Portugals fantastische Süd- und Südwestküste

Wir fahren von Algeciras über einen schönen Frühstücks-Aussichts-Vogelbeoabachtungs-Platz vor Tarifa ziemlich direkt an die spanisch-portugisische Grenze, übernachten auf einem Rastplatz und sind am nächsten Morgen in der Algarve. In Albufeira suchen wir uns einen netten Campingplatz für 2 Nächte. Bei einem Fahrradausflug an die Strandpromende von Albufeira sind Lasse und ich überrascht, wie viele Engländer hier unterwegs sind.

17.3.2016 Café in Albufeira
17.3.2016 Café in Albufeira

Selbst die Schilder sind vielfach auf Englisch verfasst. Insgesamt ist es uns hier aber zu voll, zu touristisch und auch zu eng für unser großes Auto, denn vielfach sind die Zufahrten zu den Stränden auf 3,5 t begrenzt.

Nach 2 Tagen geht es also weiter nach Westen zum Cabo de Sao Vicente.

18.3.2016 Leuchtturm mit Museum am Cabo de Sao Vicente
18.3.2016 Leuchtturm mit Museum am Cabo de Sao Vicente
18.3.2016 Cabo Sao Vicente - am südwestlichsten Zipfel Europas
18.3.2016 Cabo Sao Vicente – am südwestlichsten Zipfel Europas

Und dann bummeln wir langsam die Küste hoch und klappern dabei viele wunderschöne Buchten ab und freuen uns über das meistens schöne Wetter.

21.3.2016 Torge und Spike am Praia Amado
21.3.2016 Torge und Spike am Praia Amado
22.3.2016 Bucht bei Aljezur
22.3.2016 Bucht bei Aljezur

Lasse leiht sich mehrere Tage ein Surfboard zum Wellenreiten und wir genießen die fantastische Landschaft und die schönen Strände.

19.3.2016 Lasse
19.3.2016 Lasse
19.3.2016 Wellenreiten am Praia Amado
19.3.2016 Wellenreiten am Praia Amado

An der Küste läuft ein toller Wanderweg entlang, der „Rota Vicentina“, auf den wir immer wieder treffen und auf dem ich ausgiebige Spaziergänge mache.

18. - 25.3.2016 Immer wieder kommen wir an den Rota Vincntina
18. – 25.3.2016 Immer wieder kommen wir an den Rota Vicentina
24.3.2016 anderung hinter Arrifana
24.3.2016 See hinter Arrifana
25.03.2016 Odeceixe
25.03.2016 Odeceixe

Spike begleitet mich immer, Torge manchmal und spielt ansonsten am Strand, fährt Rad oder genießt das Nichts tun und das Spielen am PC.

19.3.2016 Torge und Spike toben am Strand
19.3.2016 Torge und Spike toben am Strand
19.3.2016 Spike mit Spielseil
19.3.2016 Spike mit Spielseil

Auch das Lesen hat er gerade für sich entdeckt. Abends spielen wir oft zusammen Rummikub, wobei eigentlich immer Lasse gewinnt… Inzwischen haben wir die Algarve verlassen und sind auf einem Campingplatz im Alentejo im Örtchen Vila Nova de Milfontes, wo der Rio Mira mündet. Die nächsten Tage fahren wir weiter nach Lissabon.

 

Die letzten Tage in Marokko

Wir erreichen die Lagune bei Mouley Bousselham am frühen Nachmittag. Die Jungs laden sofort nach dem Einchecken auf dem Campingplatz die Boote ab, tragen sie zum kleinen Fischerhafen und paddeln Richtung Brandung.

12.3.2016 Fischmarkt im Hafen von Moulay Bousselham
12.3.2016 Fischmarkt im Hafen von Moulay Bousselham

Torge kommt gegen das auflaufende Wasser an der engen Durchfahrt nicht gegenan und so ziehen sie die Boote über die Sandbank und vergnügen sich in den Wellen. Spike und ich beobachten sie zuerst vom Hafen aus und dann bei einem langen Spaziergang hoch ins Dorf und wieder runter zum Strand. Als wir endlich dort ankommen, haben sie sich gerade auf den Rückweg gemacht und paddeln 50 m entfernt an uns vorbei, ohne unser Winken zu bemerken. Wir eilen zurück, denn ich habe den Autoschlüssel in der Tasche und kann mir vorstellen, dass sie nun gern aus den nassen Neos raus möchten… Nach dem Duschen und Abendbrotessen mache ich nochml einen Gang ans Wasser. Die Lagune ist wirklich wunderschön.

13.3.2016 Lagune von Moulay Bousselham
13.3.2016 Lagune von Moulay Bousselham

Für den nächsten Nachmittag haben wir eine Motorboottour zum Beobachten der Flamingos gebucht und pünktlich um halb 3 startet unser Bootsführer mit uns in einem kleinen Boot.

13.3.2016 Vogelbeobachtungstour auf der Lagune von Moulay Bousselham
13.3.2016 Vogelbeobachtungstour auf der Lagune von Moulay Bousselham

Wir sehen mehrmals Kormorane, verschiedene Reiher und natürlich viele Möwen.

13.3.2016 Möwen und Kormorane
13.3.2016 Möwen und Kormorane

Und dann auch eine kleine Gruppe Flamingos.

