Spikes Tagebuch

Fähre fahren

Hu hi meine Freunde, am 14,15.3.2016 sind wir (Jutta, Lasse, Torge und ich, Spike) mit der Fähre von Tanger Med nach Algeciras rüber gefahren.Das war sehr schaukelig und ich dachte, ich muss jeden Moment kotzen. Das größere Problem war, dass ich im Auto war und wenn man nur so wenig sieht, ist das echt doof.

Auch wenn es richtig cool ist, sich wieder ins Gras zu legen!!!

UND KEINE PIKSER MEHRRRRRRR!!!+++

Sind jetzt auf dem Weg nach Portugal.

Sind am 16.3.2016 in Portugal eingereist.

 

Sind dann langsam nach Lissabon gefahren, direkt am Meer entlang, haben da dann Andrea,Victoria und Isabella vom Flughafen abgeholt und dann war es schön, denn dann hat man immer jemanden, der mit spielt,streichelt und ausgeht. Das ist so schönnnnnnnnn!!!

Auch wenn ich manchmal ganz lange im Auto warten musste, weil sie sich die Stadt angeguckt haben.

11.4.2016

Als wir auf dem Weg nach Salamanca waren, haben wir auf einer Autobahnraststätte angehalten und sind vom Auto über den Parkplatz und dann über die Leitplanke und eine kleine Abflussrille (etwa 30 cm Durchmesser) ins Grüne gesprungen.

Das ging locker, fast aus dem Stand – schließlich bin ich ein sportlicher Hund!

Als wir wieder zurückkamen vom Gassigehen, bin ich wieder gesprungen aber auf einmal war die Leitplanke viel höher!!!

Und da bin ich mit dem Bauch dran hängen geblieben und alle haben mich ausgelacht!!!!

Später hat Torge mir erzählt,dass runter Springen einfacher geht, als wieder rauf.

AHA! Das muss ich mir wohl mal merken!

20.4.2016

Heute haben Torge und Jutta lange mit so einem großen grünen Gummiding u d einer Luftpumpe rumhantiert. Als das Ding fertig war, nannten sie es Boot und haben meine Matten da reingelegt. Dann gab es ein lustiges Spiel: Reinspringen, leckeren Naschi futtern, wieder rausspringen.

20.4.2016 "Und wo bleibt mein Leckerli??!"
20.4.2016 „Und wo bleibt mein Leckerli??!“

Schließllich haben sie so komische lange Dinger in die Hand genommen und wir haben das Boot zum Strand geschleppt. Die beiden haben es hochgehoben und ich habe in die richtige Richtung gezogen. Nur manchmal fanden sie meine Richtung nicht richtig…

Dann kam das Boot ins Wasser und weil Jutta und meine Naschitüte auch drin waren, bin ich hinterher gesprungen. Das war vielleicht komisch wackelig. Ich habe mir also meinen Naschi abgeholt und wollte wieder raushüpfen aber da war schon überall Wasser und Torge saß auf einmal auch mit drin und das Ufer war weit weg.

Ich wußte gar nicht, wie ich mich richtig hinsetzen sollte. Irgendwie hing der Schwanz immer ins Wasser. Dann habe ich es auf dem Rand versucht aber da hat Jutta gequiekt. War ganz schön aufregend das Ganze.

Jutta und Torge haben mit den langen Dingern, jetzt weiß ich ,dass die Paddel heißen, rumgefuchtelt und irgendwie sind wir zu der Insel rübergekommen. Da durfte ich dann endlich aussteigen und mal pinkeln. Nach wenigen Minuten wollten die beiden aber wieder los und ich sollte wieder einsteigen. Naja, der Naschi lockte aber als ich den gefuttert hatte, bin ich schnell wieder rausgesprungen. Dummerweise war das Wasser schon tiefer, also schnell wieder rein ins Boot. Das fanden die beiden aber auch nicht so gut – nur weil so ein bis zwei Eimer Wasser mit mir reinkamen – die wissen auch nicht, was sie von mir wollen!

Naja, auf dem Weg zurück bin ich lieber still sitzen geblieben, damit sie nicht so schimpfen.

Wir waren alle ziemlich nass als wir zurück am Auto waren und es fing auch noch an zu regnen. Und wisst ihr, was die größte Gemeinheit war? Die beiden machen es sich mit warmem Kakao und Keksen im Bett gemütlich und ich muss draußen bleiben! Zum Glück bekam ich zum Trost einen eigenen Knochen. Von dem habe ich nichts, aber auch gar nichts, abgegeben. Das haben sie nun davon!

Sturm und Regen am Cabo da Roca und Ferien in Ericeira

Nach dem Ausschlafen packen wir das blaue Auto und starten zu fünft (plus Spike) gen Westen. In Estoril und Carcais bestaunen wir die mondänen Ferienorte und das Spielkasino (von außen) und fahren dann weiter an das Cabo do Roca, den westlichsten Punkt Festlandeuropas. Nur ein paar Inseln liegen noch weiter im Westen.

2.4.2016 Blick von Süden auf das Cabo da Roca
2.4.2016 Blick von Süden auf das Cabo da Roca

Der Kontrast ist faszinierend.

2.4.2016 Cabo da Roca
2.4.2016 Cabo da Roca

Nur wenige km hinter den Strandpromenaden und Hotels erleben wir Natur pur an einer schroffen Steilküste, wo uns die Gischt der heranrollenden Wellen um die Ohren fliegt.

2.4.2016 Damit wir auch wissen, wo wir gewesen sind....
2.4.2016 Damit wir auch wissen, wo wir gewesen sind….

Mit wenigen anderen Touristen stehen wir dort und schauen nach Westen – Nur noch Wasser bis Amerika!

2.4.2016 Ganz schön viel Wasser!
2.4.2016 Ganz schön viel Wasser!

Dann wird es uns aber zu kalt und wir wärmen uns mit einem heißen Kakao im Panoramcafé. Schließlich fahren wir weiter, denn wir benötigen noch einen Campingplatz für heute Nacht. Meine Landkarte ist fast 30 Jahre alt und so sind von dem ersten Platz, den wir anlaufen nur noch Ruinen zu sehen. In Ericeira sind wir dann erfolgreich und stehen auf einem schönen Platz mit Blick auf’s Meer, das zu Fuß in wenigen Minuten zu erreichen ist.

2. - 7.4.2016 Campingplatz Ericeira
2. – 7.4.2016 Campingplatz Ericeira

Torge baut wieder sein Zelt auf und wir machen noch einen Spaziergang an den Strand. Es gibt hier mehrere unbewachte Strände, die von steilen Felsen eingerahmt sind.

5.4.2016 Bei Flut bleibt nicht viel Strand trocken
5.4.2016 Bei Flut bleibt nicht viel Strand trocken

Auch hier ist es noch stürmisch und die Wellen schlagen mit großer Wucht an das Ufer.

3.4.2016 Das Meer tobt!
3.4.2016 Das Meer tobt!

Leider regnet es die nächsten 2 Tage, so dass wir nur kurze Spaziergänge zwischen den Schauern schaffen und ansonsten Karten und anderes spielen.

4.4.2016 Ups! Ein Becher ist umgefallen und die Una-Karten müssen trocknen
4.4.2016 Ups! Ein Becher ist umgefallen und die Una-Karten müssen trocknen
3.4.2016 Beschäftigung bei Regen
3.4.2016 Beschäftigung bei Regen

Aber dann wird es schön und es kommt so ein richtiges Ferienfeeling auf.

5.4.2016 Torge mit Ball und Indo Board
5.4.2016 Torge mit Ball und Indo Board

Wir spielen Wikingerschach und die Kinder auch Fußball, gehen oft an den Strand oder zum Einkaufen und Eissessen in das Städtchen.

6.4.2016 Einkaufstour und Spike bewacht geduldig das Rad
6.4.2016 Einkaufstour und Spike bewacht geduldig das Rad
6.4.2016 Geschützter Badestrand in Ericeira
6.4.2016 Geschützter Badestrand in Ericeira

Einen Abend verbringen Andrea und ich klönend (und ohne lauschende Kinder) in einer Bar und wir können nachmittags in der Sonne sitzen und Kaffee trinken.

5.4.2016 Am Hafen von Ericeira
5.4.2016 Am Hafen von Ericeira
5.4.2016 Kapelle in Ericeira
5.4.2016 Kapelle in Ericeira

Viel zu schnell geht  die Zeit vorbei und am Nachmittag des 7. April machen wir uns wieder auf Richtung Lissabon. Dank Andreas Charme dürfen wir auf einer Tankstelle fast direkt am Flughafen übernachten, so dass die drei am nächsten Morgen früh zu Fuß zu ihrem Flug marschieren können. Traurig nehmen wir schon abends Abschied. Schön war es mit Euch!

Lissabon – die weiße Stadt ist ganz schön bunt!

Am 28.3. erreichen wir Lissabon und quartieren uns auf dem teuren aber gut ausgestatteten  “ Camping Lisboa“ am Stadtrand ein. Es gibt sowohl zum Flughafen als auch in die Innenstadt eine direkte Busverbindung. Letztere probieren Lasse und ich am nächsten Mittag gleich aus und bummeln einmal über den Place de Comercio, hinauf zum Castelo de Jao Jorge und durch das mittelalterliche Viertel wieder hinunter zum Rossio. Dann machen wir uns mit der Metro auf zum Flughafen, wo wir Andrea und ihre Mädels in Empfang nehmen, die die nächsten 10 Tage bei uns bleiben werden.  Torge hat bei soviel Damenbesuch lieber sein Zelt aufgebaut und schläft dort. Lasse fährt früh am nächsten Morgen mit dem ersten Bus zum Flughafen und fliegt dann nach hause. Wir haben es beide sehr genossen, dass er da war. Der Abschiedsschmerz wird durch die Freude über unseren neuen Besuch gemildert. Die nächsten drei Tage erkunden wir mit Bus, Straßenbahn, Fähre, Fahrstuhl, Elevadora und zu Fuß die tolle Stadt.

