Tasche und kann mir vorstellen, dass sie nun gern aus den nassen Neos raus möchten… Nach dem Duschen und Abendbrotessen mache ich nochml einen Gang ans Wasser. Die Lagune ist wirklich wunderschön.

13.3.2016 Lagune von Moulay Bousselham
13.3.2016 Lagune von Moulay Bousselham

Für den nächsten Nachmittag haben wir eine Motorboottour zum Beobachten der Flamingos gebucht und pünktlich um halb 3 startet unser Bootsführer mit uns in einem kleinen Boot.

13.3.2016 Vogelbeobachtungstour auf der Lagune von Moulay Bousselham
13.3.2016 Vogelbeobachtungstour auf der Lagune von Moulay Bousselham

Wir sehen mehrmals Kormorane, verschiedene Reiher und natürlich viele Möwen.

13.3.2016 Möwen und Kormorane
13.3.2016 Möwen und Kormorane

Und dann auch eine kleine Gruppe Flamingos.

13.3.2016 Auf der Suche nach den Vögeln
13.3.2016 Auf der Suche nach den Vögeln

Beim Versuch möglichst nahe heran zu kommen, stranden wir mehrfach im flachen Wasser und unser Kapitän muss uns erst auf einer Mini-Insel absetzen und an seinem Motor schrauben, bevor es weitergeht.

13.3.2016 Kleine Reparaturen am Motor inklusive
13.3.2016 Kleine Reparaturen am Motor inklusive

Eine größre Gruppe Flamingos fliegt ganz in der Nähe vorbei. Das it sehr schön anzusehen. Nach 2 Stunden wind wir zurück im Hafen angekommen. Mit einem Wander- oder Eskikajak und ohne den Motorlärm wäre die Tour sicherlich noch schöner gewesen, für die Kurzboote war die Strecke zu lang und der Tidenstrom zu stark.

14.3.2016 Werkstatt in Larache
14.3.2016 Werkstatt in Larache

An unserem allerletzen Tag fahren wir nach Larache und finden eine Werkstatt, die uns heute Nachmittag noch den Auspuff schweißt, der inzwischen mehrere Löcher hat.

14.3.2016 Larache - schöne Arkaden mit dem Eingang zur Medina, die dann allerdings nicht mehr so schön war sondern dreckig, zerfallen und irgendwie nicht mehr lebendig
14.3.2016 Larache – schöne Arkaden mit dem Eingang zur Medina, die dann allerdings nicht mehr so schön war sondern dreckig, zerfallen und irgendwie nicht mehr lebendig

Wir gucken uns – etwas entäuscht vom Zustand – die Altstadt an, trinken etwas in einem Straßencafé am Balcon Atlantico und probieren Zuckerrohrsaft an einem Straßenstand.

14.3.2016 Stand mit Zuckerrohrsaftmaschine
14.3.2016 Stand mit Zuckerrohrsaftmaschine
14.3.2016 Jetzt ist der Saft fertig
14.3.2016 Jetzt ist der Saft fertig
14.3.2016 Torge ist noch skeptisch ab des Geschmacks...
14.3.2016 Torge ist noch skeptisch ab des Geschmacks…

Dann bummeln wir ausgiebig über den Markt und geben unsere letzten Dirham aus.

14.3.2016 Haushaltswarengeschäfte sind für uns oft die besten Souvenirshops
14.3.2016 Haushaltswarengeschäfte sind für uns oft die besten Souvenirshops

Zurück am Auto, sind die Mechaniker dabei, den reparierten Auspuff wieder anzuschrauben.

14.3.2016 Der geschweißte und lackierte Auspufftopf...
14.3.2016 Der geschweißte und lackierte Auspufftopf
14.3.2016 --- und der Auspuff selbst
14.3.2016 — und der Auspuff selbst

Wir tanken nochmal und fahren die letzten 120 km nach Tanger Med. Am Ende der Autobahn tauschen wir noch schnell die Gasflasche gegen eine volle und  stellen uns für die Fähre an. Die Ausreise ist effectiv organisiert und die Formalitäten schnell hinter uns gebracht. Wir nehmen um 0.00 Uhr die Fähre nach Algeciras. Die Überfahrt ist so kurz, dass wir nicht mal ein Bohnanza Spiel fertig bekommen und schon wieder zu den Autos runter gehen müssen. Auch die Einreise nach Spanien ist unkompliziert und schnell erledigt. Wir suchen uns einen Parkplatz und fallen müde ins Bett.

Blauesauto goes offroad

Von Tan Tan fahren wir noch einige km nördlich auf die Piste ins Oued Dra. An einem schönen, fast windgeschütztem Platz entfacht uns Torge ein Lagerfeuer an dem wir lange gemütlich sitzen und uns an Stockbrot versuchen.

23.2.2016 Lagerfeuer im Oued Dra
23.2.2016 Lagerfeuer im Oued Dra

Zum Glück mag Torge halbrohen Teig ja ganz gern. Mein Versuch mit Teig in Alufolie in der Glut taugt da eher als Brikett. Am nächsten Morgen fahren wir weiter diese Piste, am schönen Fort und Hotel Tafindilt vorbei, wo wir vor 2 Wochen ja schon mal waren und weiter das Wadi hinunter und gen Meer. Die Stecke ist wunderschön und abwechslungsreich aber für uns auch recht anspruchsvoll mit engen und steilen Bachbetten, viel Felsen und gelegentlich Sand.

24.2.2016 Tiefe Spuren in der Piste verursachen ein ziemliches Geschaukel
24.2.2016 Tiefe Spuren in der Piste verursachen ein ziemliches Geschaukel
24.2.2016 Im Oued Dra
24.2.2016 Im Oued Dra

Immer wieder halten wir zu Spikes Freude zum Gucken und Fotografieren, denn dann kann er ein bisschen herumtoben.