13.3.2016 Auf der Suche nach den Vögeln
13.3.2016 Auf der Suche nach den Vögeln

Beim Versuch möglichst nahe heran zu kommen, stranden wir mehrfach im flachen Wasser und unser Kapitän muss uns erst auf einer Mini-Insel absetzen und an seinem Motor schrauben, bevor es weitergeht.

13.3.2016 Kleine Reparaturen am Motor inklusive
13.3.2016 Kleine Reparaturen am Motor inklusive

Eine größre Gruppe Flamingos fliegt ganz in der Nähe vorbei. Das it sehr schön anzusehen. Nach 2 Stunden wind wir zurück im Hafen angekommen. Mit einem Wander- oder Eskikajak und ohne den Motorlärm wäre die Tour sicherlich noch schöner gewesen, für die Kurzboote war die Strecke zu lang und der Tidenstrom zu stark.

14.3.2016 Werkstatt in Larache
14.3.2016 Werkstatt in Larache

An unserem allerletzen Tag fahren wir nach Larache und finden eine Werkstatt, die uns heute Nachmittag noch den Auspuff schweißt, der inzwischen mehrere Löcher hat.

14.3.2016 Larache - schöne Arkaden mit dem Eingang zur Medina, die dann allerdings nicht mehr so schön war sondern dreckig, zerfallen und irgendwie nicht mehr lebendig
14.3.2016 Larache – schöne Arkaden mit dem Eingang zur Medina, die dann allerdings nicht mehr so schön war sondern dreckig, zerfallen und irgendwie nicht mehr lebendig

Wir gucken uns – etwas entäuscht vom Zustand – die Altstadt an, trinken etwas in einem Straßencafé am Balcon Atlantico und probieren Zuckerrohrsaft an einem Straßenstand.

14.3.2016 Stand mit Zuckerrohrsaftmaschine
14.3.2016 Stand mit Zuckerrohrsaftmaschine
14.3.2016 Jetzt ist der Saft fertig
14.3.2016 Jetzt ist der Saft fertig
14.3.2016 Torge ist noch skeptisch ab des Geschmacks...
14.3.2016 Torge ist noch skeptisch ab des Geschmacks…

Dann bummeln wir ausgiebig über den Markt und geben unsere letzten Dirham aus.

14.3.2016 Haushaltswarengeschäfte sind für uns oft die besten Souvenirshops
14.3.2016 Haushaltswarengeschäfte sind für uns oft die besten Souvenirshops

Zurück am Auto, sind die Mechaniker dabei, den reparierten Auspuff wieder anzuschrauben.

14.3.2016 Der geschweißte und lackierte Auspufftopf...
14.3.2016 Der geschweißte und lackierte Auspufftopf
14.3.2016 --- und der Auspuff selbst
14.3.2016 — und der Auspuff selbst

Wir tanken nochmal und fahren die letzten 120 km nach Tanger Med. Am Ende der Autobahn tauschen wir noch schnell die Gasflasche gegen eine volle und  stellen uns für die Fähre an. Die Ausreise ist effectiv organisiert und die Formalitäten schnell hinter uns gebracht. Wir nehmen um 0.00 Uhr die Fähre nach Algeciras. Die Überfahrt ist so kurz, dass wir nicht mal ein Bohnanza Spiel fertig bekommen und schon wieder zu den Autos runter gehen müssen. Auch die Einreise nach Spanien ist unkompliziert und schnell erledigt. Wir suchen uns einen Parkplatz und fallen müde ins Bett.

Von den herrlichen Berge bei Tafraoute nach Rabat und Salé

Wir verbringen 3 relaxte Tage auf dem Hotelcampingplatz hinter Tafraoute, denn Torge hat es richtig erwischt. Ich nutze die Zeit zum Wäsche waschen und um mal richtig aufzuräumen. Spike freut sich über diverse Spaziergänge in der wunderschönen Gegend.

4.3.2016 Berge bei Tafraoute
4.3.2016 Berge bei Tafraoute

Am Sonntagmorgen brechen wir früh um halb acht auf und kurbeln uns durch die Berge des Antiatlas Richtung Agadir. Ich bin immer wieder beeindruckt von der tollen Kulisse und dem schönen Morgenlicht.

SONY DSC
SONY DSC

In Agadir laufen wir einen Supermarkt an, denn das Hundefutter muss dringend aufgefüllt werden. Neben dem Supermarkt wird gerade ein neues Einkaufscenter eröffnet. Noch sind die meisten Geschäfte nicht eröffnet aber es gibt Livemusik von einer Männerband zu der ein älterer Herr tanzt. Das höre und sehe ich mir natürlich an. Nicht geplant war, dass ich wenige Minuten später mittanzen muss. Davon gibt es zum Glück keine Fotos, denn Torge war nicht dabei…

6.3.16 Männermusi- und Tanztruppe bei der Eröffnung eines neuen Einkaufszentrums
6.3.16 Männermusi- und Tanztruppe bei der Eröffnung eines neuen Einkaufszentrums