30.3.2016 Reiterstandbild, Triumpfbogen und Eingang zum Schachbrettviertel
30.3.2016 Reiterstandbild, Triumpfbogen und Eingang zum Schachbrettviertel
30.3.-1.4.2016 Altes Kirchenportal - aber welches??
30.3.2016 Altes Kirchenportal – aber welches??
30.3. - 1.4.2016 Die Katedrale von Sé
30.3.2016 Die Katedrale von Sé
30.3. - 1.4.2016 In der Kathedrale von Sé
30.3.2016 In der Kathedrale von Sé
29.3. - 1.4.2016 Das Kloster der Kathedrale
29.3.2016 Das Kloster der Kathedrale
30,3,2016 - Wie heißen die Dinger noch?
30.3.2016 – Wie heißen die Dinger noch?
30.3.2016 Archäologische Ausgrabungen im Kloster
30.3.2016 Archäologische Ausgrabungen im Kloster
30.3.2016 Auf dem Castelo de Sao Jorge
30.3.2016 Auf dem Castelo de Sao Jorge
30.3.2016 Eine der historischen Straßenbahnen - hier auf Sightseeingtour
30.3.2016 Eine der historischen Straßenbahnen – hier auf Sightseeingtour
30.3.2016 Blick vom Castello auf die Stadt und den Elevador da Bica
30.3.2016 Blick vom Castello auf die Stadt und den Elevador da Bica
31.3.2016 Das Jeronimus Kloster aus der Ferne
31.3.2016 Das Jeronimos Kloster aus der Ferne
31.3.2016 Und auch noch ein paar Türmchen des Jeronimus Klosters
31.3.2016 Und auch noch ein paar Türmchen des Jeronimos Klosters
31.3.2016 Das Portal des Jeronimus Klosters aus der Nähe
31.3.2016 Das Portal des Jeronimos Klosters aus der Nähe
31.3.2016 Der Torre de Belem
31.3.2016 Der Torre de Belem
31.3.2016 Balkon des Torre de Belem
31.3.2016 Balkon des Torre de Belem
31.3.2016 Straßencafés im Schachbrettviertel
31.3.2016 Straßencafés im Schachbrettviertel
31.3.2016 Der Elevador da Bica aus der Vogelperspektive
31.3.2016 Der Elevador da Bica aus der Vogelperspektive
31.3.2016 Picknick vor den Klosterruinen Ruinas do Carmo
31.3.2016 Picknick vor den Klosterruinen Ruinas do Carmo
31.3.2016 Hübsche Häuserfront - und ein Theater für Merle
31.3.2016 Hübsche Häuserfront – und ein Theater für Merle
31.3.2016 Prachtvolle Azujelos an alten Häusern
31.3.2016 Prachtvolle Azujelos an alten Häusern
31.3.2016 Bunte Häuerzeile
31.3.2016 Bunte Häuerzeile
1.4.2016 Mit der Fähre über den Tejo
1.4.2016 Mit der Fähre über den Tejo
1.4.2016 Die Christusstatue - ich durfte unten bleiben....
1.4.2016 Die Christusstatue – ich durfte unten bleiben und eine Galao trinken während die anderen (mit der Kamera) im Fahrstuhl auf die Aussichtsplatzform gefahren sind
1.4.2016 Blick von der Statue auf die Brücke des 25. April
1.4.2016 Blick von der Statue auf die Brücke des 25. April
Das Azujelo-Museum ist im ehemaliges Kloster Madre de Deus untergebracht
1.4.2016 Das Azujelo-Museum ist im ehemaligen Kloster Madre de Deus untergebracht
1.4.2016 Alte Azujelos, die noch restauriert werden sollen, werden in Kisten gelagert
1.4.2016 Alte Azujelos, die noch restauriert werden sollen, werden in Kisten gelagert
1.4.2016 Ein Riesenpuzzle ---
1.4.2016 Ein Riesenpuzzle —
1.4.2016 Ein meterlanges Stadtpanorama aus der Zeit vor dem großen Erdbeben in Lissabon (1755)
1.4.2016 Ein meterlanges Stadtpanorama aus der Zeit vor dem großen Erdbeben in Lissabon (1755)
1.4.2016 Detail der Stadtansicht
1.4.2016 Detail der Stadtansicht
1.4.2016 Die ältesten Azujelos zeigen nur Ornamente
1.4.2016 Die ältesten Azujelos zeigen nur Ornamente
1.4.2016 Auch Reliefs sind dabei
1.4.2016 Auch Reliefs sind dabei
1.4.2016 Aber das allermeiste sind christliche Motive aus Kirchen
1.4.2016 Aber das allermeiste sind christliche Motive aus Kirchen

Am 2. April verlasssen wir Lissabon Richtung Küste.

Portugals fantastische Süd- und Südwestküste

Wir fahren von Algeciras über einen schönen Frühstücks-Aussichts-Vogelbeoabachtungs-Platz vor Tarifa ziemlich direkt an die spanisch-portugisische Grenze, übernachten auf einem Rastplatz und sind am nächsten Morgen in der Algarve. In Albufeira suchen wir uns einen netten Campingplatz für 2 Nächte. Bei einem Fahrradausflug an die Strandpromende von Albufeira sind Lasse und ich überrascht, wie viele Engländer hier unterwegs sind.

17.3.2016 Café in Albufeira
17.3.2016 Café in Albufeira

Selbst die Schilder sind vielfach auf Englisch verfasst. Insgesamt ist es uns hier aber zu voll, zu touristisch und auch zu eng für unser großes Auto, denn vielfach sind die Zufahrten zu den Stränden auf 3,5 t begrenzt.

Nach 2 Tagen geht es also weiter nach Westen zum Cabo de Sao Vicente.

18.3.2016 Leuchtturm mit Museum am Cabo de Sao Vicente
18.3.2016 Leuchtturm mit Museum am Cabo de Sao Vicente
18.3.2016 Cabo Sao Vicente - am südwestlichsten Zipfel Europas
18.3.2016 Cabo Sao Vicente – am südwestlichsten Zipfel Europas

Und dann bummeln wir langsam die Küste hoch und klappern dabei viele wunderschöne Buchten ab und freuen uns über das meistens schöne Wetter.

21.3.2016 Torge und Spike am Praia Amado
21.3.2016 Torge und Spike am Praia Amado
22.3.2016 Bucht bei Aljezur
22.3.2016 Bucht bei Aljezur

Lasse leiht sich mehrere Tage ein Surfboard zum Wellenreiten und wir genießen die fantastische Landschaft und die schönen Strände.

19.3.2016 Lasse
19.3.2016 Lasse
19.3.2016 Wellenreiten am Praia Amado
19.3.2016 Wellenreiten am Praia Amado

An der Küste läuft ein toller Wanderweg entlang, der „Rota Vicentina“, auf den wir immer wieder treffen und auf dem ich ausgiebige Spaziergänge mache.

18. - 25.3.2016 Immer wieder kommen wir an den Rota Vincntina
18. – 25.3.2016 Immer wieder kommen wir an den Rota Vicentina
24.3.2016 anderung hinter Arrifana
24.3.2016 See hinter Arrifana
25.03.2016 Odeceixe
25.03.2016 Odeceixe

Spike begleitet mich immer, Torge manchmal und spielt ansonsten am Strand, fährt Rad oder genießt das Nichts tun und das Spielen am PC.

19.3.2016 Torge und Spike toben am Strand
19.3.2016 Torge und Spike toben am Strand
19.3.2016 Spike mit Spielseil
19.3.2016 Spike mit Spielseil

Auch das Lesen hat er gerade für sich entdeckt. Abends spielen wir oft zusammen Rummikub, wobei eigentlich immer Lasse gewinnt… Inzwischen haben wir die Algarve verlassen und sind auf einem Campingplatz im Alentejo im Örtchen Vila Nova de Milfontes, wo der Rio Mira mündet. Die nächsten Tage fahren wir weiter nach Lissabon.

 

Die letzten Tage in Marokko

Wir erreichen die Lagune bei Mouley Bousselham am frühen Nachmittag. Die Jungs laden sofort nach dem Einchecken auf dem Campingplatz die Boote ab, tragen sie zum kleinen Fischerhafen und paddeln Richtung Brandung.

12.3.2016 Fischmarkt im Hafen von Moulay Bousselham
12.3.2016 Fischmarkt im Hafen von Moulay Bousselham

Torge kommt gegen das auflaufende Wasser an der engen Durchfahrt nicht gegenan und so ziehen sie die Boote über die Sandbank und vergnügen sich in den Wellen. Spike und ich beobachten sie zuerst vom Hafen aus und dann bei einem langen Spaziergang hoch ins Dorf und wieder runter zum Strand. Als wir endlich dort ankommen, haben sie sich gerade auf den Rückweg gemacht und paddeln 50 m entfernt an uns vorbei, ohne unser Winken zu bemerken. Wir eilen zurück, denn ich habe den Autoschlüssel in der Tasche und kann mir vorstellen, dass sie nun gern aus den nassen Neos raus möchten… Nach dem Duschen und Abendbrotessen mache ich nochml einen Gang ans Wasser. Die Lagune ist wirklich wunderschön.

13.3.2016 Lagune von Moulay Bousselham
13.3.2016 Lagune von Moulay Bousselham

Für den nächsten Nachmittag haben wir eine Motorboottour zum Beobachten der Flamingos gebucht und pünktlich um halb 3 startet unser Bootsführer mit uns in einem kleinen Boot.

13.3.2016 Vogelbeobachtungstour auf der Lagune von Moulay Bousselham
13.3.2016 Vogelbeobachtungstour auf der Lagune von Moulay Bousselham

Wir sehen mehrmals Kormorane, verschiedene Reiher und natürlich viele Möwen.

13.3.2016 Möwen und Kormorane
13.3.2016 Möwen und Kormorane

Und dann auch eine kleine Gruppe Flamingos.

13.3.2016 Auf der Suche nach den Vögeln
13.3.2016 Auf der Suche nach den Vögeln

Beim Versuch möglichst nahe heran zu kommen, stranden wir mehrfach im flachen Wasser und unser Kapitän muss uns erst auf einer Mini-Insel absetzen und an seinem Motor schrauben, bevor es weitergeht.

13.3.2016 Kleine Reparaturen am Motor inklusive
13.3.2016 Kleine Reparaturen am Motor inklusive

Eine größre Gruppe Flamingos fliegt ganz in der Nähe vorbei. Das it sehr schön anzusehen. Nach 2 Stunden wind wir zurück im Hafen angekommen. Mit einem Wander- oder Eskikajak und ohne den Motorlärm wäre die Tour sicherlich noch schöner gewesen, für die Kurzboote war die Strecke zu lang und der Tidenstrom zu stark.

14.3.2016 Werkstatt in Larache
14.3.2016 Werkstatt in Larache

An unserem allerletzen Tag fahren wir nach Larache und finden eine Werkstatt, die uns heute Nachmittag noch den Auspuff schweißt, der inzwischen mehrere Löcher hat.

14.3.2016 Larache - schöne Arkaden mit dem Eingang zur Medina, die dann allerdings nicht mehr so schön war sondern dreckig, zerfallen und irgendwie nicht mehr lebendig
14.3.2016 Larache – schöne Arkaden mit dem Eingang zur Medina, die dann allerdings nicht mehr so schön war sondern dreckig, zerfallen und irgendwie nicht mehr lebendig

Wir gucken uns – etwas entäuscht vom Zustand – die Altstadt an, trinken etwas in einem Straßencafé am Balcon Atlantico und probieren Zuckerrohrsaft an einem Straßenstand.