24.2.2016 Felsformationen im Oued Dra
24.2.2016 Felsformationen im Oued Dra

Bizarre Felslandschaften, tiefe Canyons und nach dem Regen aufblühende Sträucher faszinieren uns immer wieder.

24.2.2016 ungewöhnlich leuchtender Busch im Oued Dra
24.2.2016 ungewöhnlich leuchtender Busch im Oued Dra

So manche Durchfahrt erkunden wir lieber erst zu Fuß, was uns weitere schöne Spaziergänge und Spike Pausen verschafft.

24.2.2016 Landschaft im Oued Dra
24.2.2016 Landschaft im Oued Dra
24.2.20116 Piste oder doch eher eine Treppe?
24.2.20116 Piste oder doch eher eine Treppe?

Nach 30 km sind wir auf einer flachen, steinigen Ebene angelangt und haben genug für heute. Wir brauchen eine Weile, all die ausgekippten Fächer und vor allem die Kartenspiele wieder einzuräumen.

24.2.2016 Etwas Unordnung nach der Fahrt auf der Piste
24.2.2016 Etwas Unordnung nach der Fahrt auf der Piste

Hier ist es wieder sehr windig und völlig flach und eben. Bei einem Spaziergang mit dem Hund kann ich das Meer sehen, als ich auf einen Steinhaufen klettere.

24./25.2.2016 Parken wir hier oder lüber dort? Die Entscheidung für den Übernachtungsplatz war schwer....
24./25.2.2016 Parken wir hier oder lieber dort? Die Entscheidung für den Übernachtungsplatz ist schwer….

An der Steilküste des Atlantik geht es dann auch am nächsten Tag für etliche Kilometer entlang.

25.2.2016 Steilküste auf dem Weg zum Plage Blanche
25.2.2016 Steilküste auf dem Weg zum Plage Blanche

Wir passieren einfache Fischerhütten und sehen nur gelegentlich Menschen. Einmal hält mich ein älterer Mann an und zeigt mir eine üble, nicht mehr ganz frische Verletzung am Handballen Eine richtige Verständigung ist nicht möglich aber es ist offensichtlich, dass er nichts hat, um die Wunde zu versorgen. Da können wir immerhin aushelfen und ich desinfiziere die Wunde und verbinde sie ihm. Dankbar verabschieden er und sein jugendlicher Helfer sich von uns. Torge und ich fahren mit dem eindringlichen Empfinden unseres eigenen Reichtums weiter. Auf ebener Piste lenkt Torge oft den Magirus und zeitweise bin ich ganz froh rechts zu sitzen, weil es links ganz schön nah ganz schön weit runter geht!

24.2.2016Steilküste an der die Piste entlangführt
24.2.2016Steilküste an der die Piste entlangführt

Wir passieren einen Militärposten mit Aussichtsturm und mehreren abgeschossenen (?) Panzern und Fahrzeugwracks und ich wäre gern zum Fotografieren auf den Turm gestiegen. Da aber niemand da ist, den wir fragen könnten und der Zugang versperrt ist, wird das nichts. Wir fahren also weiter und dann tauchen Sanddünen vor uns auf. Torge möchte am liebsten gleich sofort hier bleiben.

25.2.2016 Sanddünen in der Ferne
25.2.2016 Sanddünen in der Ferne

Wir haben heute erst 20 km auf der Uhr und so kann ich ihn überzeugen, noch weiter zu den nächsten zu fahren. Dahinter ist jedoch eine große Herde Schafe und Ziegen samt Hirten zu sehen. Das ist mit Spike schwierig und so fahren wir noch weiter bis wir herrlich einsam an unseren “ eigenen“ Dünen stehen.

25./26.2.2016 Stellplatz in den Ausläufern der Dünen
25./26.2.2016 Stellplatz in den Ausläufern der Dünen

Die sind nach dem Regen der vergangenen Tage noch nicht wieder völlig getrocknet und an manchen Seiten richtig fest und hart. Andere Stellen dagegen sind fluffig weich, so dass Torge und Spike wieder ausgiebig toben können und auch mir macht das rauf und runter Krabbeln Spaß. Für uns Pistenneulinge ist es dabei prima, dass die Dünen selbst auf festem Grund stehen und höchstens mal einige Meter über die Piste geweht sind, die sich hier allerdings auch in Dutzende Spuren aufgeteilt hat. Wir verbringen einen chilligen Nachmittag und die Nacht. Am nächsten Morgen ist der Himmel mit dunklen Regenwolken bedeckt und ich dränge auf’s zeitige Losfahren, denn wir stehen wieder in einem Wadi, wo ich lieber keinen Regen abbekommen möchte. Es bleibt aber den ganzen Tag trocken. Wir durchqueren einen Wasser führenden Fluss, an dem wir noch eine Pause machen und das wunderschöne, felsige Becken erkunden.

26.2.2016 Hier geht es durch ein wasserführendes Wadi
26.2.2016 Hier geht es durch ein wasserführendes Wadi

Sogar Mini-Fische sehen wir im Wasser, das je nach Brise nach rechts oder links fließt.

26.2.2016 Da wo es Wasser gibt, wächst natürlich auch die Vegetation üppig
26.2.2016 Da wo es Wasser gibt, wächst natürlich auch die Vegetation üppig

Ich bin etwas unruhig, weil wir langsam wieder parallel zum Meer fahren sollten, das aber nicht zu sehen ist. Hier ist die Piste jedoch eindeutig und es gibt kaum Abzweigungen.