Unsere Landkarte ist ja schon etwas älter und so sind wir angenehm überrascht, dass die Autobahn direkt in Agadir schon beginnt und uns easy über die Berge Richtung Marrakech bringt. Mit dem letzten bisschen Licht, denn die Batterien werden schwach und schwächer, erreichen wir den gepflegten und hübschen Platz Camp Ourika, den ich aus dem Internet gesucht habe. Am nächsten Tag geht es Torge endlich wieder besser, so dass er den ganzen Tag aufbleiben mag. Wir entsanden das Auto und bauen für Lasse das Bett im Fahrerhaus bevor wir uns gegen 4 per Bus auf den Weg nach Marrakech und zum Flughafen machen. Lange müssen wir warten aber dann ist Lasse tatsächlich da und wir freuen uns sehr. Mit dem Bus geht es zurück zum Campingplatz wo wir schnell noch etwas essen und uns dabei viel zu erzählen haben. Lasse hat uns eine Ersatz-Lichtmaschhine mitgebracht und der Patron des Campingplatzes organisiert uns einen Mechaniker, der den ganzen Dienstag schraubt bis das Laden der Batterien wieder einwandfrei funktioniert. Lasse und Torge machen sich derweil in Marrakech einen schönen Tag in der Stadt. Im Süden kann man von unserem Platz aus, die schneebedeckten Gipfel des hohen Atlas sehen. So machen wir uns am Mittwoch morgen in diese Richtung auf. Wir wählen jedoch nicht die Abzweigung in das Skigebet sondern fahren in das schöne Tal Valley de l’Ourika. An einem munter sprudelnden Bach geht es den Berg hinauf. Die Landschaft ist herrlich grün und rechts und links der Straße wird das reichhaltige Angebot an Kunsthandwerk aus der Region dargeboten.

10.3.2016 Schneebedeckte Gipfel und das grüne Tal der Ourica
09.3.2016 Schneebedeckte Gipfel und das grüne Tal der Ourica

Direkt am Bach, z.T. über sehr wackelige Brücken zu erreichen, sind viele kleine Cafés und Restaurants und als wir eines mit guter Parkmöglichkeit für das blaue Auto und mit einer nicht ganz so wackeligen Brücke sehen, trinken wir dort einen Tee und erfreuen uns an der schönen Szenerie.

10.3.2016 Prkplätze für das blaue Auto sind rar. Hier haben wir einen gefunden...
09.3.2016 Prkplätze für das blaue Auto sind rar. Hier haben wir einen gefunden…
10.3.2016 Auf dem Weg zu einem der vielen Cafés im Valley de L'Ourica
09.3.2016 Auf dem Weg zu einem der vielen Cafés im Valley de L’Ourica

Dann geht es weiter hinauf bis Siti Fatma. Hier endet die Straße und es soll schöne Wasserfälle geben. Zunächst sehen wir aber erstmal nur noch mehr Restaurants und Souvenierstände.

9.3.2016 Die vielen Cafés lassen auf viiiieeel mehr Touristen im Sommer schließen...
9.3.2016 Die vielen Cafés lassen auf viiiieeel mehr Touristen im Sommer schließen…

Wir finden einen bewachten Parkplatz direkt am Fluß, wo wir auch über Nacht stehen bleiben dürfen. Torge ist das hier zu trubelig und so machen Lasse, Spike und ich uns ohne ihn mit einem Guide auf den Weg zu den 5 Kaskaden.

9.3.2016 Am Wasserfall
9.3.2016 Am Wasserfall

Erstmal geht es über den Bach und durch diverse Restaurants, dann an vielen Shops vorbei und dann endlich den Berg hinauf. Oben wird es ganz unwegsam und ich bin froh, die Wanderstiefel angezogen zu haben. Uns kommen diverse marrokanische Touristinnen in den hier üblichen Puschen entgegen, die mit dem Abstieg doch so ihre Schwierigkeiten haben… Wir schaffen die ersten 3 Wasserfälle, dann würde es über eine Leiter weiter gehen, die für Spike nicht zu bewältigen wäre. Komisch, wo unser Guide doch zuversichtlich war, dass die Tour mit Hund zu gehen sei…. Also trinken wir hier oben noch einen Tee und gehen dann wieder runter. Bei einem der Stände spricht mich ein Souvenierverkäufer auf das blaue Auto und Torge an. Er hat uns in Meski getroffen und sich an mich und den Hund erinnert – beeindruckend, so viel Eindruck hinterlassen zu haben! Zurück auf unserem Platz am rauschenden Bach, verbringen wir einen ruhigen Abend und einen sonnigen nächsten Vormittag. Nur Lasse beschwert sich, dass der Bach in der Nacht zu laut gerauscht hätte. Wer ist hier der Paddler??
Der nächste Tag führt uns bis zu einem Rastplatz an der Autobahn hinter Casablanca und der kommende Morgen dann nach Rabat Nach einer unfreiwilligen Rundfahrt durch die Stadt parken wir das blaue Auto irgendwo und fahren mit dem Taxi in die Medina. Der neue Teil der Medina ist sehr europäisch, sehr schön und trubelig: Nach einem Besuch im Postamt, wo wir runde (!) Briefmarken für unsere letzten Postkarten aus Marokko erstehen und diese mit Anleitung und Hilfe der Postbeamtin auch rund aus der Perforierung puhlen müssen, bevor wir sie aufkleben dürfen, stehen wir vor einem alten Kino in dem gerade die deutschen Kinotage mit Filmen in deutscher Sprache laufen.