14.3.2016 Stand mit Zuckerrohrsaftmaschine
14.3.2016 Stand mit Zuckerrohrsaftmaschine
14.3.2016 Jetzt ist der Saft fertig
14.3.2016 Jetzt ist der Saft fertig
14.3.2016 Torge ist noch skeptisch ab des Geschmacks...
14.3.2016 Torge ist noch skeptisch ab des Geschmacks…

Dann bummeln wir ausgiebig über den Markt und geben unsere letzten Dirham aus.

14.3.2016 Haushaltswarengeschäfte sind für uns oft die besten Souvenirshops
14.3.2016 Haushaltswarengeschäfte sind für uns oft die besten Souvenirshops

Zurück am Auto, sind die Mechaniker dabei, den reparierten Auspuff wieder anzuschrauben.

14.3.2016 Der geschweißte und lackierte Auspufftopf...
14.3.2016 Der geschweißte und lackierte Auspufftopf
14.3.2016 --- und der Auspuff selbst
14.3.2016 — und der Auspuff selbst

Wir tanken nochmal und fahren die letzten 120 km nach Tanger Med. Am Ende der Autobahn tauschen wir noch schnell die Gasflasche gegen eine volle und  stellen uns für die Fähre an. Die Ausreise ist effectiv organisiert und die Formalitäten schnell hinter uns gebracht. Wir nehmen um 0.00 Uhr die Fähre nach Algeciras. Die Überfahrt ist so kurz, dass wir nicht mal ein Bohnanza Spiel fertig bekommen und schon wieder zu den Autos runter gehen müssen. Auch die Einreise nach Spanien ist unkompliziert und schnell erledigt. Wir suchen uns einen Parkplatz und fallen müde ins Bett.

Von den herrlichen Berge bei Tafraoute nach Rabat und Salé

Wir verbringen 3 relaxte Tage auf dem Hotelcampingplatz hinter Tafraoute, denn Torge hat es richtig erwischt. Ich nutze die Zeit zum Wäsche waschen und um mal richtig aufzuräumen. Spike freut sich über diverse Spaziergänge in der wunderschönen Gegend.

4.3.2016 Berge bei Tafraoute
4.3.2016 Berge bei Tafraoute

Am Sonntagmorgen brechen wir früh um halb acht auf und kurbeln uns durch die Berge des Antiatlas Richtung Agadir. Ich bin immer wieder beeindruckt von der tollen Kulisse und dem schönen Morgenlicht.

SONY DSC
SONY DSC

In Agadir laufen wir einen Supermarkt an, denn das Hundefutter muss dringend aufgefüllt werden. Neben dem Supermarkt wird gerade ein neues Einkaufscenter eröffnet. Noch sind die meisten Geschäfte nicht eröffnet aber es gibt Livemusik von einer Männerband zu der ein älterer Herr tanzt. Das höre und sehe ich mir natürlich an. Nicht geplant war, dass ich wenige Minuten später mittanzen muss. Davon gibt es zum Glück keine Fotos, denn Torge war nicht dabei…

6.3.16 Männermusi- und Tanztruppe bei der Eröffnung eines neuen Einkaufszentrums
6.3.16 Männermusi- und Tanztruppe bei der Eröffnung eines neuen Einkaufszentrums

Unsere Landkarte ist ja schon etwas älter und so sind wir angenehm überrascht, dass die Autobahn direkt in Agadir schon beginnt und uns easy über die Berge Richtung Marrakech bringt. Mit dem letzten bisschen Licht, denn die Batterien werden schwach und schwächer, erreichen wir den gepflegten und hübschen Platz Camp Ourika, den ich aus dem Internet gesucht habe. Am nächsten Tag geht es Torge endlich wieder besser, so dass er den ganzen Tag aufbleiben mag. Wir entsanden das Auto und bauen für Lasse das Bett im Fahrerhaus bevor wir uns gegen 4 per Bus auf den Weg nach Marrakech und zum Flughafen machen. Lange müssen wir warten aber dann ist Lasse tatsächlich da und wir freuen uns sehr. Mit dem Bus geht es zurück zum Campingplatz wo wir schnell noch etwas essen und uns dabei viel zu erzählen haben. Lasse hat uns eine Ersatz-Lichtmaschhine mitgebracht und der Patron des Campingplatzes organisiert uns einen Mechaniker, der den ganzen Dienstag schraubt bis das Laden der Batterien wieder einwandfrei funktioniert. Lasse und Torge machen sich derweil in Marrakech einen schönen Tag in der Stadt. Im Süden kann man von unserem Platz aus, die schneebedeckten Gipfel des hohen Atlas sehen. So machen wir uns am Mittwoch morgen in diese Richtung auf. Wir wählen jedoch nicht die Abzweigung in das Skigebet sondern fahren in das schöne Tal Valley de l’Ourika. An einem munter sprudelnden Bach geht es den Berg hinauf. Die Landschaft ist herrlich grün und rechts und links der Straße wird das reichhaltige Angebot an Kunsthandwerk aus der Region dargeboten.

10.3.2016 Schneebedeckte Gipfel und das grüne Tal der Ourica
09.3.2016 Schneebedeckte Gipfel und das grüne Tal der Ourica

Direkt am Bach, z.T. über sehr wackelige Brücken zu erreichen, sind viele kleine Cafés und Restaurants und als wir eines mit guter Parkmöglichkeit für das blaue Auto und mit einer nicht ganz so wackeligen Brücke sehen, trinken wir dort einen Tee und erfreuen uns an der schönen Szenerie.

10.3.2016 Prkplätze für das blaue Auto sind rar. Hier haben wir einen gefunden...
09.3.2016 Prkplätze für das blaue Auto sind rar. Hier haben wir einen gefunden…
10.3.2016 Auf dem Weg zu einem der vielen Cafés im Valley de L'Ourica
09.3.2016 Auf dem Weg zu einem der vielen Cafés im Valley de L’Ourica

Dann geht es weiter hinauf bis Siti Fatma. Hier endet die Straße und es soll schöne Wasserfälle geben. Zunächst sehen wir aber erstmal nur noch mehr Restaurants und Souvenierstände.

9.3.2016 Die vielen Cafés lassen auf viiiieeel mehr Touristen im Sommer schließen...
9.3.2016 Die vielen Cafés lassen auf viiiieeel mehr Touristen im Sommer schließen…

Wir finden einen bewachten Parkplatz direkt am Fluß, wo wir auch über Nacht stehen bleiben dürfen. Torge ist das hier zu trubelig und so machen Lasse, Spike und ich uns ohne ihn mit einem Guide auf den Weg zu den 5 Kaskaden.

9.3.2016 Am Wasserfall
9.3.2016 Am Wasserfall

Erstmal geht es über den Bach und durch diverse Restaurants, dann an vielen Shops vorbei und dann endlich den Berg hinauf. Oben wird es ganz unwegsam und ich bin froh, die Wanderstiefel angezogen zu haben. Uns kommen diverse marrokanische Touristinnen in den hier üblichen Puschen entgegen, die mit dem Abstieg doch so ihre Schwierigkeiten haben… Wir schaffen die ersten 3 Wasserfälle, dann würde es über eine Leiter weiter gehen, die für Spike nicht zu bewältigen wäre. Komisch, wo unser Guide doch zuversichtlich war, dass die Tour mit Hund zu gehen sei…. Also trinken wir hier oben noch einen Tee und gehen dann wieder runter. Bei einem der Stände spricht mich ein Souvenierverkäufer auf das blaue Auto und Torge an. Er hat uns in Meski getroffen und sich an mich und den Hund erinnert – beeindruckend, so viel Eindruck hinterlassen zu haben! Zurück auf unserem Platz am rauschenden Bach, verbringen wir einen ruhigen Abend und einen sonnigen nächsten Vormittag. Nur Lasse beschwert sich, dass der Bach in der Nacht zu laut gerauscht hätte. Wer ist hier der Paddler??
Der nächste Tag führt uns bis zu einem Rastplatz an der Autobahn hinter Casablanca und der kommende Morgen dann nach Rabat Nach einer unfreiwilligen Rundfahrt durch die Stadt parken wir das blaue Auto irgendwo und fahren mit dem Taxi in die Medina. Der neue Teil der Medina ist sehr europäisch, sehr schön und trubelig: Nach einem Besuch im Postamt, wo wir runde (!) Briefmarken für unsere letzten Postkarten aus Marokko erstehen und diese mit Anleitung und Hilfe der Postbeamtin auch rund aus der Perforierung puhlen müssen, bevor wir sie aufkleben dürfen, stehen wir vor einem alten Kino in dem gerade die deutschen Kinotage mit Filmen in deutscher Sprache laufen.

11.3.2016 Postamt in Rabat
11.3.2016 Postamt in Rabat
11.3.2016 Kino mit Deutschen Filmtagen in Rabat
11.3.2016 Kino mit Deutschen Filmtagen in Rabat

Lustig aber uns zieht es weiter in den alten Teil der Medina zu den Souks und vor allem zu einem Restaurant, den die beiden Jungs sind hungrig. Zunächst laufen wir durch eine Straße in und an der überall gebaut wird, dann aber finden wir richtig schöne marrokanische Marktstraßen und mitten im Trubel auch ein zauberhaft friedliches Restaurant, wo wir sehr lecker esser.

11.3.2016 Restaurant in Rabat
11.3.2016 Restaurant in Rabat

Lasse zieht es bald wieder hinaus während Torge und ich noch etwas sitzen bleiben. Mich fuchst die Irrfahrt vom Mittag durch die Stadt noch, habe ich doch von einem zentralen Parkplatz direkt an der Medina und direkt am Wasser gelesen. Der sollte doch zu finden sein! Ist er auch. Mit google Maps finde ich schnell heraus, dass unser Restaurant keine 300 m davon entfernt ist und wir vorhin daran vorbeigefahren sind, ohne ihn zu bemerken. Mit dieser Info treffen wir Lasse am verabredeten Treffpunkt und versetzen das Auto zu diesem Platz. Der ist nicht ganz leise aber mir gefällt die Abend- und Morgenstimmung mitten in der Stadt sehr gut.

11.3.2016 Morgenstimmung am Hafen von Rabat
11.3.2016 Morgenstimmung am Hafen von Rabat

Morgens beobachte ich mit einem Kaffee in der Sonne sitzend die Jogger und vor allem die Joggerinnen. Vom modernen Marken-Laufdress über Joggingschuhe mit langem Rock und Kopftuch bis hin zu komplett verschleiert, also Burka mit Sichtgitter, Handschuhen und Laufschuhen ist alles dabei.