26.2.2016 Ein zumindest zur Zeit nicht bewirtschaftetes Gehöft im Oued Dra
26.2.2016 Ein zumindest zur Zeit nicht bewirtschaftetes Gehöft im Oued Dra

Wir passieren unbewohnte Gehöfte und bewirtschaftete wie unbewirtschaftete Felder, einmal auch noch eine Hirtin mit Ziegen.

26.2.2016 Es ist für uns kaum vorstellbar, dass Menschen bei diesem kargen Boden und bei dieser Trockenheit hier ihr Auskommen haben
26.2.2016 Es ist für uns kaum vorstellbar, dass Menschen bei diesem kargen Boden und bei dieser Trockenheit hier ihr Auskommen haben

Zum ersten Mal sehen wir auch Dromedare mit Fohlen.

26.2.2016 Eine Kamelherde zeigt ums, dass auch hier irgendwo Menschen leben
26.2.2016 Eine Kamelherde zeigt ums, dass auch hier irgendwo Menschen leben

Und wir fahren auf eine Bergkette zu, was definitiv nicht sein sollte. Bei einer Pause steige ich auf einen Hügel und versuche zu erkennen, wo die Piste weiter hinführt, denn lt. Tacho sollten wir demnächst die Asphaltstraße am Meer erreichen. Von beidem ist jedoch nichts zu sehen. Vor den Bergen erblicke ich ein Haus, ein Moped und Menschen. Dort fahren wir hin und fragen nach dem Weg. Es sind noch 23 km bis zur Straße und wir haben offensichtlich bei den Dünen eine falsche Piste erwischt. Einer der jungen Männer möchte mit nach Guelmin fahren und so haben wir sogar einen Auskenner dabei, dessen Sprache wir allerdings nicht sprechen. Die Piste ist allerdings ab hier auch eindeutig und wird die nächsten 20 km auch immer besser bis wir nach einer auch wieder Wasser führenden Furt das Meer und die Asphaltstraße nach Guelmin erreichen. Dort setzen wir unseren Mitfahrer ab und steuern den Supermarkt an, denn uns ist inzwischen das Hundefutter ausgegangen, das es dann leider hier doch nicht gibt.

26.2.2016 Beim Supermarkt in Guelmin und später an den heißen Quellen treffen wir eine nette schwedische Familie
26.2.2016 Beim Supermarkt in Guelmin und später an den heißen Quellen treffen wir eine nette schwedische Familie

Wir füllen unsere Vorräte auf und fahren im Dunkeln noch ins nahe gelegene Abaynou, wo es bei einer Thermalquelle, Schwimmbecken und einen Campingplatz gibt. Das folgende Wochenende ist kalt und verregnet und wir erfreuen uns an 2 Abenden am Baden im heißen Wasser. Abends ist einmal das wärmere Frauenbad und einmal das Männerbad für gemischte Touristenpaare geöffnet. Die kurzen Regenpausen nutzen wir, um alle Schrauben vom Dachträger nachzuziehen und auch 3 von 4 Kofferschrauben sind nicht mehr ganz fest und müssen nachgezogen werden. 11500 km Stecke insgesamt, die sehr felsige Piste in Kombination mit den Federn, die Inzwischen kaum noch (vorn) bzw. gar keine (hinten) Spannung mehr haben, zeigen ihre Wirkung außerdem ist der rechte Außenspiegel gesprungen. Am Montagmorgen scheint die Sonne wieder und wir fahren die 11 km nach Guelmin zurück, um eine Werkstatt aufzusuchen. Nachdem uns hilfsbereite Menschen zuerst in die sehr enge Gasse mit den Pkw-Werkstätten schicken, wo wir etwas Aufruhr verursachen, da mehrere Wagen beiseite geschoben werden müssen, damit wir überhaupt hindurch passen während hinter uns lautstark gehupt wird, erklärt mir ein netter Mensch, wo die Lkw-Werkstatt zu finden sei. Dort machen sich 4 Monteure plus Übersetzer und Zuschauer über unsere diversen Problemchen her und nach 2 Stunden haben sie den Plastikstopfen aus der Zuleitung zum 2. Tank entfernt, den die Werkstatt in Frankreich wohl vergessen hat, das Spiegelglas vom rechten Außenspiegel ersetzt, beide vorderen Türen wieder gangbar gemacht, die ewig blockierenden Schmutzlappen an den Trittstufen befestigt, Hydraulikflüssigkeit für das Kupplungspedal nachgefüllt und dabei noch eine Dichtung ausgewechselt.