11.3.2016 Postamt in Rabat
11.3.2016 Postamt in Rabat
11.3.2016 Kino mit Deutschen Filmtagen in Rabat
11.3.2016 Kino mit Deutschen Filmtagen in Rabat

Lustig aber uns zieht es weiter in den alten Teil der Medina zu den Souks und vor allem zu einem Restaurant, den die beiden Jungs sind hungrig. Zunächst laufen wir durch eine Straße in und an der überall gebaut wird, dann aber finden wir richtig schöne marrokanische Marktstraßen und mitten im Trubel auch ein zauberhaft friedliches Restaurant, wo wir sehr lecker esser.

11.3.2016 Restaurant in Rabat
11.3.2016 Restaurant in Rabat

Lasse zieht es bald wieder hinaus während Torge und ich noch etwas sitzen bleiben. Mich fuchst die Irrfahrt vom Mittag durch die Stadt noch, habe ich doch von einem zentralen Parkplatz direkt an der Medina und direkt am Wasser gelesen. Der sollte doch zu finden sein! Ist er auch. Mit google Maps finde ich schnell heraus, dass unser Restaurant keine 300 m davon entfernt ist und wir vorhin daran vorbeigefahren sind, ohne ihn zu bemerken. Mit dieser Info treffen wir Lasse am verabredeten Treffpunkt und versetzen das Auto zu diesem Platz. Der ist nicht ganz leise aber mir gefällt die Abend- und Morgenstimmung mitten in der Stadt sehr gut.

11.3.2016 Morgenstimmung am Hafen von Rabat
11.3.2016 Morgenstimmung am Hafen von Rabat

Morgens beobachte ich mit einem Kaffee in der Sonne sitzend die Jogger und vor allem die Joggerinnen. Vom modernen Marken-Laufdress über Joggingschuhe mit langem Rock und Kopftuch bis hin zu komplett verschleiert, also Burka mit Sichtgitter, Handschuhen und Laufschuhen ist alles dabei.

16.3.2016 Übernachtungsplatz in Rabat
16.3.2016 Übernachtungsplatz in Rabat

Nach dem Frühstück setzen wir mit einem Ruderboot über den Fluss, um Salé, die Schwesterstadt von Rabat zu besuchen.

12.3.2016 Rückfahrt mit dem Ruderboot von Salé nach Rabat
12.3.2016 Rückfahrt mit dem Ruderboot von Salé nach Rabat

Wir gehen durch ein modernes Neubaugebiet zur Medina, die komplett alt und sehr eng und schön ist.

12.3.2016 Neubauten in Salé
12.3.2016 Neubauten in Salé

Dort besuchen wir eine wunderschöne Medersa aus dem 14. Jahrhundert, also die Unterkunft für die Studenten der nebenan gelegenen Moschee.

12.3.2016 Die Medersa von Salé
12.3.2016 Die Medersa von Salé

Die filigranen Ornamente beeindrucken uns sehr.

12.3.2016 Ornamentkunst
12.3.2016 Ornamentkunst

Zurück gehen wir an der Stadtmauer, einer alten Bastion und einem riesigen islamischen Friedhof entlang.

12.3.2016 Freidhof in Salé
12.3.2016 Freidhof in Salé

Dann machen wir uns zu unserem letzten Ziel in Marokko auf. Wir erreichen die Lagune von Molay Bousselham am frühen Nachmittag und die Jungs beschließen sofort nach dem Einchecken auf dem Campingplatz noch Paddeln zu gehen. In Sichweite trifft die Lagune auf die offene See und dort locken die Wellen. Spike und ich beobachten sie von Land aus und machen derweil einen Spaziergang durch das Dorf und zum Strand. Am gegenüberliegenden Hang sehen wir Gleitschirmflieger. Ein unglaublich schönes Panorama! Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug mit dem Motorboot, um die vielen Vögel und vor allem die Flamingos zu sehen. Trotzdem unser Bootsführer viel Zeit damit verbringt, sein Boot und uns nach dem Stranden wieder flott zu machen und dann seinen Motor wieder zum Laufen zu bringen, sehen wir eine kleine Gruppe Flamingos im flachen Wasser stehen und eine größere Gruppe über uns hinweg fliegen. Außerdem beobachten wir Kormorane und Reiher und viele, viele Möwen. Die Lagune ist wirklich wunderschön und mit einem Wanderboot oder Eski kommt man bestimmt noch näher an die Flamingos heran. Aber es muss ja auch noch einen Grund geben, nochmal herzukommen….

Blauesauto goes offroad

Von Tan Tan fahren wir noch einige km nördlich auf die Piste ins Oued Dra. An einem schönen, fast windgeschütztem Platz entfacht uns Torge ein Lagerfeuer an dem wir lange gemütlich sitzen und uns an Stockbrot versuchen.

23.2.2016 Lagerfeuer im Oued Dra
23.2.2016 Lagerfeuer im Oued Dra

Zum Glück mag Torge halbrohen Teig ja ganz gern. Mein Versuch mit Teig in Alufolie in der Glut taugt da eher als Brikett. Am nächsten Morgen fahren wir weiter diese Piste, am schönen Fort und Hotel Tafindilt vorbei, wo wir vor 2 Wochen ja schon mal waren und weiter das Wadi hinunter und gen Meer. Die Stecke ist wunderschön und abwechslungsreich aber für uns auch recht anspruchsvoll mit engen und steilen Bachbetten, viel Felsen und gelegentlich Sand.