16.3.2016 Übernachtungsplatz in Rabat
16.3.2016 Übernachtungsplatz in Rabat

Nach dem Frühstück setzen wir mit einem Ruderboot über den Fluss, um Salé, die Schwesterstadt von Rabat zu besuchen.

12.3.2016 Rückfahrt mit dem Ruderboot von Salé nach Rabat
12.3.2016 Rückfahrt mit dem Ruderboot von Salé nach Rabat

Wir gehen durch ein modernes Neubaugebiet zur Medina, die komplett alt und sehr eng und schön ist.

12.3.2016 Neubauten in Salé
12.3.2016 Neubauten in Salé

Dort besuchen wir eine wunderschöne Medersa aus dem 14. Jahrhundert, also die Unterkunft für die Studenten der nebenan gelegenen Moschee.

12.3.2016 Die Medersa von Salé
12.3.2016 Die Medersa von Salé

Die filigranen Ornamente beeindrucken uns sehr.

12.3.2016 Ornamentkunst
12.3.2016 Ornamentkunst

Zurück gehen wir an der Stadtmauer, einer alten Bastion und einem riesigen islamischen Friedhof entlang.

12.3.2016 Freidhof in Salé
12.3.2016 Freidhof in Salé

Dann machen wir uns zu unserem letzten Ziel in Marokko auf. Wir erreichen die Lagune von Molay Bousselham am frühen Nachmittag und die Jungs beschließen sofort nach dem Einchecken auf dem Campingplatz noch Paddeln zu gehen. In Sichweite trifft die Lagune auf die offene See und dort locken die Wellen. Spike und ich beobachten sie von Land aus und machen derweil einen Spaziergang durch das Dorf und zum Strand. Am gegenüberliegenden Hang sehen wir Gleitschirmflieger. Ein unglaublich schönes Panorama! Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug mit dem Motorboot, um die vielen Vögel und vor allem die Flamingos zu sehen. Trotzdem unser Bootsführer viel Zeit damit verbringt, sein Boot und uns nach dem Stranden wieder flott zu machen und dann seinen Motor wieder zum Laufen zu bringen, sehen wir eine kleine Gruppe Flamingos im flachen Wasser stehen und eine größere Gruppe über uns hinweg fliegen. Außerdem beobachten wir Kormorane und Reiher und viele, viele Möwen. Die Lagune ist wirklich wunderschön und mit einem Wanderboot oder Eski kommt man bestimmt noch näher an die Flamingos heran. Aber es muss ja auch noch einen Grund geben, nochmal herzukommen….

Blauesauto goes offroad

Von Tan Tan fahren wir noch einige km nördlich auf die Piste ins Oued Dra. An einem schönen, fast windgeschütztem Platz entfacht uns Torge ein Lagerfeuer an dem wir lange gemütlich sitzen und uns an Stockbrot versuchen.

23.2.2016 Lagerfeuer im Oued Dra
23.2.2016 Lagerfeuer im Oued Dra

Zum Glück mag Torge halbrohen Teig ja ganz gern. Mein Versuch mit Teig in Alufolie in der Glut taugt da eher als Brikett. Am nächsten Morgen fahren wir weiter diese Piste, am schönen Fort und Hotel Tafindilt vorbei, wo wir vor 2 Wochen ja schon mal waren und weiter das Wadi hinunter und gen Meer. Die Stecke ist wunderschön und abwechslungsreich aber für uns auch recht anspruchsvoll mit engen und steilen Bachbetten, viel Felsen und gelegentlich Sand.

24.2.2016 Tiefe Spuren in der Piste verursachen ein ziemliches Geschaukel
24.2.2016 Tiefe Spuren in der Piste verursachen ein ziemliches Geschaukel
24.2.2016 Im Oued Dra
24.2.2016 Im Oued Dra

Immer wieder halten wir zu Spikes Freude zum Gucken und Fotografieren, denn dann kann er ein bisschen herumtoben.

24.2.2016 Felsformationen im Oued Dra
24.2.2016 Felsformationen im Oued Dra

Bizarre Felslandschaften, tiefe Canyons und nach dem Regen aufblühende Sträucher faszinieren uns immer wieder.

24.2.2016 ungewöhnlich leuchtender Busch im Oued Dra
24.2.2016 ungewöhnlich leuchtender Busch im Oued Dra

So manche Durchfahrt erkunden wir lieber erst zu Fuß, was uns weitere schöne Spaziergänge und Spike Pausen verschafft.

24.2.2016 Landschaft im Oued Dra
24.2.2016 Landschaft im Oued Dra
24.2.20116 Piste oder doch eher eine Treppe?
24.2.20116 Piste oder doch eher eine Treppe?

Nach 30 km sind wir auf einer flachen, steinigen Ebene angelangt und haben genug für heute. Wir brauchen eine Weile, all die ausgekippten Fächer und vor allem die Kartenspiele wieder einzuräumen.

24.2.2016 Etwas Unordnung nach der Fahrt auf der Piste
24.2.2016 Etwas Unordnung nach der Fahrt auf der Piste

Hier ist es wieder sehr windig und völlig flach und eben. Bei einem Spaziergang mit dem Hund kann ich das Meer sehen, als ich auf einen Steinhaufen klettere.

24./25.2.2016 Parken wir hier oder lüber dort? Die Entscheidung für den Übernachtungsplatz war schwer....
24./25.2.2016 Parken wir hier oder lieber dort? Die Entscheidung für den Übernachtungsplatz ist schwer….

An der Steilküste des Atlantik geht es dann auch am nächsten Tag für etliche Kilometer entlang.

25.2.2016 Steilküste auf dem Weg zum Plage Blanche
25.2.2016 Steilküste auf dem Weg zum Plage Blanche

Wir passieren einfache Fischerhütten und sehen nur gelegentlich Menschen. Einmal hält mich ein älterer Mann an und zeigt mir eine üble, nicht mehr ganz frische Verletzung am Handballen Eine richtige Verständigung ist nicht möglich aber es ist offensichtlich, dass er nichts hat, um die Wunde zu versorgen. Da können wir immerhin aushelfen und ich desinfiziere die Wunde und verbinde sie ihm. Dankbar verabschieden er und sein jugendlicher Helfer sich von uns. Torge und ich fahren mit dem eindringlichen Empfinden unseres eigenen Reichtums weiter. Auf ebener Piste lenkt Torge oft den Magirus und zeitweise bin ich ganz froh rechts zu sitzen, weil es links ganz schön nah ganz schön weit runter geht!

24.2.2016Steilküste an der die Piste entlangführt
24.2.2016Steilküste an der die Piste entlangführt

Wir passieren einen Militärposten mit Aussichtsturm und mehreren abgeschossenen (?) Panzern und Fahrzeugwracks und ich wäre gern zum Fotografieren auf den Turm gestiegen. Da aber niemand da ist, den wir fragen könnten und der Zugang versperrt ist, wird das nichts. Wir fahren also weiter und dann tauchen Sanddünen vor uns auf. Torge möchte am liebsten gleich sofort hier bleiben.

25.2.2016 Sanddünen in der Ferne
25.2.2016 Sanddünen in der Ferne

Wir haben heute erst 20 km auf der Uhr und so kann ich ihn überzeugen, noch weiter zu den nächsten zu fahren. Dahinter ist jedoch eine große Herde Schafe und Ziegen samt Hirten zu sehen. Das ist mit Spike schwierig und so fahren wir noch weiter bis wir herrlich einsam an unseren “ eigenen“ Dünen stehen.

25./26.2.2016 Stellplatz in den Ausläufern der Dünen
25./26.2.2016 Stellplatz in den Ausläufern der Dünen

Die sind nach dem Regen der vergangenen Tage noch nicht wieder völlig getrocknet und an manchen Seiten richtig fest und hart. Andere Stellen dagegen sind fluffig weich, so dass Torge und Spike wieder ausgiebig toben können und auch mir macht das rauf und runter Krabbeln Spaß. Für uns Pistenneulinge ist es dabei prima, dass die Dünen selbst auf festem Grund stehen und höchstens mal einige Meter über die Piste geweht sind, die sich hier allerdings auch in Dutzende Spuren aufgeteilt hat. Wir verbringen einen chilligen Nachmittag und die Nacht. Am nächsten Morgen ist der Himmel mit dunklen Regenwolken bedeckt und ich dränge auf’s zeitige Losfahren, denn wir stehen wieder in einem Wadi, wo ich lieber keinen Regen abbekommen möchte. Es bleibt aber den ganzen Tag trocken. Wir durchqueren einen Wasser führenden Fluss, an dem wir noch eine Pause machen und das wunderschöne, felsige Becken erkunden.

26.2.2016 Hier geht es durch ein wasserführendes Wadi
26.2.2016 Hier geht es durch ein wasserführendes Wadi

Sogar Mini-Fische sehen wir im Wasser, das je nach Brise nach rechts oder links fließt.

26.2.2016 Da wo es Wasser gibt, wächst natürlich auch die Vegetation üppig
26.2.2016 Da wo es Wasser gibt, wächst natürlich auch die Vegetation üppig

Ich bin etwas unruhig, weil wir langsam wieder parallel zum Meer fahren sollten, das aber nicht zu sehen ist. Hier ist die Piste jedoch eindeutig und es gibt kaum Abzweigungen.

26.2.2016 Ein zumindest zur Zeit nicht bewirtschaftetes Gehöft im Oued Dra
26.2.2016 Ein zumindest zur Zeit nicht bewirtschaftetes Gehöft im Oued Dra

Wir passieren unbewohnte Gehöfte und bewirtschaftete wie unbewirtschaftete Felder, einmal auch noch eine Hirtin mit Ziegen.

26.2.2016 Es ist für uns kaum vorstellbar, dass Menschen bei diesem kargen Boden und bei dieser Trockenheit hier ihr Auskommen haben
26.2.2016 Es ist für uns kaum vorstellbar, dass Menschen bei diesem kargen Boden und bei dieser Trockenheit hier ihr Auskommen haben

Zum ersten Mal sehen wir auch Dromedare mit Fohlen.

26.2.2016 Eine Kamelherde zeigt ums, dass auch hier irgendwo Menschen leben
26.2.2016 Eine Kamelherde zeigt ums, dass auch hier irgendwo Menschen leben

Und wir fahren auf eine Bergkette zu, was definitiv nicht sein sollte. Bei einer Pause steige ich auf einen Hügel und versuche zu erkennen, wo die Piste weiter hinführt, denn lt. Tacho sollten wir demnächst die Asphaltstraße am Meer erreichen. Von beidem ist jedoch nichts zu sehen. Vor den Bergen erblicke ich ein Haus, ein Moped und Menschen. Dort fahren wir hin und fragen nach dem Weg. Es sind noch 23 km bis zur Straße und wir haben offensichtlich bei den Dünen eine falsche Piste erwischt. Einer der jungen Männer möchte mit nach Guelmin fahren und so haben wir sogar einen Auskenner dabei, dessen Sprache wir allerdings nicht sprechen. Die Piste ist allerdings ab hier auch eindeutig und wird die nächsten 20 km auch immer besser bis wir nach einer auch wieder Wasser führenden Furt das Meer und die Asphaltstraße nach Guelmin erreichen. Dort setzen wir unseren Mitfahrer ab und steuern den Supermarkt an, denn uns ist inzwischen das Hundefutter ausgegangen, das es dann leider hier doch nicht gibt.