29.2.2016 Mechaniker der LKW Werkstatt in Guelmin
29.2.2016 Mechaniker der LKW Werkstatt in Guelmin

Das kostet uns 5 Cola für die Mechaniker und Übersetzer und umgerechnet 40 Euro. Lediglich unserer seit 100 km wieder öfter streikenden Lichtmaschine können sie nicht helfen. Das Problem haben wir gut 2 Monate nicht mehr gehabt, jetzt blinkt die Warnleuchte öfter denn je. Sie haben alle Schrauben kontrolliert und den Sitz des Keilriemens überprüft aber das habe ich gestern auch schon. So liegt wieder der Hammer griffbereit und wir verpassen dem guten Stück gelegentlich einen Schlag und hoffen, dass es bald wieder besser wird bis das Problem endgültig gelöst werden kann. Wir verlassen Guelmin Richtung Tafraoute und suchen uns nach wenigen Kilometern einen Campingplatz. Beim Hineinfahren ist ein tief hängender Ast im Weg, den Torge, auf dem Dach stehend, über unsere Dachlast hebt. Hinterher beschwert er sich, ich sei zu langsam gefahren. Das riesige Gelände ist hübsch angelegt, bietet laut Beschriftung auch Bungalows, Zelte und ein Restaurant. „Das wird gerade gemalt,“ sagt der Patron und liefert uns eine leckere Tajine ans Auto. Wie wir nachts hören und am nächsten Morgen auch sehen, ist das Gelände bis auf diverse Hunde und Hühner, die ausgiebig Lärm machen, und das Wohnhaus des Patrons allerdings verlassen. Als wir wieder hinausfahren, klettert Torge wieder hoch, denn der Ast hängt immer noch da. Ich erinnere mich an seine Worte von gestern und fahre etwas zügiger und dann auch noch einige Meter weiter, da uns das Tor aufgehalten wird und Torge immer gern ein Stück auf dem Dach mitfährt. Ein Blick in den Rückspiegel lässt mich zusammenzucken, denn er steht hinter dem Fahrzeug. Ups! Ich war zu schnell und hatte außerdem unsere Dachluke, die jetzt auf der Seite des Astes war, vergessen, so dass er sich geistesgegenwärtig am Ast festgehalten hat, zum Glück nicht an den Fahrrädern hängen geblieben ist und immerhin gebremst aber trotzdem nicht ganz sanft auf dem Boden landete. Außer ein paar Kratzern und blauen Flecken ist glücklicherweise nichts passiert.
So ein Schreck und SORRY, lieber Torge!
Wir fahren weiter die N12 in die Ausläufer des Anti-Atlas hinein und stetig bergauf. Als wir unsere Route von Foum Zguig gen Westen kreuzen, finden wir die Straße nach Ifrane d’Anti-Atlas nicht und fahren statt dessen einige km weiter westlich kleine Straßen ins Gebirge. Leider stellt unsere Lichtmaschine hier ihre Tätigkeit ganz ein und die Ladekontroll-Leuchte leuchtet ständig. Noch ist das kein Problem, denn die Batterien sind nach 3 Tagen auf dem Campingplatz alle voll geladen. Die Landschaft wird immer spektakulärer und schöner bis wir bei Tafraoute eine weite mit Palmen bestandene Ebene unter bizarren Felsen erreichen, auf der sich bestimmt 100 Wohnmobile relativ weit verstreut ihren Platz gesucht haben.

2.3.2016 Gut besuchter Wohnmobilstelllatz in Tafraoute
2.3.2016 Gut besuchter Wohnmobilstelllatz in Tafraoute

Auch wir stellen uns dorthin und machen noch einen schönen Spaziergang zu den Felsen.

1.3.2016 Tolles Abendlicht an den Felsen von Tafraoute
1.3.2016 Tolles Abendlicht an den Felsen von Tafraoute

Wir finden eine eingravierte Ziege, sind aber nicht sicher, ob es sich tatsächlich um eine prähistorische Zeichnung handelt, die es hier geben soll.

1.3.Ziege am Felsen von Tafraoute
1.3.Ziege am Felsen von Tafraoute

Der herumliegende Müll lässt eher auf eine jüngere Vergangenheit schließen. Es ist sehr schade, dass dieses wunderschöne Fleckchen Erde derart verschandelt ist. Nicht zuletzt durch hunderte wilde Camper.

1.3.2016 Tolle Landschaft und hunderte Wohnmoble bei Tafraoute
1.3.2016 Tolle Landschaft und hunderte Wohnmoble bei Tafraoute

Manche haben sich hier für Wochen eingerichtet und ihr Terrain mit Steinen etc. markiert. So gern auch wir wild an einsamen Plätzen stehen, mit so vielen Menschen funktioniert das nicht richtig und zwischen Hundehaufen und in die Büsche entsorgten Porta Pottis ist das Übernachten auch nicht wirklich angenehm. Immerhin haben die Einheimischen hier einige Geschäftsmodelle entwickelt. Ein junger Mann geht mit einem Quittungsblock herum und kassiert 10 DH also umgerechnet etwa 85 Cent, wofür weiß er auch nicht genau. Eine junge Frau zeigt ihre Speisekarte auf Französisch, Englisch und Deutsch und liefert nach Bestellung Tajine oder Couscous an den Wagen. Ein anderer versucht Arganöl und Palmenhonig zu verkaufen und morgens gibt es diverse Lieferanten von Baguette, Fladenbrot, Croissants und Pain au Chocolat. Die treffe ich allerdings erst, als ich mit Spike am nächsten Morgen vom Brot holen aus dem Städtchen zurückkomme.

2.3.2016 Schönes Gehöft auf dem Weg in das Städtchen Tafraoute
2.3.2016 Schönes Gehöft auf dem Weg in das Städtchen Tafraoute

Außerdem kommen mir dutzende Senioren mit „Hackenporsche“ entgegen, die dem Mittwochsmarkt in Tafraoute zustreben, meist dem schönen Sonnenschein entsprechend, den örtlichen Gepflogenheiten jedoch massiv widersprechend leicht bekleidet. Muss man in einem muslimischen Land tatsächlich in Shorts und ärmellos in der Stadt herumlaufen?
Wir machen uns auf den Weg und suchen eine Werkstatt. An der Straße Richtung Agadir finden wir tatsächlich eine, vor der schon diverse Wohnmobile und Busse aufgereiht sind und an denen gearbeitet wird. Überwiegend Karosserie- und Lackarbeiten, wie ich später heraus stellt.