24.2.2016 Tiefe Spuren in der Piste verursachen ein ziemliches Geschaukel
24.2.2016 Tiefe Spuren in der Piste verursachen ein ziemliches Geschaukel
24.2.2016 Im Oued Dra
24.2.2016 Im Oued Dra

Immer wieder halten wir zu Spikes Freude zum Gucken und Fotografieren, denn dann kann er ein bisschen herumtoben.

24.2.2016 Felsformationen im Oued Dra
24.2.2016 Felsformationen im Oued Dra

Bizarre Felslandschaften, tiefe Canyons und nach dem Regen aufblühende Sträucher faszinieren uns immer wieder.

24.2.2016 ungewöhnlich leuchtender Busch im Oued Dra
24.2.2016 ungewöhnlich leuchtender Busch im Oued Dra

So manche Durchfahrt erkunden wir lieber erst zu Fuß, was uns weitere schöne Spaziergänge und Spike Pausen verschafft.

24.2.2016 Landschaft im Oued Dra
24.2.2016 Landschaft im Oued Dra
24.2.20116 Piste oder doch eher eine Treppe?
24.2.20116 Piste oder doch eher eine Treppe?

Nach 30 km sind wir auf einer flachen, steinigen Ebene angelangt und haben genug für heute. Wir brauchen eine Weile, all die ausgekippten Fächer und vor allem die Kartenspiele wieder einzuräumen.

24.2.2016 Etwas Unordnung nach der Fahrt auf der Piste
24.2.2016 Etwas Unordnung nach der Fahrt auf der Piste

Hier ist es wieder sehr windig und völlig flach und eben. Bei einem Spaziergang mit dem Hund kann ich das Meer sehen, als ich auf einen Steinhaufen klettere.

24./25.2.2016 Parken wir hier oder lüber dort? Die Entscheidung für den Übernachtungsplatz war schwer....
24./25.2.2016 Parken wir hier oder lieber dort? Die Entscheidung für den Übernachtungsplatz ist schwer….

An der Steilküste des Atlantik geht es dann auch am nächsten Tag für etliche Kilometer entlang.

25.2.2016 Steilküste auf dem Weg zum Plage Blanche
25.2.2016 Steilküste auf dem Weg zum Plage Blanche

Wir passieren einfache Fischerhütten und sehen nur gelegentlich Menschen. Einmal hält mich ein älterer Mann an und zeigt mir eine üble, nicht mehr ganz frische Verletzung am Handballen Eine richtige Verständigung ist nicht möglich aber es ist offensichtlich, dass er nichts hat, um die Wunde zu versorgen. Da können wir immerhin aushelfen und ich desinfiziere die Wunde und verbinde sie ihm. Dankbar verabschieden er und sein jugendlicher Helfer sich von uns. Torge und ich fahren mit dem eindringlichen Empfinden unseres eigenen Reichtums weiter. Auf ebener Piste lenkt Torge oft den Magirus und zeitweise bin ich ganz froh rechts zu sitzen, weil es links ganz schön nah ganz schön weit runter geht!

24.2.2016Steilküste an der die Piste entlangführt
24.2.2016Steilküste an der die Piste entlangführt

Wir passieren einen Militärposten mit Aussichtsturm und mehreren abgeschossenen (?) Panzern und Fahrzeugwracks und ich wäre gern zum Fotografieren auf den Turm gestiegen. Da aber niemand da ist, den wir fragen könnten und der Zugang versperrt ist, wird das nichts. Wir fahren also weiter und dann tauchen Sanddünen vor uns auf. Torge möchte am liebsten gleich sofort hier bleiben.

25.2.2016 Sanddünen in der Ferne
25.2.2016 Sanddünen in der Ferne

Wir haben heute erst 20 km auf der Uhr und so kann ich ihn überzeugen, noch weiter zu den nächsten zu fahren. Dahinter ist jedoch eine große Herde Schafe und Ziegen samt Hirten zu sehen. Das ist mit Spike schwierig und so fahren wir noch weiter bis wir herrlich einsam an unseren “ eigenen“ Dünen stehen.

25./26.2.2016 Stellplatz in den Ausläufern der Dünen
25./26.2.2016 Stellplatz in den Ausläufern der Dünen

Die sind nach dem Regen der vergangenen Tage noch nicht wieder völlig getrocknet und an manchen Seiten richtig fest und hart. Andere Stellen dagegen sind fluffig weich, so dass Torge und Spike wieder ausgiebig toben können und auch mir macht das rauf und runter Krabbeln Spaß. Für uns Pistenneulinge ist es dabei prima, dass die Dünen selbst auf festem Grund stehen und höchstens mal einige Meter über die Piste geweht sind, die sich hier allerdings auch in Dutzende Spuren aufgeteilt hat. Wir verbringen einen chilligen Nachmittag und die Nacht. Am nächsten Morgen ist der Himmel mit dunklen Regenwolken bedeckt und ich dränge auf’s zeitige Losfahren, denn wir stehen wieder in einem Wadi, wo ich lieber keinen Regen abbekommen möchte. Es bleibt aber den ganzen Tag trocken. Wir durchqueren einen Wasser führenden Fluss, an dem wir noch eine Pause machen und das wunderschöne, felsige Becken erkunden.

26.2.2016 Hier geht es durch ein wasserführendes Wadi
26.2.2016 Hier geht es durch ein wasserführendes Wadi

Sogar Mini-Fische sehen wir im Wasser, das je nach Brise nach rechts oder links fließt.