26.2.2016 Beim Supermarkt in Guelmin und später an den heißen Quellen treffen wir eine nette schwedische Familie
26.2.2016 Beim Supermarkt in Guelmin und später an den heißen Quellen treffen wir eine nette schwedische Familie

Wir füllen unsere Vorräte auf und fahren im Dunkeln noch ins nahe gelegene Abaynou, wo es bei einer Thermalquelle, Schwimmbecken und einen Campingplatz gibt. Das folgende Wochenende ist kalt und verregnet und wir erfreuen uns an 2 Abenden am Baden im heißen Wasser. Abends ist einmal das wärmere Frauenbad und einmal das Männerbad für gemischte Touristenpaare geöffnet. Die kurzen Regenpausen nutzen wir, um alle Schrauben vom Dachträger nachzuziehen und auch 3 von 4 Kofferschrauben sind nicht mehr ganz fest und müssen nachgezogen werden. 11500 km Stecke insgesamt, die sehr felsige Piste in Kombination mit den Federn, die Inzwischen kaum noch (vorn) bzw. gar keine (hinten) Spannung mehr haben, zeigen ihre Wirkung außerdem ist der rechte Außenspiegel gesprungen. Am Montagmorgen scheint die Sonne wieder und wir fahren die 11 km nach Guelmin zurück, um eine Werkstatt aufzusuchen. Nachdem uns hilfsbereite Menschen zuerst in die sehr enge Gasse mit den Pkw-Werkstätten schicken, wo wir etwas Aufruhr verursachen, da mehrere Wagen beiseite geschoben werden müssen, damit wir überhaupt hindurch passen während hinter uns lautstark gehupt wird, erklärt mir ein netter Mensch, wo die Lkw-Werkstatt zu finden sei. Dort machen sich 4 Monteure plus Übersetzer und Zuschauer über unsere diversen Problemchen her und nach 2 Stunden haben sie den Plastikstopfen aus der Zuleitung zum 2. Tank entfernt, den die Werkstatt in Frankreich wohl vergessen hat, das Spiegelglas vom rechten Außenspiegel ersetzt, beide vorderen Türen wieder gangbar gemacht, die ewig blockierenden Schmutzlappen an den Trittstufen befestigt, Hydraulikflüssigkeit für das Kupplungspedal nachgefüllt und dabei noch eine Dichtung ausgewechselt.

29.2.2016 Mechaniker der LKW Werkstatt in Guelmin
29.2.2016 Mechaniker der LKW Werkstatt in Guelmin

Das kostet uns 5 Cola für die Mechaniker und Übersetzer und umgerechnet 40 Euro. Lediglich unserer seit 100 km wieder öfter streikenden Lichtmaschine können sie nicht helfen. Das Problem haben wir gut 2 Monate nicht mehr gehabt, jetzt blinkt die Warnleuchte öfter denn je. Sie haben alle Schrauben kontrolliert und den Sitz des Keilriemens überprüft aber das habe ich gestern auch schon. So liegt wieder der Hammer griffbereit und wir verpassen dem guten Stück gelegentlich einen Schlag und hoffen, dass es bald wieder besser wird bis das Problem endgültig gelöst werden kann. Wir verlassen Guelmin Richtung Tafraoute und suchen uns nach wenigen Kilometern einen Campingplatz. Beim Hineinfahren ist ein tief hängender Ast im Weg, den Torge, auf dem Dach stehend, über unsere Dachlast hebt. Hinterher beschwert er sich, ich sei zu langsam gefahren. Das riesige Gelände ist hübsch angelegt, bietet laut Beschriftung auch Bungalows, Zelte und ein Restaurant. „Das wird gerade gemalt,“ sagt der Patron und liefert uns eine leckere Tajine ans Auto. Wie wir nachts hören und am nächsten Morgen auch sehen, ist das Gelände bis auf diverse Hunde und Hühner, die ausgiebig Lärm machen, und das Wohnhaus des Patrons allerdings verlassen. Als wir wieder hinausfahren, klettert Torge wieder hoch, denn der Ast hängt immer noch da. Ich erinnere mich an seine Worte von gestern und fahre etwas zügiger und dann auch noch einige Meter weiter, da uns das Tor aufgehalten wird und Torge immer gern ein Stück auf dem Dach mitfährt. Ein Blick in den Rückspiegel lässt mich zusammenzucken, denn er steht hinter dem Fahrzeug. Ups! Ich war zu schnell und hatte außerdem unsere Dachluke, die jetzt auf der Seite des Astes war, vergessen, so dass er sich geistesgegenwärtig am Ast festgehalten hat, zum Glück nicht an den Fahrrädern hängen geblieben ist und immerhin gebremst aber trotzdem nicht ganz sanft auf dem Boden landete. Außer ein paar Kratzern und blauen Flecken ist glücklicherweise nichts passiert.
So ein Schreck und SORRY, lieber Torge!
Wir fahren weiter die N12 in die Ausläufer des Anti-Atlas hinein und stetig bergauf. Als wir unsere Route von Foum Zguig gen Westen kreuzen, finden wir die Straße nach Ifrane d’Anti-Atlas nicht und fahren statt dessen einige km weiter westlich kleine Straßen ins Gebirge. Leider stellt unsere Lichtmaschine hier ihre Tätigkeit ganz ein und die Ladekontroll-Leuchte leuchtet ständig. Noch ist das kein Problem, denn die Batterien sind nach 3 Tagen auf dem Campingplatz alle voll geladen. Die Landschaft wird immer spektakulärer und schöner bis wir bei Tafraoute eine weite mit Palmen bestandene Ebene unter bizarren Felsen erreichen, auf der sich bestimmt 100 Wohnmobile relativ weit verstreut ihren Platz gesucht haben.

2.3.2016 Gut besuchter Wohnmobilstelllatz in Tafraoute
2.3.2016 Gut besuchter Wohnmobilstelllatz in Tafraoute

Auch wir stellen uns dorthin und machen noch einen schönen Spaziergang zu den Felsen.

1.3.2016 Tolles Abendlicht an den Felsen von Tafraoute
1.3.2016 Tolles Abendlicht an den Felsen von Tafraoute

Wir finden eine eingravierte Ziege, sind aber nicht sicher, ob es sich tatsächlich um eine prähistorische Zeichnung handelt, die es hier geben soll.

1.3.Ziege am Felsen von Tafraoute
1.3.Ziege am Felsen von Tafraoute

Der herumliegende Müll lässt eher auf eine jüngere Vergangenheit schließen. Es ist sehr schade, dass dieses wunderschöne Fleckchen Erde derart verschandelt ist. Nicht zuletzt durch hunderte wilde Camper.

1.3.2016 Tolle Landschaft und hunderte Wohnmoble bei Tafraoute
1.3.2016 Tolle Landschaft und hunderte Wohnmoble bei Tafraoute

Manche haben sich hier für Wochen eingerichtet und ihr Terrain mit Steinen etc. markiert. So gern auch wir wild an einsamen Plätzen stehen, mit so vielen Menschen funktioniert das nicht richtig und zwischen Hundehaufen und in die Büsche entsorgten Porta Pottis ist das Übernachten auch nicht wirklich angenehm. Immerhin haben die Einheimischen hier einige Geschäftsmodelle entwickelt. Ein junger Mann geht mit einem Quittungsblock herum und kassiert 10 DH also umgerechnet etwa 85 Cent, wofür weiß er auch nicht genau. Eine junge Frau zeigt ihre Speisekarte auf Französisch, Englisch und Deutsch und liefert nach Bestellung Tajine oder Couscous an den Wagen. Ein anderer versucht Arganöl und Palmenhonig zu verkaufen und morgens gibt es diverse Lieferanten von Baguette, Fladenbrot, Croissants und Pain au Chocolat. Die treffe ich allerdings erst, als ich mit Spike am nächsten Morgen vom Brot holen aus dem Städtchen zurückkomme.

2.3.2016 Schönes Gehöft auf dem Weg in das Städtchen Tafraoute
2.3.2016 Schönes Gehöft auf dem Weg in das Städtchen Tafraoute

Außerdem kommen mir dutzende Senioren mit „Hackenporsche“ entgegen, die dem Mittwochsmarkt in Tafraoute zustreben, meist dem schönen Sonnenschein entsprechend, den örtlichen Gepflogenheiten jedoch massiv widersprechend leicht bekleidet. Muss man in einem muslimischen Land tatsächlich in Shorts und ärmellos in der Stadt herumlaufen?
Wir machen uns auf den Weg und suchen eine Werkstatt. An der Straße Richtung Agadir finden wir tatsächlich eine, vor der schon diverse Wohnmobile und Busse aufgereiht sind und an denen gearbeitet wird. Überwiegend Karosserie- und Lackarbeiten, wie ich später heraus stellt.

3.3.2016 Werkstatt am Straßenrand
3.3.2016 Werkstatt am Straßenrand

Wir fahren rechts ran, steigen aus und werden von Philip und Jonas, an deren Düdos auch gearbeitet wird, freundlich begrüßt. Sie begucken das blaue Auto begeistertund bieten sogleich an, einmal nach der Lichtmaschine zu sehen, was sie auch sofort tun. Die Kabel haben jedoch Strom und so ohne größere Schrauberei lässt sich nichts feststellen. Beim anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken höre ich ihre Einschätzung, dass das hier nicht der richtige Ort für eine Reparatur der Lima sei. Torge und ich setzen uns danach in ein Café und mailen mit Rollo hin und her, der ein Ersatzteil für uns ersteigert hat. So beschließe ich endgültig, hier nichts an der Lima machen zu lassen und stattdessen jeden 2. Abend einen Campingplatz mit Stromanschluss aufzusuchen. Zurück am Wagen, kommt uns der Patron der Werkstatt ganz aufgeregt entgegen: Vorn links läuft kräftig Öl heraus. Beim Nachsehen stellt sich heraus, dass der Schlauch zur Pumpe für die Kupplung undicht geworden ist. Na, das ist ja nett, dass das blaue Auto nun direkt vor der Werkstatt kaputt geht! Heute geht aber nichts mehr und so verbringen wir den Abend und später eine unruhige Nacht an der belebten Straße und in der Gesellschaft von diversen anderen Wohnmobilisten aus Belgien, Frankreich und Deutschland, die hier auf die Fertigstellung der Reparaturen an ihren Fahrzeugen warten. Torge ist erkältet, hat Halsschmerzen und auch leichte Temperatur. So mache ich mich abends allein mit Spike auf einen schönen Spaziergang Richtung Felsen und Palmen und genieße nach der Hektik an der Straße vor der Werkstatt die Ruhe und die schöne Landschaft. Dabei entdecke ich einen Stoffhändler mit Schneiderei, dem ich am nächsten Morgen eines der Bettpolster bringe, an dem der mürbe Stoff aus den 80er Jahren aufgerissen und verschlissen ist. Später erhalten wir es mit einem schicken roten Bezug zurück. Den ganzen nächsten Vormittag schraubt der hinzugezogenen Monteur daran, den Hydraulikschlauch heraus- und wieder hineinzubekommen, ohne die Pumpe ausbauen zu müssen.