3.3.2016 Werkstatt am Straßenrand
3.3.2016 Werkstatt am Straßenrand

Wir fahren rechts ran, steigen aus und werden von Philip und Jonas, an deren Düdos auch gearbeitet wird, freundlich begrüßt. Sie begucken das blaue Auto begeistertund bieten sogleich an, einmal nach der Lichtmaschine zu sehen, was sie auch sofort tun. Die Kabel haben jedoch Strom und so ohne größere Schrauberei lässt sich nichts feststellen. Beim anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken höre ich ihre Einschätzung, dass das hier nicht der richtige Ort für eine Reparatur der Lima sei. Torge und ich setzen uns danach in ein Café und mailen mit Rollo hin und her, der ein Ersatzteil für uns ersteigert hat. So beschließe ich endgültig, hier nichts an der Lima machen zu lassen und stattdessen jeden 2. Abend einen Campingplatz mit Stromanschluss aufzusuchen. Zurück am Wagen, kommt uns der Patron der Werkstatt ganz aufgeregt entgegen: Vorn links läuft kräftig Öl heraus. Beim Nachsehen stellt sich heraus, dass der Schlauch zur Pumpe für die Kupplung undicht geworden ist. Na, das ist ja nett, dass das blaue Auto nun direkt vor der Werkstatt kaputt geht! Heute geht aber nichts mehr und so verbringen wir den Abend und später eine unruhige Nacht an der belebten Straße und in der Gesellschaft von diversen anderen Wohnmobilisten aus Belgien, Frankreich und Deutschland, die hier auf die Fertigstellung der Reparaturen an ihren Fahrzeugen warten. Torge ist erkältet, hat Halsschmerzen und auch leichte Temperatur. So mache ich mich abends allein mit Spike auf einen schönen Spaziergang Richtung Felsen und Palmen und genieße nach der Hektik an der Straße vor der Werkstatt die Ruhe und die schöne Landschaft. Dabei entdecke ich einen Stoffhändler mit Schneiderei, dem ich am nächsten Morgen eines der Bettpolster bringe, an dem der mürbe Stoff aus den 80er Jahren aufgerissen und verschlissen ist. Später erhalten wir es mit einem schicken roten Bezug zurück. Den ganzen nächsten Vormittag schraubt der hinzugezogenen Monteur daran, den Hydraulikschlauch heraus- und wieder hineinzubekommen, ohne die Pumpe ausbauen zu müssen.

3.3.2016 Jetzt ist der Hydraulikschlauch getauscht und der Mechaniker und sein Sohn sind sehr zufrieden - wir auch!
3.3.2016 Jetzt ist der Hydraulikschlauch getauscht und der Mechaniker und sein Sohn sind sehr zufrieden – wir auch!

Zwischendurch tauscht der Chef persönlich zweimal das schon wieder gesprungene Spiegelglas aus. Mein Hinweis, dass die Kunststoffschale zu stark gebogen sei und ergo der Spiegel etwas unterfüttert werden müsse, ignorierte er. Beim Probe-Rangieren zum Ausprobieren der Kupplung springt das Spiegelglas ein drittes Mal. Dabei bleibt es nun aber auch. Ich werde in Agadir versuchen, einen neuen Spiegel zu bekommen. Kurz vor dem Losfahren lernen wir noch Niels und Johanna, Freunde von Philip und Jonas, kennen, die auch einen (etwas kleineren) Magirus fahren. Wie immer freuen wir uns über Interesse und auch sie sind ganz begeistert vom blauen Auto. Wir gehen alle zusammen einen Tee trinken und schnacken nett. (Philips  Reiseblog findet Ihr übrigens unter http://oma-duck-auf-tour.jimdo.com/ ) Niels und Johanna empfehlen uns einen netten ruhigen Campingplatz bei einem Hotel etwa 5 km außerhalb. Dort kommen wir kurz vor Dunkelwerden an.

3.3.2016 Hotelcampingplatz
3.3.2016 Hotelcampingplatz

Gern wären wir ihnen ja zu einem schönen Platz an den Felsen gefolgt aber wir brauchen heute einen Stromanschluss und Torge ist noch nicht wieder in Ordnung sondern hustet jetzt auch noch stark und da passt ein schöner, ruhiger, sauberer Platz wie dieser einfach besser.

3.-6.3.2016 Schöner, ruhiger, sauberer Stellplatz vor dem Hotel
3.-6.3.2016 Schöner, ruhiger, sauberer Stellplatz vor dem Hotel

Weit, weit ist der Weg nach Dakhla….