26.2.2016 Da wo es Wasser gibt, wächst natürlich auch die Vegetation üppig
26.2.2016 Da wo es Wasser gibt, wächst natürlich auch die Vegetation üppig

Ich bin etwas unruhig, weil wir langsam wieder parallel zum Meer fahren sollten, das aber nicht zu sehen ist. Hier ist die Piste jedoch eindeutig und es gibt kaum Abzweigungen.

26.2.2016 Ein zumindest zur Zeit nicht bewirtschaftetes Gehöft im Oued Dra
26.2.2016 Ein zumindest zur Zeit nicht bewirtschaftetes Gehöft im Oued Dra

Wir passieren unbewohnte Gehöfte und bewirtschaftete wie unbewirtschaftete Felder, einmal auch noch eine Hirtin mit Ziegen.

26.2.2016 Es ist für uns kaum vorstellbar, dass Menschen bei diesem kargen Boden und bei dieser Trockenheit hier ihr Auskommen haben
26.2.2016 Es ist für uns kaum vorstellbar, dass Menschen bei diesem kargen Boden und bei dieser Trockenheit hier ihr Auskommen haben

Zum ersten Mal sehen wir auch Dromedare mit Fohlen.

26.2.2016 Eine Kamelherde zeigt ums, dass auch hier irgendwo Menschen leben
26.2.2016 Eine Kamelherde zeigt ums, dass auch hier irgendwo Menschen leben

Und wir fahren auf eine Bergkette zu, was definitiv nicht sein sollte. Bei einer Pause steige ich auf einen Hügel und versuche zu erkennen, wo die Piste weiter hinführt, denn lt. Tacho sollten wir demnächst die Asphaltstraße am Meer erreichen. Von beidem ist jedoch nichts zu sehen. Vor den Bergen erblicke ich ein Haus, ein Moped und Menschen. Dort fahren wir hin und fragen nach dem Weg. Es sind noch 23 km bis zur Straße und wir haben offensichtlich bei den Dünen eine falsche Piste erwischt. Einer der jungen Männer möchte mit nach Guelmin fahren und so haben wir sogar einen Auskenner dabei, dessen Sprache wir allerdings nicht sprechen. Die Piste ist allerdings ab hier auch eindeutig und wird die nächsten 20 km auch immer besser bis wir nach einer auch wieder Wasser führenden Furt das Meer und die Asphaltstraße nach Guelmin erreichen. Dort setzen wir unseren Mitfahrer ab und steuern den Supermarkt an, denn uns ist inzwischen das Hundefutter ausgegangen, das es dann leider hier doch nicht gibt.

26.2.2016 Beim Supermarkt in Guelmin und später an den heißen Quellen treffen wir eine nette schwedische Familie
26.2.2016 Beim Supermarkt in Guelmin und später an den heißen Quellen treffen wir eine nette schwedische Familie

Wir füllen unsere Vorräte auf und fahren im Dunkeln noch ins nahe gelegene Abaynou, wo es bei einer Thermalquelle, Schwimmbecken und einen Campingplatz gibt. Das folgende Wochenende ist kalt und verregnet und wir erfreuen uns an 2 Abenden am Baden im heißen Wasser. Abends ist einmal das wärmere Frauenbad und einmal das Männerbad für gemischte Touristenpaare geöffnet. Die kurzen Regenpausen nutzen wir, um alle Schrauben vom Dachträger nachzuziehen und auch 3 von 4 Kofferschrauben sind nicht mehr ganz fest und müssen nachgezogen werden. 11500 km Stecke insgesamt, die sehr felsige Piste in Kombination mit den Federn, die Inzwischen kaum noch (vorn) bzw. gar keine (hinten) Spannung mehr haben, zeigen ihre Wirkung außerdem ist der rechte Außenspiegel gesprungen. Am Montagmorgen scheint die Sonne wieder und wir fahren die 11 km nach Guelmin zurück, um eine Werkstatt aufzusuchen. Nachdem uns hilfsbereite Menschen zuerst in die sehr enge Gasse mit den Pkw-Werkstätten schicken, wo wir etwas Aufruhr verursachen, da mehrere Wagen beiseite geschoben werden müssen, damit wir überhaupt hindurch passen während hinter uns lautstark gehupt wird, erklärt mir ein netter Mensch, wo die Lkw-Werkstatt zu finden sei. Dort machen sich 4 Monteure plus Übersetzer und Zuschauer über unsere diversen Problemchen her und nach 2 Stunden haben sie den Plastikstopfen aus der Zuleitung zum 2. Tank entfernt, den die Werkstatt in Frankreich wohl vergessen hat, das Spiegelglas vom rechten Außenspiegel ersetzt, beide vorderen Türen wieder gangbar gemacht, die ewig blockierenden Schmutzlappen an den Trittstufen befestigt, Hydraulikflüssigkeit für das Kupplungspedal nachgefüllt und dabei noch eine Dichtung ausgewechselt.