3.3.2016 Jetzt ist der Hydraulikschlauch getauscht und der Mechaniker und sein Sohn sind sehr zufrieden - wir auch!
3.3.2016 Jetzt ist der Hydraulikschlauch getauscht und der Mechaniker und sein Sohn sind sehr zufrieden – wir auch!

Zwischendurch tauscht der Chef persönlich zweimal das schon wieder gesprungene Spiegelglas aus. Mein Hinweis, dass die Kunststoffschale zu stark gebogen sei und ergo der Spiegel etwas unterfüttert werden müsse, ignorierte er. Beim Probe-Rangieren zum Ausprobieren der Kupplung springt das Spiegelglas ein drittes Mal. Dabei bleibt es nun aber auch. Ich werde in Agadir versuchen, einen neuen Spiegel zu bekommen. Kurz vor dem Losfahren lernen wir noch Niels und Johanna, Freunde von Philip und Jonas, kennen, die auch einen (etwas kleineren) Magirus fahren. Wie immer freuen wir uns über Interesse und auch sie sind ganz begeistert vom blauen Auto. Wir gehen alle zusammen einen Tee trinken und schnacken nett. (Philips  Reiseblog findet Ihr übrigens unter http://oma-duck-auf-tour.jimdo.com/ ) Niels und Johanna empfehlen uns einen netten ruhigen Campingplatz bei einem Hotel etwa 5 km außerhalb. Dort kommen wir kurz vor Dunkelwerden an.

3.3.2016 Hotelcampingplatz
3.3.2016 Hotelcampingplatz

Gern wären wir ihnen ja zu einem schönen Platz an den Felsen gefolgt aber wir brauchen heute einen Stromanschluss und Torge ist noch nicht wieder in Ordnung sondern hustet jetzt auch noch stark und da passt ein schöner, ruhiger, sauberer Platz wie dieser einfach besser.

3.-6.3.2016 Schöner, ruhiger, sauberer Stellplatz vor dem Hotel
3.-6.3.2016 Schöner, ruhiger, sauberer Stellplatz vor dem Hotel

Sturm, Gewitter und Regengüsse über Wüste und Atlantik

Von Boujdour fahren wir die eintönige Straße weiter gen Süden und weiter kommen uns viele, viele Konvois mit Militär- und Polizeifahrzeugen entgegen, so dass ich dauernd auf den Seitenstreifen ausweichen muss.  Wir übernachten hinter einem Hügel und bewundern die wunderbaren Formen, die Wind und Sand und vielleicht auch Wassen in den weichen Sandstein geschliffen haben. Manche Höhlen sind so groß, dass Torge sich hineinsetzen kann.

10.2.16 Auswaschungen im Sandstein zw. Boujdour und Dakhla
10.2.16 Auswaschungen im Sandstein zw. Boujdour und Dakhla
11.2.2016 Übernachtungsplatz
11.2.2016 Übernachtungsplatz

Ich fahre am nächsten Morgen los, bevor Torge aufsteht, um endlich Dakhla zu erreichen. Das gelingt auch und wenige km nach der Abzweigung tauchen die ersten Hinweisschilder auf die Kitesurfcamps und später an der Lagune  auch die Camps selbst auf. Jetzt fahren wir auf einer schmalen, ca. 4 km breiten Landzunge, rechts der Atlantik, den wir aber meist nicht sehen können und links die stillerer Lagune mit flachem Wasser und einer hübschen Insel in der Mitte. Still ist allerdings relativ, denn es herrscht hier ein echt starker Wind.  Wir fahren bis in die Stadt Dakhla und im berühmten Café Samarkand frühstücke ich erst mal. Torge gefällt es hier nicht, zu windig, zu sandig, und bleibt im Auto.

11.2.2016 Café Samarkand in Dakhla
11.2.2016 Café Samarkand in Dakhla

Der Wind ist wirklich unglaublich. Wir fahren einige km zurück und checken auf dem Campingplatz ein.  Eigentlich eine hübsche Anlage mit eigenem Strand direkt an der Lagune, nur etwas heruntergekommen. Hier bleiben wir für 2 Nächte, doch es ist einfach stürmisch – sehr stürmisch sogar und meistens kalt. So kalt und windig, dass man sich nicht wirklich draußen aufhalten kann, weil der fliegende Sand wie Nadeln piekst und man sofort Mund und Augen und was weiß ich noch voll hat. Spike weiß gar nicht, wie er sich mal hinsetzen soll, um sein Geschäft zu erledigen. Normalerweise hält er die Ohren aus dem Wind aber dann pustet es hinten so rein…. Wir fahren noch einmal auf die Atlantikseite und verbringen dort einen schönen Tag und beobachten dort die Windsurfer, Wellenreiter und Kitesurfer in der heftigen Brandung  (super spannend), gehen dick eingepackt ein bisschen spazieren, können einen Nachmittag tatsächlich in der Sonne am Strand sitzen  und treffen ein paar nette Leute.
Einmal pumpt Torge sogar das Schlauchboot auf, findet dann aber keinen, der mit ihm aufs Wasser will sondern nur Leute, die ihn davor warnen und packt es etwas frustriert wieder ein. Bei 8 Windstärken, starker Unterströmung und ablandigem Wind sicher eine gute Idee. Für Sportler, die Wind und Wellen lieben, ist  Dakhla sicher ein geiler Platz aber bei solchem Sturm kann man sonst eher gar nichts machen. Nachts schaukelt der Wagen so dall, dass man denkt, irgendwo an Bord zu sein.  Wir übernachten vor allem für die Ver- und Entsorgung noch einmal auf dem Campingplatz, kaufen ein und fahren die Lagune ca. 25 km wieder hinauf. Dort verbringen wir noch einen Tag auf einem freien Platz mit ca. 90 anderen Womos und unter der Obhut einer Polizeistation. Aber auch hier sitzen die Leute die meiste Zeit in ihren Wagen und nur die Extremsportler zieht es bei Flut auf das Wasser. Das Wetter soll für hiesige Verhätnisse extrem sein, so man das  für einen Ort mit 360 Tagen Wind im Jahr sagen kann, und soll auch noch eine Woche so bleiben.
Da möchten wir aber nicht drauf warten. Wir haben so viel Zeit im Wagen zusammen verbracht, dass wir schon anfangen uns gegenseitig auf die Nerven zu gehen – trotz ausgiebiger Hörbuchsessions – wir haben den ganzen Artemis Foul durchgehört. ale 7 oder 8 Bände. Also machen wir uns wieder auf den Weg nach Norden. Den Abend und die Nacht verbringen wir hinter einer großen Sanddünde, die wir auch besteigen. Torge und Spike toben happy herum und wir genießen die Einsamkeit. In Laayoune verbringen wir einen Nachmittag im Café und nutzen das Internet. Auf dem Weg aus Laayoune verfahren wir uns kräftig und so scheitert unser Plan, am Salzsee zu übernachten an der Dunkelheit, in der ich die Piste nicht fahren möchte. Wir bleiben nur einige hundert Meter von der Straße entfernt stehen und essen gemütlich Abendbrot. Als ich schon im Bett liege, hören wir, wie ein Wagen vorfährt, uns umrundet und dann wird vorsichtig geklopft. Die Polizei möchte wissen, ob alles ok ist. Die beiden Herren sind sehr freundlich und haben durchaus Verständnis für meine Bedenken, die Piste im Dunkeln zu fahren. Sie kontrollieren unsere Pässe und versichern uns dann, dass wir uns vollkommen sicher fühlen dürfen, da die Patroullie heute Nacht auf uns aufpassen wird. Am nächsten Morgen fahren wir die Piste noch ein Stück weit hinein, bis wir einen schönen, ebenen, sandigen und einsamen Platz gefunden haben, wo wir Boule und Spike ausgiebig Ball spielen und vor allem mal wieder frei laufen kann. Das genießt er sehr und wir solche Plätze auch. Mittags zieht es sich innerhalb von wenigen Minuten zu und fängt an zu tröpfeln. Wir packen zusammen und fahren zurück zur Asphaltstraße. Der Regen wird stärker und bald gießt es in Strömen, Als wir Tarfaya erreichen, stehen dort die Straßen unter Wasser und die Leute schaufeln und schieben das Wasser aus ihren Haustüren, denn viele Dächer sind wohl auch nicht richtig dicht. Wir sitzen eine Weile im Café und gucken dem Treiben zu und checken unsere Mails. Später fahren wir zum Campingplatz „Villa Bens“, der einige km außerhalb liegt. Auf diesem schönen Platz, nur durch die Straße vom Strand getrennt und sehr liebevoll gestaltet, verbringen wir die nächsten 4 Tage. Es stürmt und gewittert 2 Tage ausgiebig und regnet noch mehr. Der Himmel bietet ein wahres Schauspiel. Wenn zwischendurch die Sonne rauskommt, bilden sich wunderschöne und riesig große Regenbögen.