Als wir Sidi Ifni verlassen, geht es erstmal wieder gen Osten sehr kurvig durch die Berge bis Guelmin. Dort füllen wir Vorräte auf und tanken und machen uns dann auf den fast geraden Weg nach Süden. Kurz vor dem Wadi des Flusses Dra, den wir ja lange entlang gefahren sind, führt eine Piste zum Ksar Tafindilt, einem zerfallenen Fort und gleichnamigen Hotel mit Campingplatz. Torge liebt Pisten, da er da meist fahren darf und so fahren wir dorthin. Landschaftlich ist das nach der recht langweilen Fahrt auf der Straße herrlich und sowohl das Ksar als auch das Hotel sind sehr schön. Dort übernachten wir und machen sowohl abends als auch am nächsten Morgen nette Spaziergänge. Dann geht es weiter gen Süden. Schon nach 50 km ist ein toller freier Stellplatz, auch an einem Wadi, zu sehen. Es stehen so etwa 10 Womos da. Also Mittagspause, Spike austoben und sogar baden. Der offene Atlantik ist hier viel zu wild aber in der Flussmündung geht es. Torge und Spike schwimmen mit Klamotten bzw. Fell hindurch nur ich muss nach der Hälfte umdrehen und außen herum gehen, da ich Papiere und Geld in der Westentasche habe. Andere Reisende haben von einem Campingplatz am Meer in 80 km Entfernung erzählt. Mit Mühe kann ich Torge überzeugen, noch weiter zu fahren. Das Fahren ist unangenehm, da die Straße nur gerade eben breit genug für 2 LkW ist. Normalerweise ist hier nicht viel Verkehr aber heute kommen uns immer wieder Kolonnen mit Polizei- und Militärbegleitung entgegen. Später erfahren wir, dass der König in der Gegend war. Wir fahren oben an einer Steilküste entlang und sehen zu unserem Erstaunen immer wieder Angler, die von hier oben mit beeindruckend langen Ruten angeln. Einmal sehen wir ein großes, eingezäuntes Loch. Ich mag da nicht rangehen aber Torge steigt aus und macht Fotos. Das Meer hat die Küste von unten durch einen Tunnel  ausgehöhlt, dann ist die Decke eingebrochen. Und die Straße führt manchmal nur 20 m von der Abbruchkante entlang – Brrrr!
Der Nachtplatz liegt bei einer Vogelschutzinsel und war mal als etwas größeres geplant. Es gibt Beobachtungsstationen, Kilometer lange Wege, Sitzbänke, ein Haus in Form einer Spirale und einen Kassierer.
Wir verlassen den Asphalt und die weißen Womos, fahren die Piste weiter durch und bleiben mit etwas Abstand zu 3 Alltadtrucks stehen. Sofort werden wir eingeladen, uns dazu zu stellen und verbringen einen netten Abend mit Leuten aus A, CH und D. Und haben am nächsten Morgen auch Hilfe beim Finden und Beseitigen einer Undichtigkeit in der Dieselleitung. Oben aus dem Rücklauf tropft es stetig raus. Genau genommen schaue ich nur zu, wie Tobi ein neues Stück Schlauch einsetzt. Dann schrauben Torge und ich noch fast eine Stunde am Dachträger. Fast alle Schrauben haben sich los gerüttelt und müssen festgezogen werden bevor es weiter geht. Heute ist nicht so viel Verkehr und das  Fahren entspannter. Wir halten bei einer riesigen Saline, wo das Salz mit großen Baggern und LkW bewegt wird. Ansonsten ist die Landschaft eintönig, gelegentlich unterbrochen von schönen Sanddünen, die manchmal auf die Straße wehen. In Tarfaya sehen wir das Antoine de Saint Exuperie Museum aber es ist geschlossen, wie fast der ganze Ort. Wir laufen einmal über die Promenade auf den Strand und steigen wieder ein. 35 km vor Laayoune folgen wir wieder einem Hinweisschild und einer 5 km Piste zu einem Camp Beduin mit Campingplatz. Der liegt wunderschön an einem Salzsee, hat vernünftige Ausstattung und wir sind die einzigen Gäste. Am nächsten Morgen fahren wir noch ein Stück auf den See hinaus bis es uns zu weich wird und wir lieber schnell wenden.  Dort frühstücken wir erstmal. Spike darf hier frei laufen und nutzt das begeistert aus. Auf dem Rückweg sehen wir uns noch einen großen Wasserfall mit wenig Wasser an und freuen uns sehr, dass wir diesen Abstecher gemacht haben. Beim Verabschieden ist der Patron vom Campingplatz ganz erstaunt, dass wir uns nicht festgefahren haben. Da sind wir ganz schön stolz, so gut aufgepasst zu haben.
Nun geht es wieder auf die Straße, die inzwischen sehr gut und hinter Laayoune sogar kurz vierspurig ist. Laayoune ist eine hübsche und quirlige Stadt mit viel Industrie am Stadtrand. Kurz danach sehen wir das Förderband, das das Phosphatvorkommen hierher transportiert. Dann kommt wieder Kilometer weit NICHTS. Unterbrochen von Windparks in gigantischen Ausmaßen und Strommasten und gelegentlich einem Dorf, das weitgehend unbewohnt scheint und oft wohl auch ist, da die Menschen für die es gebaut wurde, es oft nicht angenommen haben. Alle Orte sind – noch vom Besuch des Königs – beflaggt, geschmückt und sehr sauber und aufgeräumt. Es gibt breite Bürgersteige, Straßenlaternen, Parks, Schulen, Postämter und Polizeistationen und in den Städten Krankenhäuser, Colleges usw. Was immer man über die Saharapolitik des Königs denken mag: Für die Menschen, die hier wohnen, ist die Infrastruktur oft besser als in anderen abgelegenen Teilen des Landes.
Wir schaffen heute stolze 250 km und sind in Boujdour, etwa 350 km vor Dakhla.

Fotos folgen demnnächst!

Westwärts zum Atlantik

Wir verlassen Zagora gerade noch rechtzeitig bevor die angekündigten 140 Teilnehmer der Ralley Intercontinental auf dem Campingplatz aufschlagen, müssen jedoch schon vorsichtig um das bereits aufgebaute Organisatiorenzelt herumrangieren.  Auf einer Ebene, rechts und links begrenzt durch Höhenzüge des Djebel Bani führt die Straße fast geradeaus gen Westen.

27.1.2016 Djebel Bani
27.1.2016 Djebel Bani

Zeitweise fahren wir an ungewohnt großen Feldern vorbei, die z.T. mit Folie abgedeckt sind.

27.1.2016 Mit Folie abgedeckte Gemüsefelder westlich von Zagora
27.1.2016 Mit Folie abgedeckte Gemüsefelder westlich von Zagora

Dann knickt die Straße nach Süden ab und führt durch einen Durchbruch im Djebel Bani. Wir sehen bizarre Fels- und Sandformationen und gigantische Ausspülungen, die auf große Wassermengen in der Vergangenheit schließen lassen. Längs des Wadi sind wieder schönen Palmenhaine. In Foum Zguid finden wir einen hübschen Campingplatz und amüsieren uns über Landsleute, die sich beschweren, dass sich doch tatsächlich andere Wohnmobile neben sie gestellt haben… Wir waren es nicht!

27.1.2016 Idyllischer Campingplatz in Foum Zguid
27.1.2016 Idyllischer Campingplatz in Foum Zguid

Am nächsten Tag geht es weiter westwärts und die Straße führt zu Torges Begeisterung  durch eine richtige Furt.