29.2.2016 Mechaniker der LKW Werkstatt in Guelmin
29.2.2016 Mechaniker der LKW Werkstatt in Guelmin

Das kostet uns 5 Cola für die Mechaniker und Übersetzer und umgerechnet 40 Euro. Lediglich unserer seit 100 km wieder öfter streikenden Lichtmaschine können sie nicht helfen. Das Problem haben wir gut 2 Monate nicht mehr gehabt, jetzt blinkt die Warnleuchte öfter denn je. Sie haben alle Schrauben kontrolliert und den Sitz des Keilriemens überprüft aber das habe ich gestern auch schon. So liegt wieder der Hammer griffbereit und wir verpassen dem guten Stück gelegentlich einen Schlag und hoffen, dass es bald wieder besser wird bis das Problem endgültig gelöst werden kann. Wir verlassen Guelmin Richtung Tafraoute und suchen uns nach wenigen Kilometern einen Campingplatz. Beim Hineinfahren ist ein tief hängender Ast im Weg, den Torge, auf dem Dach stehend, über unsere Dachlast hebt. Hinterher beschwert er sich, ich sei zu langsam gefahren. Das riesige Gelände ist hübsch angelegt, bietet laut Beschriftung auch Bungalows, Zelte und ein Restaurant. „Das wird gerade gemalt,“ sagt der Patron und liefert uns eine leckere Tajine ans Auto. Wie wir nachts hören und am nächsten Morgen auch sehen, ist das Gelände bis auf diverse Hunde und Hühner, die ausgiebig Lärm machen, und das Wohnhaus des Patrons allerdings verlassen. Als wir wieder hinausfahren, klettert Torge wieder hoch, denn der Ast hängt immer noch da. Ich erinnere mich an seine Worte von gestern und fahre etwas zügiger und dann auch noch einige Meter weiter, da uns das Tor aufgehalten wird und Torge immer gern ein Stück auf dem Dach mitfährt. Ein Blick in den Rückspiegel lässt mich zusammenzucken, denn er steht hinter dem Fahrzeug. Ups! Ich war zu schnell und hatte außerdem unsere Dachluke, die jetzt auf der Seite des Astes war, vergessen, so dass er sich geistesgegenwärtig am Ast festgehalten hat, zum Glück nicht an den Fahrrädern hängen geblieben ist und immerhin gebremst aber trotzdem nicht ganz sanft auf dem Boden landete. Außer ein paar Kratzern und blauen Flecken ist glücklicherweise nichts passiert.
So ein Schreck und SORRY, lieber Torge!
Wir fahren weiter die N12 in die Ausläufer des Anti-Atlas hinein und stetig bergauf. Als wir unsere Route von Foum Zguig gen Westen kreuzen, finden wir die Straße nach Ifrane d’Anti-Atlas nicht und fahren statt dessen einige km weiter westlich kleine Straßen ins Gebirge. Leider stellt unsere Lichtmaschine hier ihre Tätigkeit ganz ein und die Ladekontroll-Leuchte leuchtet ständig. Noch ist das kein Problem, denn die Batterien sind nach 3 Tagen auf dem Campingplatz alle voll geladen. Die Landschaft wird immer spektakulärer und schöner bis wir bei Tafraoute eine weite mit Palmen bestandene Ebene unter bizarren Felsen erreichen, auf der sich bestimmt 100 Wohnmobile relativ weit verstreut ihren Platz gesucht haben.

2.3.2016 Gut besuchter Wohnmobilstelllatz in Tafraoute
2.3.2016 Gut besuchter Wohnmobilstelllatz in Tafraoute

Auch wir stellen uns dorthin und machen noch einen schönen Spaziergang zu den Felsen.

1.3.2016 Tolles Abendlicht an den Felsen von Tafraoute
1.3.2016 Tolles Abendlicht an den Felsen von Tafraoute

Wir finden eine eingravierte Ziege, sind aber nicht sicher, ob es sich tatsächlich um eine prähistorische Zeichnung handelt, die es hier geben soll.

1.3.Ziege am Felsen von Tafraoute
1.3.Ziege am Felsen von Tafraoute

Der herumliegende Müll lässt eher auf eine jüngere Vergangenheit schließen. Es ist sehr schade, dass dieses wunderschöne Fleckchen Erde derart verschandelt ist. Nicht zuletzt durch hunderte wilde Camper.

1.3.2016 Tolle Landschaft und hunderte Wohnmoble bei Tafraoute
1.3.2016 Tolle Landschaft und hunderte Wohnmoble bei Tafraoute

Manche haben sich hier für Wochen eingerichtet und ihr Terrain mit Steinen etc. markiert. So gern auch wir wild an einsamen Plätzen stehen, mit so vielen Menschen funktioniert das nicht richtig und zwischen Hundehaufen und in die Büsche entsorgten Porta Pottis ist das Übernachten auch nicht wirklich angenehm. Immerhin haben die Einheimischen hier einige Geschäftsmodelle entwickelt. Ein junger Mann geht mit einem Quittungsblock herum und kassiert 10 DH also umgerechnet etwa 85 Cent, wofür weiß er auch nicht genau. Eine junge Frau zeigt ihre Speisekarte auf Französisch, Englisch und Deutsch und liefert nach Bestellung Tajine oder Couscous an den Wagen. Ein anderer versucht Arganöl und Palmenhonig zu verkaufen und morgens gibt es diverse Lieferanten von Baguette, Fladenbrot, Croissants und Pain au Chocolat. Die treffe ich allerdings erst, als ich mit Spike am nächsten Morgen vom Brot holen aus dem Städtchen zurückkomme.