20.2.2016 Regenbogen über dem Campingplatz Villa Bens bei Tarfaya
20.2.2016 Regenbogen über dem Campingplatz Villa Bens bei Tarfaya

Die Wolken sehen jede Minute anders aus und man kann förmlich zusehen, wie die Pflanzen auf dem Campingplatz das Wasser aufsagen und immer grüner werden. Wir stellen fest, dass eines unserer Fenster nicht dicht ist. Das beunruhigt uns aber nicht so, da es ja in wenigen Tagen wieder warm sein soll und wir alles trocknen können, was wir jetzt zum Aufnehmen der Wassermassen verwenden. Unsere schmutzige Wäsche wird sozusagen schon einmal vorgewaschen. Zum Glück gibt es hier auch eine funtionierende Waschmaschine und einen schönen Trockenplatz. Uns tut es beiden gut, mal ein paar Tage angekommen zu sein. Torge packt die Legokiste aus und ich finde wieder Zeit zum Malen. Und wir erfreuen uns an dem schönen Platz und den guten Duschen und Toiletten. Mit den Schränken voll sauberer Wäsche aber kaum noch Vorräten brechen wir am  Montag auf. In Tarfaya kaufen wir ein und fahren dann weiter gen Norden. Nach den kühlen Regentagen ist es in der Sonne jetzt wieder richtig, Mittags sogar fast zu heiß. Die Gegend ist viel grüner als auf dem Hinweg und überall stehen noch Pfützen. Der unbefestigte Randstreifen ist manchmal gefährlich weich und rutschig und wir sehen mehrere LKW, denen das zum Verhängnis geworden ist. Zum Gück keine gefährlichen Unfälle sondern sie sind nur im Matsch steckengeblieben.  Uns ist nach einem einsamen Platz und den finden wir nördlich vom Park Naila an einer kleinen Senke, in der auch Salz gewonnen wird. Hier stehen wir ganz allein und toben barfuß im Lehm. Dort wo Wasser steht, ist es extrem glitschig, so dass Torge sich von Spike auf dem Bauch durch das Wasser ziehen läßt. Ziemlich feucht und noch mehr lehmig kommen wir zurück zum Auto. Wie gut, dass es eine Außendusche gibt, mit der Torge sich abduschen kann. Und der Rest landet- wie sollte es anders sein?-  in MEINEM frisch gewaschenen Handtuch. Abends wandern wir nochmal dorthin, wo die Salzhaufen liegen, trauen uns aber nicht näher heran, da das Gelände abgesperrt zu sein scheint. Jedenfalls ist dort ein Graben gebuddelt, den wir lieber nicht übertreten. Nach dem Abendessen entwischt uns Spike und Torge läuft im Dunkeln umher und sucht ihn. Wir sind nicht so richtig weit weg vonder Straße, wo auch nachts ab und an ein LKW entlangdonnert. Spike kommt bald darauf von allein zurück. Und Torge hat auf der Suche nach ihm am Meer tote Riesenkrebse gefunden, die wir uns am nächsten Morgen noch ansehen, bevor wir uns wieder auf den Weg machen. Wir fahren durch mehrere Oueds, die natürlich jetzt alle deutlich mehr Wasser führer als vor 2 Wochen und einmal sehen wir einen Schwarm Flamingos im seichten Wasser stehen.  Die sandigen Oueds mit dem jetzt saftigen Grün sind wunderschön anzusehen.
In Tan Tan suchen wir uns wieder ein Café, in dem wir jetzt sitzen und mailen. Das Hochladen von weiteren Fotos müssen wir wieder auf später verschieben

Weit, weit ist der Weg nach Dakhla….

Als wir Sidi Ifni verlassen, geht es erstmal wieder gen Osten sehr kurvig durch die Berge bis Guelmin. Dort füllen wir Vorräte auf und tanken und machen uns dann auf den fast geraden Weg nach Süden. Kurz vor dem Wadi des Flusses Dra, den wir ja lange entlang gefahren sind, führt eine Piste zum Ksar Tafindilt, einem zerfallenen Fort und gleichnamigen Hotel mit Campingplatz. Torge liebt Pisten, da er da meist fahren darf und so fahren wir dorthin. Landschaftlich ist das nach der recht langweilen Fahrt auf der Straße herrlich und sowohl das Ksar als auch das Hotel sind sehr schön. Dort übernachten wir und machen sowohl abends als auch am nächsten Morgen nette Spaziergänge. Dann geht es weiter gen Süden. Schon nach 50 km ist ein toller freier Stellplatz, auch an einem Wadi, zu sehen. Es stehen so etwa 10 Womos da. Also Mittagspause, Spike austoben und sogar baden. Der offene Atlantik ist hier viel zu wild aber in der Flussmündung geht es. Torge und Spike schwimmen mit Klamotten bzw. Fell hindurch nur ich muss nach der Hälfte umdrehen und außen herum gehen, da ich Papiere und Geld in der Westentasche habe. Andere Reisende haben von einem Campingplatz am Meer in 80 km Entfernung erzählt. Mit Mühe kann ich Torge überzeugen, noch weiter zu fahren. Das Fahren ist unangenehm, da die Straße nur gerade eben breit genug für 2 LkW ist. Normalerweise ist hier nicht viel Verkehr aber heute kommen uns immer wieder Kolonnen mit Polizei- und Militärbegleitung entgegen. Später erfahren wir, dass der König in der Gegend war. Wir fahren oben an einer Steilküste entlang und sehen zu unserem Erstaunen immer wieder Angler, die von hier oben mit beeindruckend langen Ruten angeln. Einmal sehen wir ein großes, eingezäuntes Loch. Ich mag da nicht rangehen aber Torge steigt aus und macht Fotos. Das Meer hat die Küste von unten durch einen Tunnel  ausgehöhlt, dann ist die Decke eingebrochen. Und die Straße führt manchmal nur 20 m von der Abbruchkante entlang – Brrrr!
Der Nachtplatz liegt bei einer Vogelschutzinsel und war mal als etwas größeres geplant. Es gibt Beobachtungsstationen, Kilometer lange Wege, Sitzbänke, ein Haus in Form einer Spirale und einen Kassierer.
Wir verlassen den Asphalt und die weißen Womos, fahren die Piste weiter durch und bleiben mit etwas Abstand zu 3 Alltadtrucks stehen. Sofort werden wir eingeladen, uns dazu zu stellen und verbringen einen netten Abend mit Leuten aus A, CH und D. Und haben am nächsten Morgen auch Hilfe beim Finden und Beseitigen einer Undichtigkeit in der Dieselleitung. Oben aus dem Rücklauf tropft es stetig raus. Genau genommen schaue ich nur zu, wie Tobi ein neues Stück Schlauch einsetzt. Dann schrauben Torge und ich noch fast eine Stunde am Dachträger. Fast alle Schrauben haben sich los gerüttelt und müssen festgezogen werden bevor es weiter geht. Heute ist nicht so viel Verkehr und das  Fahren entspannter. Wir halten bei einer riesigen Saline, wo das Salz mit großen Baggern und LkW bewegt wird. Ansonsten ist die Landschaft eintönig, gelegentlich unterbrochen von schönen Sanddünen, die manchmal auf die Straße wehen. In Tarfaya sehen wir das Antoine de Saint Exuperie Museum aber es ist geschlossen, wie fast der ganze Ort. Wir laufen einmal über die Promenade auf den Strand und steigen wieder ein. 35 km vor Laayoune folgen wir wieder einem Hinweisschild und einer 5 km Piste zu einem Camp Beduin mit Campingplatz. Der liegt wunderschön an einem Salzsee, hat vernünftige Ausstattung und wir sind die einzigen Gäste. Am nächsten Morgen fahren wir noch ein Stück auf den See hinaus bis es uns zu weich wird und wir lieber schnell wenden.  Dort frühstücken wir erstmal. Spike darf hier frei laufen und nutzt das begeistert aus. Auf dem Rückweg sehen wir uns noch einen großen Wasserfall mit wenig Wasser an und freuen uns sehr, dass wir diesen Abstecher gemacht haben. Beim Verabschieden ist der Patron vom Campingplatz ganz erstaunt, dass wir uns nicht festgefahren haben. Da sind wir ganz schön stolz, so gut aufgepasst zu haben.
Nun geht es wieder auf die Straße, die inzwischen sehr gut und hinter Laayoune sogar kurz vierspurig ist. Laayoune ist eine hübsche und quirlige Stadt mit viel Industrie am Stadtrand. Kurz danach sehen wir das Förderband, das das Phosphatvorkommen hierher transportiert. Dann kommt wieder Kilometer weit NICHTS. Unterbrochen von Windparks in gigantischen Ausmaßen und Strommasten und gelegentlich einem Dorf, das weitgehend unbewohnt scheint und oft wohl auch ist, da die Menschen für die es gebaut wurde, es oft nicht angenommen haben. Alle Orte sind – noch vom Besuch des Königs – beflaggt, geschmückt und sehr sauber und aufgeräumt. Es gibt breite Bürgersteige, Straßenlaternen, Parks, Schulen, Postämter und Polizeistationen und in den Städten Krankenhäuser, Colleges usw. Was immer man über die Saharapolitik des Königs denken mag: Für die Menschen, die hier wohnen, ist die Infrastruktur oft besser als in anderen abgelegenen Teilen des Landes.
Wir schaffen heute stolze 250 km und sind in Boujdour, etwa 350 km vor Dakhla.

Fotos folgen demnnächst!

Westwärts zum Atlantik

Wir verlassen Zagora gerade noch rechtzeitig bevor die angekündigten 140 Teilnehmer der Ralley Intercontinental auf dem Campingplatz aufschlagen, müssen jedoch schon vorsichtig um das bereits aufgebaute Organisatiorenzelt herumrangieren.  Auf einer Ebene, rechts und links begrenzt durch Höhenzüge des Djebel Bani führt die Straße fast geradeaus gen Westen.

27.1.2016 Djebel Bani
27.1.2016 Djebel Bani

Zeitweise fahren wir an ungewohnt großen Feldern vorbei, die z.T. mit Folie abgedeckt sind.

27.1.2016 Mit Folie abgedeckte Gemüsefelder westlich von Zagora
27.1.2016 Mit Folie abgedeckte Gemüsefelder westlich von Zagora

Dann knickt die Straße nach Süden ab und führt durch einen Durchbruch im Djebel Bani. Wir sehen bizarre Fels- und Sandformationen und gigantische Ausspülungen, die auf große Wassermengen in der Vergangenheit schließen lassen. Längs des Wadi sind wieder schönen Palmenhaine. In Foum Zguid finden wir einen hübschen Campingplatz und amüsieren uns über Landsleute, die sich beschweren, dass sich doch tatsächlich andere Wohnmobile neben sie gestellt haben… Wir waren es nicht!

27.1.2016 Idyllischer Campingplatz in Foum Zguid
27.1.2016 Idyllischer Campingplatz in Foum Zguid

Am nächsten Tag geht es weiter westwärts und die Straße führt zu Torges Begeisterung  durch eine richtige Furt.

28.1.2016 Furt zwischen Foum Zguid und Tissint
28.1.2016 Furt zwischen Foum Zguid und Tissint

Weiter geht es zum Wasserfall von Tissint und wir sind erfreut, mal wieder richtig fließendes Wasser zu sehen, wenn es auch nicht viel ist.

28.1.2016 Wasserfälle von Tissint
28.1.2016 Wasserfälle von Tissint

Die Fälle und die Staubecken dahinter sind schön anzusehen, auch wenn sie etwas verbaut wurden.