28.1.2016 Furt zwischen Foum Zguid und Tissint
28.1.2016 Furt zwischen Foum Zguid und Tissint

Weiter geht es zum Wasserfall von Tissint und wir sind erfreut, mal wieder richtig fließendes Wasser zu sehen, wenn es auch nicht viel ist.

28.1.2016 Wasserfälle von Tissint
28.1.2016 Wasserfälle von Tissint

Die Fälle und die Staubecken dahinter sind schön anzusehen, auch wenn sie etwas verbaut wurden.

28.1.2016 Aufgestautes Wasser hinter den Fällen von Tissint
28.1.2016 Aufgestautes Wasser hinter den Fällen von Tissint

Am späten Nachmittag erreichen wir das Oasenstädtchen Tata und finden gerade noch vor Dunkelwerden einen Platz auf dem Camping Municipal direkt in der Stadt. Dort stehen wir zwischen 37 französischen und einem holländischen Wohnmobil auf einer Betonfläche dicht an dicht. Direkt nach uns wird das eiserne Tor geschlossen und die französische Community lebt, wie sie es aus Frankreich kennt. Wir kommen uns etwas deplaziert vor aber für eine Nacht wird es schon gehen. Immerhin bietet die Betonfläche Gelegenheit mal gründlich sauber zu machen und uns von dem Stück Auslegware zu trennen, das uns als Bodenbelag diente und inzwischen nicht mehr annähernd sauber zu bekommem ist. In Tata gibt es alles und so holen wir Geld,  füllen unsere Vorräte auf und schicken Post ab bevor es weiter gen Meer geht.

29.1.2016 Landschaft nördlich von Tata am Oued Tata
29.1.2016 Landschaft nördlich von Tata am Oued Tata

Nach einem Schlenker nach Norden, der uns wunderschöne Aussichten beschert, finden wir die richtige Straße nach Südwesten. Die Landschaft wird flach, nur gelegentlich unterbrochen von schrägen Felsriegeln. Zwischen solchen machen wir in völligerEinsamkeit ein Päuschen und spielen mit Spike. Dann geht es noch ein Stück weiter nach Oum-el-Alek. Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz folgen wir einem Hinweisschild, fahren eine anspruchsvolle Piste und dann einen Schlenker durch das Dorf und sind wieder an der Hauptstraße auf der wir hergekommen sind. Wir bemerken einen riesigen, leeren und geschlossen wirkenden Camping Municipal, den wir vorhin übersehen haben. Auf Nachfrage wird das Tor für uns geöffnet und wir fahren auf den Platz, der Raum für mindestens 200 Wohnmobile bieten würde. Ein kleines steht schon da… Wir sehen über den Zustand der Sanitäranlagen hinweg und freuen uns über die geschlossene Mauer außenrum und den vielen Platz, da wir so nochmal mit Spike spielen können.

Unsere Karte zeigt in ca. 10 km Entfernung Felsgravuren und Rollos GPS findet in 5,6 km Entfernung ebenfalls welche. So machen wir uns am nächsten Morgen auf den Weg und folgen dem GPS über die Asphaltstraße auf eine Piste.  Als es uns in einen kleinen Weg schicken will, parke ich lieber und wir gehen zu Fuß weiter.

30.1.2016 Auf zu den Felsgravueren - dachten wir jedenfalls
30.1.2016 Auf zu den Felsgravueren – dachten wir jedenfalls

Noch 900 m, noch 500 m, wir stehen in einer Sraßenbaustelle, noch 240 m, gleich sind wir da. Vorsichtig gucken wir über eine Mauer in einen privaten Hof. Kein Felsen zu sehen aber das GPS behauptet steif und fest, hier seien wir richtig. Ein junger Mann spricht uns an und erklärt, dass wir noch 4-5 km einfach der Piste folgen müssten, Richtung Berge, dann seien wir bei den Gravuren. Berge, das leuchtet ein für Felsgravuren. Wir gehen also zurück zum Auto und folgen der Piste, die sich bereits nach 300 m das erste Mal und auf den folgenden 5 km noch so etwa 25 Mal verzweigt. Ich fahre auf einen der vielen Berge zu und halb um ihn herum.

30.1.2016 Auf der Suche nach den Felsgravuren hinter Oum-el-Alek
30.1.2016 Auf der Suche nach den Felsgravuren hinter Oum-el-Alek

Hier ist es wunderschön. Ein Wadi, kontrastreiche, fast schwarze Felsriegel, steiniger und z.T. sandiger Boden, etwas grüner Bewuchs und einige schattenspendende Bäume. Bei so einem halten wir und verbringen die Mittagszeit im Schatten mit Spielen, Briefe schreiben und Lesen. Ich suche nochmal alle Informationen in meinem uralten Reiseführer zusammen aber es wäre pures Glück die Gravuren zu finden. Torge meint, dass wir uns heute und morgen Zeit nehmen, die Gravuren zu suchen, dann aber weiterfahren sollten. Ich registriere plötzlich, was für ein Luxus das ist, in solchen zeitlichen Dimensionen denken zu dürfen.

SONY DSC
SONY DSC

Als die Sonne nicht mehr ganz so hoch steht, machen wir einen Spaziergang durch das  Wadi und zu den Felsen bis wir unser Auto nicht mehr sehen können. Torge wird auf einmal unruhig. Ob es daran liegt oder an meiner Bemerkung, wieviele Menschen in der Wüste in plötzlich wasserführenden Wadis ertrinken, weiß ich nicht. Jedenfalls möchte er nicht weitergehen, zurück zum Auto und auch nicht mehr hierbleiben.