2.3.2016 Schönes Gehöft auf dem Weg in das Städtchen Tafraoute
2.3.2016 Schönes Gehöft auf dem Weg in das Städtchen Tafraoute

Außerdem kommen mir dutzende Senioren mit „Hackenporsche“ entgegen, die dem Mittwochsmarkt in Tafraoute zustreben, meist dem schönen Sonnenschein entsprechend, den örtlichen Gepflogenheiten jedoch massiv widersprechend leicht bekleidet. Muss man in einem muslimischen Land tatsächlich in Shorts und ärmellos in der Stadt herumlaufen?
Wir machen uns auf den Weg und suchen eine Werkstatt. An der Straße Richtung Agadir finden wir tatsächlich eine, vor der schon diverse Wohnmobile und Busse aufgereiht sind und an denen gearbeitet wird. Überwiegend Karosserie- und Lackarbeiten, wie ich später heraus stellt.

3.3.2016 Werkstatt am Straßenrand
3.3.2016 Werkstatt am Straßenrand

Wir fahren rechts ran, steigen aus und werden von Philip und Jonas, an deren Düdos auch gearbeitet wird, freundlich begrüßt. Sie begucken das blaue Auto begeistertund bieten sogleich an, einmal nach der Lichtmaschine zu sehen, was sie auch sofort tun. Die Kabel haben jedoch Strom und so ohne größere Schrauberei lässt sich nichts feststellen. Beim anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken höre ich ihre Einschätzung, dass das hier nicht der richtige Ort für eine Reparatur der Lima sei. Torge und ich setzen uns danach in ein Café und mailen mit Rollo hin und her, der ein Ersatzteil für uns ersteigert hat. So beschließe ich endgültig, hier nichts an der Lima machen zu lassen und stattdessen jeden 2. Abend einen Campingplatz mit Stromanschluss aufzusuchen. Zurück am Wagen, kommt uns der Patron der Werkstatt ganz aufgeregt entgegen: Vorn links läuft kräftig Öl heraus. Beim Nachsehen stellt sich heraus, dass der Schlauch zur Pumpe für die Kupplung undicht geworden ist. Na, das ist ja nett, dass das blaue Auto nun direkt vor der Werkstatt kaputt geht! Heute geht aber nichts mehr und so verbringen wir den Abend und später eine unruhige Nacht an der belebten Straße und in der Gesellschaft von diversen anderen Wohnmobilisten aus Belgien, Frankreich und Deutschland, die hier auf die Fertigstellung der Reparaturen an ihren Fahrzeugen warten. Torge ist erkältet, hat Halsschmerzen und auch leichte Temperatur. So mache ich mich abends allein mit Spike auf einen schönen Spaziergang Richtung Felsen und Palmen und genieße nach der Hektik an der Straße vor der Werkstatt die Ruhe und die schöne Landschaft. Dabei entdecke ich einen Stoffhändler mit Schneiderei, dem ich am nächsten Morgen eines der Bettpolster bringe, an dem der mürbe Stoff aus den 80er Jahren aufgerissen und verschlissen ist. Später erhalten wir es mit einem schicken roten Bezug zurück. Den ganzen nächsten Vormittag schraubt der hinzugezogenen Monteur daran, den Hydraulikschlauch heraus- und wieder hineinzubekommen, ohne die Pumpe ausbauen zu müssen.

3.3.2016 Jetzt ist der Hydraulikschlauch getauscht und der Mechaniker und sein Sohn sind sehr zufrieden - wir auch!
3.3.2016 Jetzt ist der Hydraulikschlauch getauscht und der Mechaniker und sein Sohn sind sehr zufrieden – wir auch!

Zwischendurch tauscht der Chef persönlich zweimal das schon wieder gesprungene Spiegelglas aus. Mein Hinweis, dass die Kunststoffschale zu stark gebogen sei und ergo der Spiegel etwas unterfüttert werden müsse, ignorierte er. Beim Probe-Rangieren zum Ausprobieren der Kupplung springt das Spiegelglas ein drittes Mal. Dabei bleibt es nun aber auch. Ich werde in Agadir versuchen, einen neuen Spiegel zu bekommen. Kurz vor dem Losfahren lernen wir noch Niels und Johanna, Freunde von Philip und Jonas, kennen, die auch einen (etwas kleineren) Magirus fahren. Wie immer freuen wir uns über Interesse und auch sie sind ganz begeistert vom blauen Auto. Wir gehen alle zusammen einen Tee trinken und schnacken nett. (Philips  Reiseblog findet Ihr übrigens unter http://oma-duck-auf-tour.jimdo.com/ ) Niels und Johanna empfehlen uns einen netten ruhigen Campingplatz bei einem Hotel etwa 5 km außerhalb. Dort kommen wir kurz vor Dunkelwerden an.

3.3.2016 Hotelcampingplatz
3.3.2016 Hotelcampingplatz

Gern wären wir ihnen ja zu einem schönen Platz an den Felsen gefolgt aber wir brauchen heute einen Stromanschluss und Torge ist noch nicht wieder in Ordnung sondern hustet jetzt auch noch stark und da passt ein schöner, ruhiger, sauberer Platz wie dieser einfach besser.

3.-6.3.2016 Schöner, ruhiger, sauberer Stellplatz vor dem Hotel
3.-6.3.2016 Schöner, ruhiger, sauberer Stellplatz vor dem Hotel