28.1.2016 Aufgestautes Wasser hinter den Fällen von Tissint
28.1.2016 Aufgestautes Wasser hinter den Fällen von Tissint

Am späten Nachmittag erreichen wir das Oasenstädtchen Tata und finden gerade noch vor Dunkelwerden einen Platz auf dem Camping Municipal direkt in der Stadt. Dort stehen wir zwischen 37 französischen und einem holländischen Wohnmobil auf einer Betonfläche dicht an dicht. Direkt nach uns wird das eiserne Tor geschlossen und die französische Community lebt, wie sie es aus Frankreich kennt. Wir kommen uns etwas deplaziert vor aber für eine Nacht wird es schon gehen. Immerhin bietet die Betonfläche Gelegenheit mal gründlich sauber zu machen und uns von dem Stück Auslegware zu trennen, das uns als Bodenbelag diente und inzwischen nicht mehr annähernd sauber zu bekommem ist. In Tata gibt es alles und so holen wir Geld,  füllen unsere Vorräte auf und schicken Post ab bevor es weiter gen Meer geht.

29.1.2016 Landschaft nördlich von Tata am Oued Tata
29.1.2016 Landschaft nördlich von Tata am Oued Tata

Nach einem Schlenker nach Norden, der uns wunderschöne Aussichten beschert, finden wir die richtige Straße nach Südwesten. Die Landschaft wird flach, nur gelegentlich unterbrochen von schrägen Felsriegeln. Zwischen solchen machen wir in völligerEinsamkeit ein Päuschen und spielen mit Spike. Dann geht es noch ein Stück weiter nach Oum-el-Alek. Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz folgen wir einem Hinweisschild, fahren eine anspruchsvolle Piste und dann einen Schlenker durch das Dorf und sind wieder an der Hauptstraße auf der wir hergekommen sind. Wir bemerken einen riesigen, leeren und geschlossen wirkenden Camping Municipal, den wir vorhin übersehen haben. Auf Nachfrage wird das Tor für uns geöffnet und wir fahren auf den Platz, der Raum für mindestens 200 Wohnmobile bieten würde. Ein kleines steht schon da… Wir sehen über den Zustand der Sanitäranlagen hinweg und freuen uns über die geschlossene Mauer außenrum und den vielen Platz, da wir so nochmal mit Spike spielen können.

Unsere Karte zeigt in ca. 10 km Entfernung Felsgravuren und Rollos GPS findet in 5,6 km Entfernung ebenfalls welche. So machen wir uns am nächsten Morgen auf den Weg und folgen dem GPS über die Asphaltstraße auf eine Piste.  Als es uns in einen kleinen Weg schicken will, parke ich lieber und wir gehen zu Fuß weiter.

30.1.2016 Auf zu den Felsgravueren - dachten wir jedenfalls
30.1.2016 Auf zu den Felsgravueren – dachten wir jedenfalls

Noch 900 m, noch 500 m, wir stehen in einer Sraßenbaustelle, noch 240 m, gleich sind wir da. Vorsichtig gucken wir über eine Mauer in einen privaten Hof. Kein Felsen zu sehen aber das GPS behauptet steif und fest, hier seien wir richtig. Ein junger Mann spricht uns an und erklärt, dass wir noch 4-5 km einfach der Piste folgen müssten, Richtung Berge, dann seien wir bei den Gravuren. Berge, das leuchtet ein für Felsgravuren. Wir gehen also zurück zum Auto und folgen der Piste, die sich bereits nach 300 m das erste Mal und auf den folgenden 5 km noch so etwa 25 Mal verzweigt. Ich fahre auf einen der vielen Berge zu und halb um ihn herum.

30.1.2016 Auf der Suche nach den Felsgravuren hinter Oum-el-Alek
30.1.2016 Auf der Suche nach den Felsgravuren hinter Oum-el-Alek

Hier ist es wunderschön. Ein Wadi, kontrastreiche, fast schwarze Felsriegel, steiniger und z.T. sandiger Boden, etwas grüner Bewuchs und einige schattenspendende Bäume. Bei so einem halten wir und verbringen die Mittagszeit im Schatten mit Spielen, Briefe schreiben und Lesen. Ich suche nochmal alle Informationen in meinem uralten Reiseführer zusammen aber es wäre pures Glück die Gravuren zu finden. Torge meint, dass wir uns heute und morgen Zeit nehmen, die Gravuren zu suchen, dann aber weiterfahren sollten. Ich registriere plötzlich, was für ein Luxus das ist, in solchen zeitlichen Dimensionen denken zu dürfen.

SONY DSC
SONY DSC

Als die Sonne nicht mehr ganz so hoch steht, machen wir einen Spaziergang durch das  Wadi und zu den Felsen bis wir unser Auto nicht mehr sehen können. Torge wird auf einmal unruhig. Ob es daran liegt oder an meiner Bemerkung, wieviele Menschen in der Wüste in plötzlich wasserführenden Wadis ertrinken, weiß ich nicht. Jedenfalls möchte er nicht weitergehen, zurück zum Auto und auch nicht mehr hierbleiben.

30.1.2016 Piste hinter Oum-el-Alak
30.1.2016 Piste hinter Oum-el-Alak

So machen wir uns wieder auf den Weg und erreichen am späten Nachmittag das Örtchen Icht, wo wir auf einem netten Campingplatz stehen bleiben. Leider reißt sich noch am selben Abend Spike von der Leine los – der Karabiner ist einfach gebrochen – und macht Jagd auf eine Ziegenherde, die vor dem Platz vorbeizog. Bevor Torge ihn einfangen kann, hat der die Tiere in alle Richtungen vertrieben und einen Bock gebissen. Als ich dazukomme, ist die Ziegenhirtin mit den restlichen Tieren verschwunden. Dafür stehen nun diverse Frauen und Kinder da und diskutieren. Mit Hilfe des Patron vom Zeltplatz finde ich heraus, dass das Tier noch lebt und heute gar nichts darüber gesagt werden kann, wie es weitergeht. Morgen sollen wir nochmal miteinander reden.  Zurück am Auto tröste ich Torge, dem das verletzte Tier sehr leid tut. Am nächsten Abend kommt der Sohn der Besitzerin und erzählt, dass der Bock geschlachtet werden muss und bei der Jagd ein weiteres Tier verloren gegangen ist. Ich zahle umgerechnet 40 Euro für die beiden Tiere und bin froh, dass sich das so unkompliziert regeln läßt. Spike machen wir inzwischen  nur noch mit dem Stahlseil und großen Karabinern fest.

Am nächsten Morgen wollen wir endlich ans Meer und fahren weiter nach Westen bis  Bou-Izakkarn und dann nördlich über den Tizi-Mighrt bis Tiznit. Dort tanken wir, kaufen ein und bewundern kurz die gut erhaltene Stadtmauer. Dann geht es nach Aglou  Plage am Atlantik. Der erste Blick auf das Meer ist umwerfend. Wir fahren einmal durch den Ort, sehen die eng stehenden weißen Womos auf dem Campingplatz und unten an der Promenade und fahren dann noch ein kleines Stück weiter bis zum Camping…

1.-3.2.2016 Unser netter, einfacher, kleiner und preiswerter Campingplatz
1.-3.2.2016 Unser netter, einfacher, kleiner und preiswerter Campingplatz

Die Ein- und Ausfahrt ist allerdings für kleinere Fahrzeuge, als unseres gedacht. Routiniert räumt der Besitzer schnell die nur aufgestapelten Steine beiseite, so dass eine Lücke in der Mauer entsteht, durch die wir rein- und später wieder rausfahren können.

3.2.2016 "Unsere" Ein- und Ausfahrt
3.2.2016 „Unsere“ Ein- und Ausfahrt

Die Felsen und das Meer begeistern uns, auch wenn es viel zu wild zum Baden ist. Ungewohnt ist für uns auch die hohe Luftfeuchtigkeit.

3.2.2016 Atlantik bei Aglou Plage
3.2.2016 Atlantik bei Aglou Plage

Es ist geradezu diesig hier. Die vergangenen 6 Wochen hatten wir immer strahlend blauen Himmel.

2.2.2016 Felsen und Gischt
2.2.2016 Felsen und Gischt
2.2.2016 Der Atlantik brandet an die Felsen bei Aglou Plage
2.2.2016 Der Atlantik brandet an die Felsen bei Aglou Plage
2.2.2016 Torge klettert gern auf den Felsen herum
2.2.2016 Torge klettert gern auf den Felsen herum

Nach 2 Tagen fahren wir weiter Richtung Süden, machen eine kurze Pause in Sidi-Mohamed-ou-Abdallah, wo Torge den Felsen besteigt und wir die natürlichen Brücken bewundern. In dieser geschützten Bucht sehen wir zum ersten Mal auch Badende.

3.2.2016 Torge steigt auf den Felsen der Badebucht in Sidi-Mohamed-ou-Abdallah
3.2.2016 Torge steigt auf den Felsen der Badebucht in Sidi-Mohamed-ou-Abdallah

Entlang der beeindurckenden Küste und vorbei an mehreren voll belegten Campingplätzen finden wir In Sidi Ifni direkt am Strand einen nicht ganz so vollen Platz für einige Tage.

3.2.2016 Campingplatz in Sidi Ifni, rechts die Felswand, linkds das Meer, dazwischen Platz für 3 Reihen Wohnmobile
3.2.2016 Campingplatz in Sidi Ifni, rechts die Felswand, linkds das Meer, dazwischen Platz für 3 Reihen Wohnmobile

Das Rauschen des Meeeres ist beeindruckend laut, Da wir direkt unten an einer Felswand stehen, hören wir es von beiden Seiten. Sidi Ifni selbst ist von den Portugiesen begründet worden und mit seinen weiß-blauen Häusern, einem Park und vielen Terassen an der steilen Küste recht hübsch. Vor einigen Jahren haben starke Regenfälle hier verheerenden Schaden angerichtet, was an vielen Stellen noch zu sehen ist. Überall wird noch ausgebessert und wieder aufgebaut. Der Strand ist an sich schön aber wie so oft, schockiert uns die Menge an Plastikmüll, der sich überall sammelt.

Auf dem Platz genießen wir einige Tage die gute Ausstattung mit Strom, Internet, heißen Duschen und einer Waschmaschine. Wir chatten und skypen endlich mal wieder mit zuhause und ich komme dazu einigen Bürokram zu regeln und diesen blog zu aktualisieren.

Eine weitere Attraktion ist der arme Vogel Strauß, der in einem großen Gehege an der Felswand gehalten wird.

4.2.2016 Strauß auf dem Campingplatz in Sidi Ifni
4.2.2016 Strauß auf dem Campingplatz in Sidi Ifni