30.1.2016 Piste hinter Oum-el-Alak
30.1.2016 Piste hinter Oum-el-Alak

So machen wir uns wieder auf den Weg und erreichen am späten Nachmittag das Örtchen Icht, wo wir auf einem netten Campingplatz stehen bleiben. Leider reißt sich noch am selben Abend Spike von der Leine los – der Karabiner ist einfach gebrochen – und macht Jagd auf eine Ziegenherde, die vor dem Platz vorbeizog. Bevor Torge ihn einfangen kann, hat der die Tiere in alle Richtungen vertrieben und einen Bock gebissen. Als ich dazukomme, ist die Ziegenhirtin mit den restlichen Tieren verschwunden. Dafür stehen nun diverse Frauen und Kinder da und diskutieren. Mit Hilfe des Patron vom Zeltplatz finde ich heraus, dass das Tier noch lebt und heute gar nichts darüber gesagt werden kann, wie es weitergeht. Morgen sollen wir nochmal miteinander reden.  Zurück am Auto tröste ich Torge, dem das verletzte Tier sehr leid tut. Am nächsten Abend kommt der Sohn der Besitzerin und erzählt, dass der Bock geschlachtet werden muss und bei der Jagd ein weiteres Tier verloren gegangen ist. Ich zahle umgerechnet 40 Euro für die beiden Tiere und bin froh, dass sich das so unkompliziert regeln läßt. Spike machen wir inzwischen  nur noch mit dem Stahlseil und großen Karabinern fest.

Am nächsten Morgen wollen wir endlich ans Meer und fahren weiter nach Westen bis  Bou-Izakkarn und dann nördlich über den Tizi-Mighrt bis Tiznit. Dort tanken wir, kaufen ein und bewundern kurz die gut erhaltene Stadtmauer. Dann geht es nach Aglou  Plage am Atlantik. Der erste Blick auf das Meer ist umwerfend. Wir fahren einmal durch den Ort, sehen die eng stehenden weißen Womos auf dem Campingplatz und unten an der Promenade und fahren dann noch ein kleines Stück weiter bis zum Camping…

1.-3.2.2016 Unser netter, einfacher, kleiner und preiswerter Campingplatz
1.-3.2.2016 Unser netter, einfacher, kleiner und preiswerter Campingplatz

Die Ein- und Ausfahrt ist allerdings für kleinere Fahrzeuge, als unseres gedacht. Routiniert räumt der Besitzer schnell die nur aufgestapelten Steine beiseite, so dass eine Lücke in der Mauer entsteht, durch die wir rein- und später wieder rausfahren können.

3.2.2016 "Unsere" Ein- und Ausfahrt
3.2.2016 „Unsere“ Ein- und Ausfahrt

Die Felsen und das Meer begeistern uns, auch wenn es viel zu wild zum Baden ist. Ungewohnt ist für uns auch die hohe Luftfeuchtigkeit.

3.2.2016 Atlantik bei Aglou Plage
3.2.2016 Atlantik bei Aglou Plage

Es ist geradezu diesig hier. Die vergangenen 6 Wochen hatten wir immer strahlend blauen Himmel.

2.2.2016 Felsen und Gischt
2.2.2016 Felsen und Gischt
2.2.2016 Der Atlantik brandet an die Felsen bei Aglou Plage
2.2.2016 Der Atlantik brandet an die Felsen bei Aglou Plage
2.2.2016 Torge klettert gern auf den Felsen herum
2.2.2016 Torge klettert gern auf den Felsen herum

Nach 2 Tagen fahren wir weiter Richtung Süden, machen eine kurze Pause in Sidi-Mohamed-ou-Abdallah, wo Torge den Felsen besteigt und wir die natürlichen Brücken bewundern. In dieser geschützten Bucht sehen wir zum ersten Mal auch Badende.

3.2.2016 Torge steigt auf den Felsen der Badebucht in Sidi-Mohamed-ou-Abdallah
3.2.2016 Torge steigt auf den Felsen der Badebucht in Sidi-Mohamed-ou-Abdallah

Entlang der beeindurckenden Küste und vorbei an mehreren voll belegten Campingplätzen finden wir In Sidi Ifni direkt am Strand einen nicht ganz so vollen Platz für einige Tage.

3.2.2016 Campingplatz in Sidi Ifni, rechts die Felswand, linkds das Meer, dazwischen Platz für 3 Reihen Wohnmobile
3.2.2016 Campingplatz in Sidi Ifni, rechts die Felswand, linkds das Meer, dazwischen Platz für 3 Reihen Wohnmobile

Das Rauschen des Meeeres ist beeindruckend laut, Da wir direkt unten an einer Felswand stehen, hören wir es von beiden Seiten. Sidi Ifni selbst ist von den Portugiesen begründet worden und mit seinen weiß-blauen Häusern, einem Park und vielen Terassen an der steilen Küste recht hübsch. Vor einigen Jahren haben starke Regenfälle hier verheerenden Schaden angerichtet, was an vielen Stellen noch zu sehen ist. Überall wird noch ausgebessert und wieder aufgebaut. Der Strand ist an sich schön aber wie so oft, schockiert uns die Menge an Plastikmüll, der sich überall sammelt.

Auf dem Platz genießen wir einige Tage die gute Ausstattung mit Strom, Internet, heißen Duschen und einer Waschmaschine. Wir chatten und skypen endlich mal wieder mit zuhause und ich komme dazu einigen Bürokram zu regeln und diesen blog zu aktualisieren.

Eine weitere Attraktion ist der arme Vogel Strauß, der in einem großen Gehege an der Felswand gehalten wird.

4.2.2016 Strauß auf dem Campingplatz in Sidi Ifni
4.2.2016 Strauß auf dem Campingplatz in Sidi Ifni